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Feb/10

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Sushi selber machen, Tipps & Tricks

Ich habe ein Problem! Ich esse gerne Sushi! Das allein wäre nun kein Problem, schließlich ist Sushi ja durchaus gesund. Dummerweise lebe ich hier in einer Stadt, in der man die Sushi-Quellen an einer Hand abzählen kann.

Darunter befinden sich auch tatsächlich zwei Sushi-Restaurants, die qualitativ gar nicht übel sind, die aber zum einen keinen Lieferservice haben und zum anderen nur über recht begrenzte Räumlichkeiten verfügen, mit der Folge, dass man mitunter besser einen Tisch reserviert haben sollte – bei spontanem Heißhunger auf Sushi also eher hinderlich.

Ansonsten gibt es hier auch noch Restaurants mit Lieferservice, allerdings lässt da der Geschmack leider doch zu wünschen übrig. Alternativ gibt es selbstverständlich auch noch Fertig-Sushi aus der Tiefkühltruhe, aber seien wir ehrlich, das ist wie der Unterschied zwischen einer Pizza frisch vom Pizza-Bäcker oder der Tiefkühlpizza aus dem heimischen Backofen: kein Vergleich!

Nun hatten wir hier das Glück, dass die Kollegin meiner besseren Hälfte momentan umzieht. Wie das bei einem Umzug so ist, fällt einem dabei viel Krempel in die Hände, den man selbst nicht mehr benötigt. Auf diese Weise kamen wir in den Genuss eines fast unbenutzten, wirklich tollen Reiskochers.

Und da meine bessere Hälfte sowieso ein kleiner Asien-Fan ist und auch entsprechende Kochbücher besitzt, beschlossen wir, einfach mal auszuprobieren, ob wir das nicht auch selbst hinbekommen können mit dem Sushi. Hier folgt unser Erfahrungsbericht:

Man könnte heutzutage sogar erstaunlich viele der notwendigen Zutaten in herkömmlichen Supermärkten kaufen. Auch qualitativ muss das Zeug dort nicht zwangsläufig schlecht sein. Aber: es ist vergleichsweise teuer!

Zumindest im Vergleich zu dem kleinen Asia-Laden, den wir hier ganz in der Nähe haben. Dort gab es die Produkte, die wir benötigten, oftmals mehr als ein Drittel günstiger als im Supermarkt. Zudem gab es gratis noch einige Tipps vom freundlichen Ladenbesitzer. Auf dem Wochenmarkt haben wir uns dann noch ein wenig Fisch und frisches Gemüse gekauft.

Zuhause ging es dann ans Eingemachte : zunächst musste der Reis, eine besonders klebrige Sorte aus Asien, ordentlich gewaschen werden, dann kam er für eine halbe Stunde zum Aufquellen in eine Schüssel. Derweil kann man schon einmal die übrigen Zutaten zurechtschneiden. Nach dem Quellen kommt der Reis dann zusammen mit einem Stück Kombu für 20 Minuten in den Reiskocher. Kombu ist eine Seetangart, die in Japan in vielen Gerichten als Würzmittel verwendet wird, so auch hier. Der Seetang gibt seinen salzig-würzigen Geschmack im Reiskocher an den Reis ab.

Wenn der Reis aus dem Reiskocher kommt, bearbeitet man ihn mit einer Mischung aus Reisessig, Zucker und Salz. Dem Reisessig kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Der Reis klebt nämlich zu diesem Zeitpunkt der Bearbeitung extrem, sowohl an den Händen als auch an Messern, Löffeln oder was immer man gerade zur Verarbeitung und Portionierung verwenden mag. Reibt man sich die Hände jedoch vorher mit Reisessig ein, hat man kein Problem mit der Verarbeitung vom Reis – man bekommt höchstens ein Problem mit dem Geruch des Essigs ;)

Es bieten sich nun zwei Alternativen an:

1. Nigri-Sushi
Nigri sind diese kleinen, länglichen, “Reisfladen”, die hierzulande dann oftmals mit Lachs oder Tintenfisch belegt sind. Hierfür formt man eben einen kleinen, länglichen Reisfladen. Diesen bestreicht man dann leicht mit Wasabi-Paste. Wasabi ist eine scharfe, grüne Paste, die man nicht überdosieren sollte, wenn einem die eigenen Geschmacksnerven am Herzen liegen. Auf den Reisfladen wird dann der entsprechend zurechtgeschnittene Fisch -z.B. Lachs- gelegt und die Wasabi-Paste fungiert quasi als “Klebstoff” zwischen Reis und Fisch.

2. Maki-Sushi
Maki sind die kleinen Reisrollen, die in der Mitte z.B. mit Thunfisch, Gurke, Paprika etc. gefüllt sein können. Zusammengehalten werden sie außen durch geröstete Nori-Blätter. Bei Nori handelt es sich um eine spezielle Algenart. Für das notwendige, feste Zusammenrollen bedient man sich der Hilfe einer entsprechenden Bambus-Matte. Solche gibt es bei Asien-Aktionen immer mal wieder im Supermarkt, ansonsten auch in jedem gut sortierten Asien-Laden.

Serviert wird das ganze dann schließlich mit Sojasauce, die man z.B. auf eine separate Untertasse gießt und in die die Maki und Nigri dann getunkt werden können. In Deutschland ist es übrigens ziemlich populär, die Nigri mit der Reisseite in die Sojasauce zu tunken. In Japan ist dieses Vorgehen verpönt, wird teilweise sogar als Unhöflichkeit gewertet. Dort werden Nigri grundsätzlich mit der obenliegenden Fischseite in die Sojasauce getunkt, auch deswegen, weil sonst die Klebrigkeit des Reis sehr schnell nachlässt und die Nigri in Stücke zerfallen würden.

Bei Maki tunkt auch der Japaner den Reis in die Sauce – hier wird die Stabilität ja zusätzlich durch das Einrollen in die Nori-Blätter gewährleistet.

Und wo wir gerade beim Thema sind: lustigerweise wird Sushi vor allem in den westlichen Ländern vermehrt mit Stäbchen gegessen, obwohl sich viele Einheimische mit Stäbchen ja gerade am Anfang etwas schwer tun. In Japan selbst wird Sushi hingegen oft als Fingerfood behandelt, also mit den Fingern gegessen. Zudem sei noch erwähnt, dass man Sushi nicht abbeißt, sondern “am Stück” isst.

Abschließend will ich euch nicht vorenthalten, wie unser Sushi letztlich ausgesehen hat:

Sushi

Sushi

Ist doch für den ersten Versuch gar nicht schlecht geworden, oder? Und: geschmeckt hat es auch! ;)



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20 Rückmeldungen zu Sushi selber machen, Tipps & Tricks

Kommentare

Mysti | 25. Februar 2010 um 18:57 Uhr
bisherige Kommentare: 8

Mich kannst du mit diesen Gerichten jagen, was wohl auch daran liegt, dass ich gegen alles Essbaren, das aus dem Meer kommt hochgradig allergisch bin. Jedoch wird sich beim Rest der Familie das Wasser in den Mund laufen, da bin ich mir vollkommen sicher.

NargilemPoker | 25. Februar 2010 um 19:32 Uhr
bisherige Kommentare: 14

Mhmmmmm…. SUSHI… LECKER.

Und das was du da so “gebaut” hast, sieht verdammt gut aus.

mfg

Erdbeere | 25. Februar 2010 um 20:11 Uhr
bisherige Kommentare: 64

Ich liebe Sushi. Leider hält das Erdbeerdorf, solche Köstlichkeiten nicht für uns bereit. Als wir noch Großstädter waren, stand Sushi oft auf dem Speiseplan. Demnächst steht auch mal wieder eine Eigenproduktion an.

Schöner Artikel
Erdbeere mit Japanischem Gruße

Sonja | 25. Februar 2010 um 22:02 Uhr
bisherige Kommentare: 54

Also ich finde ja, dass das total lecker aussieht. Auch im Supermarkt lächelt mich sowas immer an. Allerdings habe ich es aus irgendwelchen Gründen noch nie probiert. Es wird höchste Zeit, zumindest um mitreden zu können. Aber irgendwie isst in meinem Umfeld niemand Sushi, daher ergibt sich wohl auch nie die Gelegenheit. Ich muss glaub ich mal Butter bei die Fische machen! :D

Gucky | 25. Februar 2010 um 23:30 Uhr
bisherige Kommentare: 82

DAS ist doch roher Fisch ? Oder verwechsle ich da jetzt was ?
Und rohen Fisch mag ich genauso wenig wie rohes Fleisch.
Wenn sich mal die Gelegenheit ergeben sollte daß ich mal ein Stück probieren kann werde ich das tun.
Aber bei meiner Abneigung dagegen kein ganzes Gericht bestellen oder gar selber zubereiten.
Ja… Fingerfood… so habe ich das auch gedacht. Mit Stäbchen essen… das sind so welche die zeigen wollen daß sie es können.

Sascha | 26. Februar 2010 um 00:46 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Mysti
Naja, bei hochgradiger Allergie hast du immerhin eine gute Ausrede ;)

@Nargilem
Danke, wobei der Hauptteil des Kompliments meiner besseren Hälfte gebührt, die da fleißig war :)

@Erdbeere
Das Problem kann ich durchaus nachvollziehen. Und selbst, wenn man einen Laden in der Nähe hat, muss das ja noch lange nicht heißen, dass der auch gut ist… leider.

@Sonja
Also versuchen solltest du das auf jeden Fall mal. Am besten natürlich zusammen mit jemandem, der sich zumindest ein bisschen damit auskennt, sonst fällt der Einstieg möglicherweise etwas schwer… wobei du ja durch den Artikel hier jetzt schon eine kleine Anleitung hast ;) Außerdem solltest du dich vorher vielleicht im Internet erkundigen, wo es gute(!) Sushi-Läden in deiner Nähe gibt, denn die Unterschiede können schon groß sein. Von Sushi aus dem Supermarkt rate ich dir auf alle Fälle ab, die waren bei meinen Tests geschmacklich leider IMMER eine Katastrophe.

@Gucky
Jein. Beim Sushi, welches du hier oben auf den Bildern siehst, sind nur die länglichen Sushi (die sog. Nigri) mit rohem Fisch belegt… in dem Fall Lachs, also etwas, was man durchaus auch mal auf Brot isst^^ Die übrigen Sushi dort oben auf dem Bild sind alle ohne Fisch, sondern bestehen nur aus vorwiegend Reis, sind umwickelt mit Nori-Blättern (Algen) und in der Mitte die “Füllung” aus Gurken, Paprika etc. Man könnte sie auch mit einer leckeren Thunfisch-Creme füllen, was wir bald mal ausprobieren wollen. Aber generell gibt es sehr viel Sushi mit rein vegetarischer Füllung, also auch etwas für Leute, die keinen rohen Fisch mögen ;)

Holger | 26. Februar 2010 um 09:41 Uhr
bisherige Kommentare: 3

Sieht tatsächlich sehr lecker aus. Wir haben inzwischen auch zwei oder dreimal Sushi selbst gemacht – immer nur die Makis. Beim ersten Mal hat es direkt sehr lecker geschmeckt, aber es sah nicht wirklich doll aus. Die Sache mit dem Rollen erwies sich doch irgendwie als kompliziert.

Beim zweiten Mal hat meine bessere Hälfte es ohne mich (aber mit ihrer Schwester zusammen) probiert. Und siehe da: Es sah deutlich besser aus…

Also: Glückwunsch zur schicken Optik gleich beim ersten Mal! Und danke für den Hinweis mit dem Fingerfood – Top-Ausrede fürs nächste Mal.

Nila | 26. Februar 2010 um 10:34 Uhr
bisherige Kommentare: 68

Uiuiui, normalerweise bin ich ja so ein Typ, der alles ausprobiert und sich dann seine eigene Meinung bildet. Aber mit Sushi kann man mich ehrlich gesagt jagen. Das rohe Gewapple kann ich einfach nicht in meinen Mund stecken.
Trotzdem wünsche ich dir einen wunderschönen und guten Appettit :mrgreen:

Sascha | 26. Februar 2010 um 13:15 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Holger
Herzlich Willkommen hier auf meinem Blog. Es stimmt, gerade am Anfang stellt man sich noch ein wenig ungeschickt beim Rollen der Makis an, aber das ist wohl alles einfach eine Sache der Übung.

Die “Ausrede” darfst du natürlich künftig gerne nutzen – ist sie doch praktisch und man steht zugleich sogar noch als “Kenner der Materie” da :)

@Nila
Naja, man muss ja nicht alles mögen ;) Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es ja -wie gesagt- auch viel Sushi ohne rohen Fisch, nur mit Gemüse gefüllt oder belegt gibt.

Lustig fand ich mal einen Bekannten, der Sushi auch nicht probieren wollte, da er rohen Fisch nach eigener Aussage auch total eklig fand. Der gleiche Bekannte hat sich beim letzten Silvester-Essen aber wie ein Verrückter auf die Lachs-Schnittchen gestürzt auf denen der gleiche Lachs zur Verwendung kam, wie auf dem Sushi :D Aber was soll’s, so bleibt mehr Sushi für mich übrig^^

Dragonlover | 26. Februar 2010 um 13:28 Uhr
bisherige Kommentare: 104

Oha. Also das sieht ja echt wie beim Profi aus was ihr da gemacht habt. :)

Ich würde auch gern öfter Sushi essen aber dafür ist mir das Gericht doch etwas zu teuer um immer essen zu gehen. Vielleicht werde ich mich auch mal daran versuchen.
Allgemein würd ich mich lieber mal öfters mit asiatischer Küche beschäftigen aber die Zubereitung ist doch immer etwas kompliziert und die Zutaten nicht immer gut zu bekommen. :(

Sascha | 26. Februar 2010 um 14:31 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Dragonlover
Das ist richtig, nur mit Zutaten aus dem Supermarkt kommt man bei den Gerichten oft nicht weiter. Da sollte man sich wirklich nach entsprechenden Asia-Läden in der Nähe umsehen… da gibt es dann mitunter auch noch wertvolle Tipps gratis dazu ;)

Ganz günstig sind die Zutaten dann in der Anschaffung zwar auch nicht alle, aber auf Dauer spart man im Vergleich zum Erwerb vom Sushi im Restaurant natürlich dennoch eine Menge. Und Spaß macht die Zubereitung auch irgendwie ;)

Holger | 26. Februar 2010 um 17:17 Uhr
bisherige Kommentare: 3

Nila, ich kann nur unterstreichen, was Sascha geschrieben hat: Sushi ist viel mehr als roher Fisch. In Düsseldorf gibt es einen Asia-Laden, der in seinen Mitnehm-Sushi sogar gekochten Thunfisch packt – finde ich ziemlich unlecker.

Aber davon ab gibt es echt leckeres vegetarisches Zeugs. Beim Selbermachen haben wir auch nur einmal rohen Thunfisch genommen – das andere mal Räucherlachs. Fand ich persönlich sogar leckerer. :)

Naike | 27. Februar 2010 um 17:03 Uhr
bisherige Kommentare: 4

Da ich selbst schon welches gerollt habe, weiß ich, wie aufwendig das ist. Eure sehen absolut gelungen aus!

Sascha | 27. Februar 2010 um 22:42 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

Hallo Naike, danke für das Lob :) Dennoch werden wir wohl demnächst einmal deine Empfehlungen ausprobieren, sobald das Wetter wieder etwas einladender wird ;)

Naike | 28. Februar 2010 um 09:42 Uhr
bisherige Kommentare: 4

Ein gutes Restaurant ist ja auch immer noch was anderes. Im Moment ist es hier dunkelgrau bewölkt, also gebt der Frühlingsausbreitung im sogenannten Klein-Tokyo noch ein wenig Zeit. ;)

Crazy Girl | 28. Februar 2010 um 11:05 Uhr
bisherige Kommentare: 23

Sieht wirklich super lecker aus… wann dürfen wir vorbei kommen? :-)
Unser Nachbar hat das auch mal eine Zeit lang gemacht und meinte, dass es ein ganz schöner Aufwand ist. Trotzdem schmeckt das super und ich persönlich steh auch total auf Sashimi, was wesentlich weniger aufwand ist (komplett ohne Reis).

Sascha | 28. Februar 2010 um 21:35 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Naike
Werden wir machen :)

@Tanja
Ja, der zeitliche Aufwand ist wirklich nicht ohne. Das bezieht sich aber zum Großteil weniger auf die eigentliche Zubereitung als mehr auf die ganze Vorbereitung^^ Sashami werden wir in naher Zukunft wohl nicht selbst zubereiten, da bei denen die Optik ja noch eine viel größere Rolle spielt und wir wahrscheinlich Ewigkeiten mit dem richtigen Filetieren zubringen würden^^

Rene` | 1. März 2010 um 08:10 Uhr
bisherige Kommentare: 3

Da knurrt mir doch gleich der Magen – Hunger
Werd ich wohl mal meiner Frau weiterreichen, damit sie was zu tun hat :)

Crazy Girl | 1. März 2010 um 12:56 Uhr
bisherige Kommentare: 23

Ja, für Sashimi muss man schon ein richtiger Künstler sein. Aber im Prinzip ist es ja nix anderes wie standard roher Fisch ;-) Also wäre eine Dose Thunfisch wohl auch als Sahimi zu bezeichnen, oder?

Sascha | 1. März 2010 um 19:56 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Rene
Willkommen auf meinem Blog. Aber Vorsicht, deine Frau könnte dich dafür hassen ;) Wie gesagt, gerade am Anfang ist das alles nicht so einfach. Tipp: zusammen wird es zwar nicht leichter, macht aber doppelt Spaß :D

@Tanja
Hihi, das wäre zumindest mal eine Idee. Ich mache mich selbstständig mit meinem eigenen Sashimi-Restaurant und verkaufe dort nur Thunfisch aus der Dose^^ Mal sehen, wie lang der Laden läuft :D

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