Das Kind in Dir – Urlaub mit den Eltern

Inzwischen geht Heunis Serie zu unseren Kindheitserfahrungen bereits in die fünfte Runde. Diesmal habe ich mir mit der Teilnahme ein wenig Zeit lassen müssen, da mir ebenjene Zeit an anderen Stellen gefehlt hat. Dennoch liegt mein Beitrag noch in dem zeitlichen Rahmen, den Heuni vorgegeben hat. Alles im grünen Bereich also
Als Thema der fünften Runde hat Heuni diesmal “Urlaub mit den Eltern” vorgegeben.
Vor allem in jungen Jahren war es gar nicht so einfach, mit mir zu verreisen, insbesondere, wenn es um die Reisefahrt mit dem Auto ging. Wie wohl für so ziemlich jedes junge Kind waren solche Fahrten für mich von jeher ein Graus, da man sich kaum bewegen kann und die Zeit so langsam zu vergehen scheint. Natürlich ist das dann nicht nur ein Problem für die Kinder, sondern auch für die Eltern, die sich ein entsprechendes “Unterhaltungsprogramm” zurechtgelegt haben sollten, wenn sie von der “Quängelei von der Rückbank” so lange wie möglich verschont bleiben wollten.
Wobei bei mir persönlich zum Wunsch nach Unterhaltung noch ein ganz anderes Problem hinzukam.
Doch der Reihe nach! Wie gesagt, vorausschauende Eltern hatten sich für solche Reisen ein Unterhaltungsprogramm -neudeutsch: Entertainment- für die Kinder zurechtgelegt, um diese so lange, wie irgendwie möglich, bei Laune und somit beschäftigt zu halten.
Und ja, meine Eltern waren vorausschauend. Sie hatten immer ausreichend Batterien für meinen Walkman -damals gab es noch keine CD-Player oder gar MP3-Player(!)- dabei, damit ich meine Hörspielkassetten hören konnte. Natürlich wurde das nach einer gewissen Zeit auch langweilig, so dass dann typische Autobahnspielchen herhalten mussten, wie z.B. “Wer sieht mehr rote Autos?” oder “Wer findet mehr Nummernschilder aus dem Ort X oder mit der Nummer Y?”
Ebenfalls irgendwie “spannend” war es, weil wir für die Reise immer kleine Futter-Pakete bereithielten. Neben Broten, die wir meist in den Pausen auf Raststätten vertilgten, waren darunter auch viele Kleinigkeiten und “Häppchen”. Das war für mich als Kind schon immer etwas “Besonderes”, weil mein Vater ansonsten kein großer Freund von Essen im Auto war – als Mann hat man seinen Wagen eben gerne sauber
Schön waren auch die “Reise-Varianten” bekannter Brettspiele, wie z.B. “Schiffe versenken”, aber auch “Dame”, wo die Figuren dann durch Magnete gehalten wurden. Und bevor die Frage aufkommt: ja, ich habe als kleiner Junge auch Schach gespielt, hatte sogar einen entsprechenden Kurs in der Grundschule belegt – trotzdem trage ich heute keine karierten Hemden mit Pullunder darüber
Mag auch daran liegen, dass ich nie ein guter Schachspieler war.
Außerdem habe ich schon zu Kinderzeiten sehr gerne gelesen, sowohl Comics als auch “richtige Bücher”. Spätestens, wenn ich während einer Reise jedoch zum Buch griff, wurde mir das zum Verhängnis, denn wie ich bereits vorhin andeutete, hatte ich ja noch ein anderes Problemchen auf Reisen: irgendwann, zumeist, wenn ich gelesen hatte, manchmal aber auch, wenn ich einfach auf die Autobahn sah und die Autos am Fenster vorbeihuschten, wurde mir kotzübel – im wahrsten Sinne des Wortes!
Nun habe ich glücklicherweise seit jeher ein gutes Gespür dafür, wann ich mich übergeben muss und merke das sehr rechtzeitig. Mit rechtzeitig meine ich locker 10 Minuten vorher, manchmal sogar noch eher! Trotzdem gab es natürlich Situationen, wo dann gerade kein Rastplatz in der Nähe war, auf dem man sich hätte übergeben können. Den Kopf aus dem Fenster zu halten, wäre auf der Autobahn wohl auch nicht sonderlich gut angekommen und mit dem Halten auf dem Seitenstreifen ist es ja immer ein Risiko für sich.
Daher hatten wir immer meinen ganz speziellen Reise-Begleiter für mich mit an Bord, einen kleinen braunen Eimer, der extra für solche Fälle gedacht war. Den benutzten wir zuhause auch immer, wenn einer von uns krank war und man nicht sicher sein konnte, ob man es bei Übelkeit noch rechtzeitig bis zur Toilette schafft, weil man sich zu schlapp fühlte, zu starke Kopfschmerzen hatte etc.
Nun habe ich gar nichts von den eigentlichen Urlaubszielen erzählt, sondern nur von den Fahrten dorthin. Aber so genau ist das Thema von Heuni ja nicht gefasst gewesen, weswegen ich jetzt einfach mal so dreist war, darüber zu berichten. Ich denke, da war der Unterhaltungswert auch größer, als wenn ich gesagt hätte, dass ich mit meinen Eltern früher hier und dort war und es überall ganz toll gefunden habe
Wie war das denn in eurer Kindheit? Habt ihr da auch unter Reiseübelkeit gelitten? Oder ist das vielleicht heute immer noch so? Habt ihr Mittel dagegen? Oder gar auch immer einen Eimer dabei?^^
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Tüten. Es waren immer Tüten. Und ein feuchter Waschlappen in einer Extra-Tüte zum “Frischmachen”, wenn man sich mal wieder so richtig übergeb…naja. Oh je, ich brauchte bloß daran DENKEN, irgendwo mit dem Auto hinfahren zu müssen. Oder – noch schlimmer – BUS!!! *würg*
Tja, heute passiert es gelegentlich auch noch, daß mir übel wird auf Autofahrten. Meist sind es Kurven, bei denen es mich dann entschärft…. Allerdings bin ich wegen meiner Histaminintoleranz ja seit einiger Zeit quasi ständig auf Antihistaminika, und die wirken auch gegen Reisekrankheit, praktisch, nicht?
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Wir hatten kein Auto früher, als ich klein war. So ging es in der Regel mit dem Bus zu Oma aufs Land. Zwar nur 2 Stunden Fahrt, dafür aber immer der Planke Horror für mich….Tüten waren immer im Gepäck. Schlimme Zeit. Seit dem ich aber groß bin *g* habe ich damit keine Probleme mehr.
Liebe Sonnenuntergangsgrüße
Erdbeere
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Ich hatte als Kind immer die sehr geistreiche Angewohnheit meinen Kopf so lange an die Scheibe zu drücken bis mir übel wurde.
Ich erinnere mich an eine Busreise (so eine Städtetour mit einem großen Reisebus)da habe ich den ganzen Gang voll gereihert – das war ein ganz großer Tag für meine Eltern!
Ich glaube, wenn es mir nicht eh schon so übel gegangen wäre, hätte mich mein Vater erst gewürgt und dann in der Bordtoilette runtergespült
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@Frau Magrat
Stimmt, den Waschlappen hatte ich in meiner Erzählung völlig vergessen, den brauchte man selbstverständlich auch immer. Bei mir hat sich das mit der Reisekrankheit im Laufe der Jahre glücklicherweise gelegt… wobei, wenn ich an die alten Zeiten zurückdenke, wird mir auch immer noch etwas schummrig^^
@Frau Erdbeere
Im Auto war das natürlich eine andere Sache.
Du also auch mit der Tüten-Variante? Naja, auf einer Busfahrt war das wohl auch die bessere Alternative, da steigt man schließlich wohl eher ungern mit einem “Kotz-Eimer” ein
@StevenUrkel
), denn sonst wärst du heute vielleicht nicht der Kerl mit den durchgeknallten Ideen, der du heute bist… und dann würde mir etwas fehlen
Ganz ehrlich: ich bin sooo dankbar, dass du damals immer brav den Kopf an die Scheibe geklatscht hast (was für eine Idee, ich bekomme das Bild gerade nicht mehr aus dem Kopf
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Ich war auch so ein Kotzkind.
Allerdings weniger während der Reise, als vielmehr aus lauter Aufregung schon tagelang davor. Was dazu führte, dass alle Vorbereitungen heimlich passierten und ich immer erst von Urlaubs- und Ausflugsfahrten erfuhr, wenn es morgens losging. Unterwegs war ich dann zum Glück zuviel mit Gucken beschäftigt um zu kotzen. Wir sind allerdings auch nicht mit dem Auto gefahren sondern mit dem Zug.
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@Andrea
Hat sich das denn irgendwann mit der “Urlaubs-Vorfreude” gelegt, oder wirst du damit immer noch überrascht?^^
*lach* Das stelle ich mir aber interessant vor, wenn man stets zu solchen “Überraschungsurlauben” eingeladen wird
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[...] Sascha ist bei Abschnitt 5 ab sofort unser Kotzkind. Bei den vielen Reisen mit dem Auto wurde ihm nach dem Lesen oder aus dem Fenster schauen manchmal so übel, dass sein “kleiner brauner Eimer” genutzt werden musste. Aber lest selbst, er beschreibt dass doch sehr detailliert. [...]