Erster Eindruck bei den neuen Nachbarn – ich muss ein Freak sein!

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treppenhaus

Foto: Reinhard Grimm / pixelio.de

Bei uns im Haus sind vor kurzem neue Nachbarn eingezogen. Ein nettes, etwas wortkarges Pärchen. Die waren auch schon so freundlich, ein Paket für mich entgegen zu nehmen, als ich nicht daheim war.

Über den Inhalt dieses Pakets werde ich sicherlich auch bald noch einen Artikel schreiben, denn es handelt sich dabei um ein tolles technisches Spielzeug, das ich aber erst noch ein wenig ausgiebiger testen will, bevor ich meinen Senf dazu abgebe.

Heute hingegen soll es um die besagten neuen Nachbarn gehen. Eigentlich sind Nachbarn nicht unbedingt etwas, worüber man einen Blog-Artikel verfasst – vor allem nicht, wenn es sich um freundliche Nachbarn handelt. Wenn überhaupt, liest man ja zumeist doch eher nur von den bösen Nachbarn, den Stinkstiefeln oder bestenfalls auch von denjenigen, die irgendeinen skurrilen Tick haben.

Das alles trifft auf „meine“ neuen Nachbarn -soweit ich das bis jetzt beurteilen kann- jedoch nicht zu. Warum ich dann trotzdem einen Beitrag über sie schreibe? Nun, es ist gut möglich, dass sie mich für einen solchen skurrilen Typen halten. Zumindest vermute ich, dass ich beim ersten Eindruck einen „bleibenden Eindruck“ hinterlassen habe.

Als ich die beiden zum ersten mal traf, befanden wir uns alle im Treppenhaus. Inzwischen ist es ja eher selten geworden, dass man sich persönlich vorstellt, wenn man neu irgendwo eingezogen ist, so dass wir uns vorher noch nie gesehen hatten. Die beiden kamen gerade heim und waren offensichtlich einkaufen gewesen, wie zumindest die Einkaufstaschen vermuten ließen. Ich hingegen war auf dem Weg nach draußen, hatte schon meine Jacke an. In der Hand trug ich einen Beutel voll Müll, den ich -da ich ja einmal auf dem Weg nach unten war- gleich im Keller in den Abfalleimer werfen wollte. Wir grüßten uns kurz -ich wollte die schwer beladenen Leute nicht längerfristig aufhalten- und gingen jeder unserer Wege.

Nachdem ich den Müll im Keller entsorgt hatte, rief meine bessere Hälfte auf dem Handy an und bat mich darum, noch einmal nach oben in die Wohnung zu kommen, da sich eine Tür am Schrank gelöst hatte und sie das noch kurz reparieren wollte, bevor wir in die Stadt gingen, damit die Katze in unserer Abwesenheit keinen Unfug treibt.

Daher machte ich mich auf den Weg zurück in die Wohnung – fertig angezogen mit Jacke und allem drum und dran. Wie es der Zufall wollte, kam mir der Mann des Pärchens dabei wieder entgegen; er hatte wahrscheinlich noch weitere Einkäufe im Auto. Wieder grüßten wir uns kurz. Vielleicht war es auch nur Einbildung, aber ich hatte das Gefühl, als würde er mich leicht irritiert ansehen, was ich bei näherer Betrachtung der Situation auch nachvollziehen konnte, machte es doch den leicht verwirrenden Eindruck, dass ich mich komplett angezogen hatte, nur um den Müll in den Keller zu bringen. So kalt ist es in diesem nun auch nicht, dass man sich dafür extra „einpacken“ müsste.

Dieses Ereignis allein wäre ja noch nicht so schlimm gewesen. Dummerweise blieb es aber nicht dabei. Einen Tag später kam meine bessere Hälfte völlig genervt aus dem Keller. Die alte Waschmaschine hatte mal wieder mitten im Programm gestoppt, so dass Madame völlig umsonst in den Keller gegangen war – das mag sie gar nicht.

Ich bot leichtfertig an, dass ich ja in 20 Minuten, wenn die Maschine fertig sein müsste, runtergehen könne, um die Wäsche aus der Maschine zu holen. Ein großer Fehler! Nachdem ich nämlich unten angekommen war, war die Maschine erneut mitten im Schleuderprogramm stehen geblieben. Inzwischen haben wir uns übrigens eine neue Maschine zugelegt, aber das nur am Rande.

Da stand ich jetzt also unten im Waschkeller, stellte die Maschine erneut an und beschloss, mir mal genauer anzusehen, an welcher Stelle genau es den hakte. So stand Sascha also abends, irgendwann zwischen 20 und 21 Uhr im Waschraum und starrte interessiert und aufmerksam seine Waschmaschine an.

Es kam, wie es kommen musste – natürlich kam mein neuer Nachbar genau zu der Zeit auch in den Waschkeller und fand mich dort vorm, wie ich den Schleudervorgang meiner Waschmaschine „studierte“. Ich wollte die Situation mit einem Kommentar retten, allerdings konnte er sich auf mein „Im Fernsehen läuft ja gerade auch kein interessanteres Programm“ nur ein müdes Lächeln abringen. Ich persönlich finde den Spruch für die Situation ja eigentlich immer noch ganz toll, ohne mich hier selbst loben zu wollen.

Naja, nach den beiden Aktionen in kurzer Zeit musste mich der neue Nachbar wohl fü komplett bekloppt halten. Ein Freak, der in voller Montur seinen Müll in den Keller bringt und abends nichts besseres zu tun hat, als auf seine Waschmaschine zu starren. Ja, ich würde an seiner Stelle wohl ähnlich denken oder hier von so einem Freak berichten.

Nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt dieser Freak bin… zumindest sicherlich in den Augen meines Nachbarn. Als mir seine Frau / Freundin / Partnerin / Lebens(abschnitts)gefährtin das Paket übergab, welches sie für mich angenommen hatte, war die Tür übrigens auch schnell wieder zu… er scheint ihr also von mir erzählt zu haben 😉

Habt ihr auch schon mal einen ersten Eindruck versehentlich ziemlich in den Sand gesetzt? Wie ist generell euer Verhältnis zu euren Nachbarn? Kennt ihr die näher oder nur von zufälligen Treffen im Treppenhaus oder im Supermarkt?


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