Werden bald unser Mobilfunk und unsere SMS zensiert und geblockt?
Neulich konnte man ja an jeder Ecke des Internets nachlesen, dass sich Google aus China zurückziehen will, da aus China ein Hacker-Angriff auf Google erfolgt sein soll. Auch die ständigen, aus China bekannten Zensur-Maßnahmen sind dem Geschäftsprinzip von Google seit jeher ein Dorn im Auge gewesen.
Teilweise sind die chinesischen Ideen ja auch -hier im Blog wurde bereits in den vergangenen zwei Jahren darüber berichtet- in westlich orientierten Staaten, wie z.B. Australien, aufgegriffen worden. Auch in der EU kommt das Thema Zensur in immer unterschiedlichen Gewändern immer wieder auf den Tisch.
Insoweit kann man bei China durchaus von einer “Vorreiter-Position” in Sachen Zensur sprechen. Vor diesem Hintergrund wirkt es umso bedrohlicher, dass in China nunmehr geplant ist, die staatliche Zensur vom Internet auf den Mobilfunk auszuweiten!
Wie beispielsweise bei der Welt nachgelesen werden kann, plant die chinesische Regierung zum Beginn des Frühlingsfestes, den gesamten Inhalt des SMS-Verkehrs zu überwachen und SMS mit bestimmten “Schlüsselwörtern” auszufiltern.
Offiziell sollen auf diese Weise nur anzügliche SMS gefiltert werden. Aber welche Begriffe genau auf den Filterlisten stehen, ist natürlich geheim. Selbst, wenn man sich nun zunächst tatsächlich auf SMS mit anzüglichen Begriffen beschränkt – wer sagt denn, dass der ein oder andere solche SMS nicht empfangen will?
Zudem sind bei der bisherigen chinesischen Zensur-Politik Zweifel erlaubt, dass es nur bei obszönen Filterbegriffen bleibt. Denkbar wäre auch, dass man bei einem “Erfolg” des Pilotprojektes die Zensur auf Regime-kritische Stimmen ausweitet.
Damit ihr euch mal ein Bild davon machen könnt, wie viele SMS hier im Pilotprojekt zum Frühlingsfest schätzungsweise automatisch überprüft werden müssen: im letzten Jahr wurden während des einwöchigen Festes 19 Milliarden(!) SMS versendet.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass natürlich auch nicht einfach nur gefiltert wird, bei “Bedarf” werden entsprechende Daten inkl. Absender zudem an die zuständigen staatlichen Stellen zwecks genauerer Prüfung weitergeleitet.
Was wird wohl passieren, wenn diese Mobilfunk-Zensur in China tatsächlich “erfolgreich” praktiziert werden kann? Könntet ihr euch vorstellen, dass dann auch dieser “Trend” -möglicherweise in abgeschwächter Form- zu uns nach Europa schwappt?
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bisherige Kommentare: 181
Erstens zu China: [...] Regime-kritische Stimmen ausweitet [...] Darauf wird es hinauslaufen, alles andere macht keinen Sinn. Zensursula wo bist Du?
Zweitens zu Europa: nein, das wir bei uns nicht eintreten. Noch haben wir einen übereifrigen Datenschutz und das ist auch gut so und zweitens wohnt die Zensursula in Europa
Dein Artikel hat mir gut gefallen, so verbleibe ich
mit ganz lieben Gruß
Erdbeere
P.S: Mehr als ein Yoga Artikel, habe ich heute nicht im Angebot
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Hier in Europa glaube ich eher nicht.
Allerhöchstens durch die Amis, die sich wieder irgendeinen guten Grund ausdenken, um uns zu bespitzeln…
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Ich glaube auch das es hier in Europa sowas nicht geben wird.
Bei uns wird noch recht engagiert gegen Zensur und für Datenfreiheit gekämpft. Z.b. heute: Keine Partei im Bundestag steht mehr hinter dem Netzsperrengesetz. Das gesetz muss nun aber durch, weil Köhler es unterschreiben hat. AK Zensur setzt gleich wieder nach und fordert ein Aufhebungsgesetz für Netzsperren.
http://www.gulli.com/news/ak-zensur-fordert-aufhebungsgesetz-zu-netzsperren-2010-02-22
Und es gibt noch einen endscheidenen Unterschied zwischen Deutschland und China: Hierzulande kann man die Befürworter solcher Zensurmassnahmen abwählen.
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@Erdbeere
Du hast ja momentan auch noch genug andere Dinge nach deinem Blog-Umzug zu tun
@Tarik
Braucht man dafür einen guten Grund?
@Dragonlover
Na, das ist jetzt natürlich eine komfortable Situation. Man kann sich hinstellen und sagen, dass man das Gesetz ja gar nicht (mehr) will, aber leider ist es halt schon in Kraft getreten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das mit dem Aufhebungsgesetz auch einfach im Sande verläuft, bis Gras über die Sache gewachsen ist und man das Netzsperrengesetz dann irgendwann, wenn man es gebrauchen kann, doch anwendet.
bisherige Kommentare: 25
Die Zensur wird in dieser, und auch nicht in abgeschwächter Form, in Europa keinen Halt finden.
Was jedoch die allgemeine Überwachung anbelangt, bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Mit dem Internet, Handy etc. sitzen wir doch mittlerweile alle in einem gläsernen Kasten.
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@Mysti
Das stimmt sicherlich. Allerdings ist es gerade im Bereich des Internets ja so, dass viele User sich bereitwillig und freiwillig in besagten Glaskasten setzen und mehr Daten von sich preisgeben, als von irgendjemandem verlangt wird.
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Stimmt Sascha, und grad wir Blogger mit unseren ganzen Social Networks (Facebook, Twitter etc.) stellen uns sicher damit nicht an das Ende der Schlange.
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@Mysti
Exakt! Gerade jetzt, wo sich SocialNewtworks und mobiles Internet in Verbindung mit GPS noch verbinden, wird das eigentlich immer klarer: bereitwillig wird da geschrieben, WAS man WANN und WO macht… und das Internet vergisst nie
bisherige Kommentare: 1
Wenn man bedenkt, dass eine Zensurmöglichkeit wie das Netsperrengesetz oder auch der fast in Vergessenheit geratene Bundestrojaner überhaupt zur Diskussion standen und die Deutsche Regierung nur zu gerne alle Swift Daten auch den Amerikanern gegeben hätte, muss man kaum darüber diskutieren ob eine Zensur auch bei uns möglich wäre.
Je nach gefühlter (Bedrohungs-)Lage der Republik werden wegen Einzelpersonen Gesetze auf den Weg gebracht bei denen man, wenn es andere Länder in verstärkter Form praktizieren, sofort “Zensur” schreit.
Und wenn ich sehe, dass man google Street View unter der Begründung zensieren will, weil Einbrecher das System nutzen frage ich mich schon ob das der richtige Weg ist. Vielleicht sollte man mit der Logik auch Steuern verbieten, damit es keine Steuerhinterziehung mehr gibt – diesen Ansatz würde ich auf jeden Fall voll unterstützen
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@S. Meyer
Bei Google Street View ist -so denke ich- tatsächlich einige unnötige Panikmache dabei. Ob man nun selbst an einer Immobilie vorbeifährt, um sich ein Bild davon und der Umgebung zu machen oder dies im Internet nachschaut, macht im Endeffekt wohl keinen großen Unterschied.
Für jemanden wie mich, der häufiger beruflich mit Immobilien und Grundstücken allgemein zu tun hat, wäre dieses Feature einfach nur eine Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Zumal es ja nicht so ist, dass Google IN die Wohnungen hineinsieht, sondern nur von außen auf die Fassade blickt… also auf das, was eh für jeden Passanten zu sehen ist.