Sushi selber machen, Tipps & Tricks

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Ich habe ein Problem! Ich esse gerne Sushi! Das allein wäre nun kein Problem, schließlich ist Sushi ja durchaus gesund. Dummerweise lebe ich hier in einer Stadt, in der man die Sushi-Quellen an einer Hand abzählen kann.

Darunter befinden sich auch tatsächlich zwei Sushi-Restaurants, die qualitativ gar nicht übel sind, die aber zum einen keinen Lieferservice haben und zum anderen nur über recht begrenzte Räumlichkeiten verfügen, mit der Folge, dass man mitunter besser einen Tisch reserviert haben sollte – bei spontanem Heißhunger auf Sushi also eher hinderlich.

Ansonsten gibt es hier auch noch Restaurants mit Lieferservice, allerdings lässt da der Geschmack leider doch zu wünschen übrig. Alternativ gibt es selbstverständlich auch noch Fertig-Sushi aus der Tiefkühltruhe, aber seien wir ehrlich, das ist wie der Unterschied zwischen einer Pizza frisch vom Pizza-Bäcker oder der Tiefkühlpizza aus dem heimischen Backofen: kein Vergleich!

Nun hatten wir hier das Glück, dass die Kollegin meiner besseren Hälfte momentan umzieht. Wie das bei einem Umzug so ist, fällt einem dabei viel Krempel in die Hände, den man selbst nicht mehr benötigt. Auf diese Weise kamen wir in den Genuss eines fast unbenutzten, wirklich tollen Reiskochers.

Und da meine bessere Hälfte sowieso ein kleiner Asien-Fan ist und auch entsprechende Kochbücher besitzt, beschlossen wir, einfach mal auszuprobieren, ob wir das nicht auch selbst hinbekommen können mit dem Sushi. Hier folgt unser Erfahrungsbericht:

Man könnte heutzutage sogar erstaunlich viele der notwendigen Zutaten in herkömmlichen Supermärkten kaufen. Auch qualitativ muss das Zeug dort nicht zwangsläufig schlecht sein. Aber: es ist vergleichsweise teuer!

Zumindest im Vergleich zu dem kleinen Asia-Laden, den wir hier ganz in der Nähe haben. Dort gab es die Produkte, die wir benötigten, oftmals mehr als ein Drittel günstiger als im Supermarkt. Zudem gab es gratis noch einige Tipps vom freundlichen Ladenbesitzer. Auf dem Wochenmarkt haben wir uns dann noch ein wenig Fisch und frisches Gemüse gekauft.

Zuhause ging es dann ans Eingemachte : zunächst musste der Reis, eine besonders klebrige Sorte aus Asien, ordentlich gewaschen werden, dann kam er für eine halbe Stunde zum Aufquellen in eine Schüssel. Derweil kann man schon einmal die übrigen Zutaten zurechtschneiden. Nach dem Quellen kommt der Reis dann zusammen mit einem Stück Kombu für 20 Minuten in den Reiskocher. Kombu ist eine Seetangart, die in Japan in vielen Gerichten als Würzmittel verwendet wird, so auch hier. Der Seetang gibt seinen salzig-würzigen Geschmack im Reiskocher an den Reis ab.

Wenn der Reis aus dem Reiskocher kommt, bearbeitet man ihn mit einer Mischung aus Reisessig, Zucker und Salz. Dem Reisessig kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Der Reis klebt nämlich zu diesem Zeitpunkt der Bearbeitung extrem, sowohl an den Händen als auch an Messern, Löffeln oder was immer man gerade zur Verarbeitung und Portionierung verwenden mag. Reibt man sich die Hände jedoch vorher mit Reisessig ein, hat man kein Problem mit der Verarbeitung vom Reis – man bekommt höchstens ein Problem mit dem Geruch des Essigs 😉

Es bieten sich nun zwei Alternativen an:

1. Nigri-Sushi
Nigri sind diese kleinen, länglichen, „Reisfladen“, die hierzulande dann oftmals mit Lachs oder Tintenfisch belegt sind. Hierfür formt man eben einen kleinen, länglichen Reisfladen. Diesen bestreicht man dann leicht mit Wasabi-Paste. Wasabi ist eine scharfe, grüne Paste, die man nicht überdosieren sollte, wenn einem die eigenen Geschmacksnerven am Herzen liegen. Auf den Reisfladen wird dann der entsprechend zurechtgeschnittene Fisch -z.B. Lachs– gelegt und die Wasabi-Paste fungiert quasi als „Klebstoff“ zwischen Reis und Fisch.

2. Maki-Sushi
Maki sind die kleinen Reisrollen, die in der Mitte z.B. mit Thunfisch, Gurke, Paprika etc. gefüllt sein können. Zusammengehalten werden sie außen durch geröstete Nori-Blätter. Bei Nori handelt es sich um eine spezielle Algenart. Für das notwendige, feste Zusammenrollen bedient man sich der Hilfe einer entsprechenden Bambus-Matte. Solche gibt es bei Asien-Aktionen immer mal wieder im Supermarkt, ansonsten auch in jedem gut sortierten Asien-Laden.

Serviert wird das ganze dann schließlich mit Sojasauce, die man z.B. auf eine separate Untertasse gießt und in die die Maki und Nigri dann getunkt werden können. In Deutschland ist es übrigens ziemlich populär, die Nigri mit der Reisseite in die Sojasauce zu tunken. In Japan ist dieses Vorgehen verpönt, wird teilweise sogar als Unhöflichkeit gewertet. Dort werden Nigri grundsätzlich mit der obenliegenden Fischseite in die Sojasauce getunkt, auch deswegen, weil sonst die Klebrigkeit des Reis sehr schnell nachlässt und die Nigri in Stücke zerfallen würden.

Bei Maki tunkt auch der Japaner den Reis in die Sauce – hier wird die Stabilität ja zusätzlich durch das Einrollen in die Nori-Blätter gewährleistet.

Und wo wir gerade beim Thema sind: lustigerweise wird Sushi vor allem in den westlichen Ländern vermehrt mit Stäbchen gegessen, obwohl sich viele Einheimische mit Stäbchen ja gerade am Anfang etwas schwer tun. In Japan selbst wird Sushi hingegen oft als Fingerfood behandelt, also mit den Fingern gegessen. Zudem sei noch erwähnt, dass man Sushi nicht abbeißt, sondern „am Stück“ isst.

Abschließend will ich euch nicht vorenthalten, wie unser Sushi letztlich ausgesehen hat:

Sushi

Sushi

Ist doch für den ersten Versuch gar nicht schlecht geworden, oder? Und: geschmeckt hat es auch! 😉


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