Das Kind in dir – Thema: Abenteuer draußen!

Das Kind in dir

Nachdem sich Heuni und die Teilnehmer seines Projekts “Das Kind in dir” in den ersten beiden Runden des Projekts mit ihren Kindheitserfahrungen im Bezug auf Spielzeug und Trickfilmserien aus der eigenen Kindheit beschäftigen durften, führt uns die Reise in der 3. Runde mal an die frische Luft. So lautet das Thema für diesen Abschnitt nämlich “Abenteuer draußen”.

Ich muss ja ehrlicherweise gestehen, dass ich schon ein wenig ein “Stubenhocker” war, gerne gelesen habe oder mich mit “Indoor-Spielzeug” -wenn ich das mal so nennen darf- beschäftigt habe, wie ja bereits hier beschrieben habe.

Ab und zu hat es aber -man mag es kaum glauben- sogar mich “nach draußen” verschlagen. Zwar fingen die richtigen “Abenteuer draußen” erst an, als ich die Zeit, in der ich mich als Kind bezeichnen würde, schon hinter mir hatte, aber auch diese Ära hatte natürlich ihre Abenteuer.

Meist, wenn ich “an die frische Luft gesetzt wurde”, ging es in den Garten meiner Großeltern. Der war Teil eines großen Schrebergartens, also so richtig spießig, wie man sich das vorstellt, mit Gartenzwerg und allem drum und dran. Aber gefallen hat es mir damals trotzdem.

Zum einen gab es immer frisches Obst und Gemüse aus dem Garten. Das mag ein Kind jetzt normalerweise nicht besonders locken, aber wenn man das Zeug selbst angebaut hat und bei der “Ernte” mitgeholfen hat, dann schmeckt der Kram plötzlich gleich viel besser ;)

Sowieso war ich als Kind ja schon nicht ganz normal. So mochte ich auch gerne Spinat – nicht wegen Popeye, sondern einfach so, weil er mir schmeckte, auch wenn es nicht mein Lieblingsgericht war. Aber dazu sage ich jetzt nicht mehr allzu viel, denn vielleicht wird das ja auch irgendwann einmal Thema in Heunis Serie und dann hätte ich ja nichts mehr dazu zu schreiben.

Außerdem mochte ich unseren Garten, weil er ein kleiner Spielplatz war. Mein Opa hatte eine Schaukel dort aufgebaut, die so nah an der Gartenlaube gebaut war, dass wir Kinder stets versuchten, mit den Füßen den vorderen Bereich der Vor-Laube zu erreichen, während wir nach oben schaukelten.

Zudem besaßen wir einen kleinen Sandkasten und einen Pool… naja, der Sandkasten war so eine Plastik-Muschel, die einige von euch vielleicht kennen. Zwei Teile, in den unteren kippt man den Sand, den oberen nimmt man zum abdecken des Sandkastens, damit es nicht hineinregnet oder sich Massen von Kriechtieren dort versammeln. Und der Pool bestand halt aus dem oberen Abdeck-Muschel-Teil, welches mit Wasser gefüllt war. Aber uns Kindern hat es gefallen!

Spaß hat es auch immer gemacht, wenn der Rasen gesprengt wurde. Nicht mit Dynamit, sondern mit Wasser natürlich! Ein wunderbares Gefühl, nach einem heißen Tag durch den Wasserstrahl des Wassersprengers zu laufen oder andere mit dem Gartenschlauch anzuspritzen.

Außerhalb des großelterlichen Gartens habe ich die meisten Abenteuer draußen erlebt, wenn ich zu Besuch bei meinem damals besten Freund war. Zwar war es für mich als technik-affinen Mensch schwer, seinem C64 zu widerstehen, aber trotzdem sind wir öfter mal raus gegangen.

Bei ihm in der Nähe gab es ein riesengroßes Gelände mit vielen Bäumen und Gebüschen sowie kleineren Park- und Sportanlagen. Auf dieses Gelände haben wir uns öfter heimlich geschlichen und sind auf “Abenteuer-Tour” gegangen, haben das Gelände erkundet und uns durch das Gebüsch gekämpft… meine damalige Lieblingshose hat die Bekanntschaft mit den Dornenhecken nie ganz vergessen.

Unvergesslich war auch der dortige Hausmeister oder was auch immer er da für eine Position bekleidet haben mochte. Ab und an begegneten wir ihm auf unseren Streifzügen, was ihn natürlich dazu veranlasste, uns schimpfend und drohend zu jagen. Wir sind dann immer gerannt, als wäre der Teufel persönlich hinter uns hergewesen; wer wollte sich von dem Kerl schon erwischen lassen?

Rückblickend betrachtet muss ich aber sagen, dass ich mir gar nicht mehr so sicher bin, ob der Mann nicht einfach “mitgespielt” hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ihm damals mit unseren kurzen Beinchen selbst auf freiem Feld immer erfolgreich davongelaufen sind. Aber so etwas fällt einem eben erst Jahre später auf, wenn man solche Ereignisse noch einmal Revue passieren lässt. So wie jetzt gerade.

Wie schaut es denn bei euch aus? Seid ihr reine Stubenhocker gewesen? Oder wäre Indiana Jones auf euch neidisch gewesen? Was habt ihr so in eurer Kindheit für Abenteuer erlebt?


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