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Feb/10

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Saubere Energie durch Osmose bei Wasser-Kraftwerken?

Vor gar nicht allzu langer Zeit blickte die Welt gespannt -und später auch enttäuscht- nach Dänemark, genauer gesagt nach Kopenhagen, wo der sog. Weltklimagipfel stattfand. Dort wurde von Politikern und Experten fleißig beraten und verhandelt, in der Hoffnung, letztlich einen gemeinsamen Konsens zu finden, der langfristig gesehen den Klimawandel und die globale Erwärmung stoppen sollte. Das Ergebnis war, wie bekannt sein dürfte, für die meisten Teilnehmer und Beobachter eher ernüchternd.

Dass es sich beim langfristigen Stopp der globalen Erwärmung um ein äußerst ehrgeiziges Ziel handelt, dürfte inzwischen wohl außer Frage stehen, müsste dafür doch der weltweite CO2-Ausstoß nach Aussagen vieler Wissenschaftler deutlich vermindert werden.

Ein Mosaikstein hierzu wäre es, neue, sog. “saubere” Energiequellen zu finden, die stark genug sind, den in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden, weiter stark steigenden Energiebedarf der Menschheit zu decken, die aber gleichzeitig nicht die Luft verschmutzen, wie es z.B. die Kohlekraftwerke tun.

Atomkraftwerke werden aufgrund der Altlasten-Problematik des radioaktiven Abfalls auf Dauer keine Lösung mehr sein können. Windenergie allein wäre jedoch nicht leistungsfähig genug, um einen Wegfall der Atomkraftwerke kompensieren zu können. Hieran würde wohl auch ein massiver Ausbau mit Windkrafträdern innerhalb der Republik nichts ändern.

Eine mögliche Lösung könnte nunmehr jedoch -während alle Welt nach Dänemark blickt- aus einem anderen Bereich Skandinaviens kommen. Die Norweger testen in Oslo eine interessante und saubere Variante zur Gewinnung von Energie aus Wasser:

Hierzu wird das Phänomen der Osmose ausgenutzt. Manche werden das noch aus dem Biologie- oder Chemieunterricht kennen. Gibt man in ein Gefäß mit zwei Kammern, welche durch eine sog. semipermeable Membran getrennt ist, in die eine Kammer Süß- und in die andere Salzwasser, wird das Süßwasser durch die Membran diffundieren wollen, um den erhöhten Salzgehalt auf der anderen Seite auszugleichen. Da die Membran, also die “Wand”, semipermeabel ist, lässt sie zwar das Wasser hindurch, hält aber das Salz zurück.

Durch das Durchdringen des Wasseranteils des Süßwassers wird in der Salzwasserkammer ein Überdruck aufgebaut. Und genau das macht man sich nun in Oslo zunutze, indem man dieses Experiment nicht in einem kleinen Gefäß, sondern immerhin in einem kleinen Test-Kraftwerk stattfinden lässt.

Auf der einen Seite wird Salzwasser aus dem Meer genommen, an welchem das Test-Kraftwerk gebaut wurde, auf der anderen Seite Süßwasser aus einem Fluss, der zum Meer hinfließt.

Um die Membran nicht zu beschädigen und zu verschmutzen, wird das Wasser vorher gefiltert, um es von Verschmutzungen weitgehend zu reinigen. Dann lässt man die Osmose wie oben beschrieben ablaufen. Auch hier wird wieder besagter Überdruck erzeugt, der hier dann genutzt wird, um eine Turbine anzutreiben, die ähnlich einem Dynamo dann Strom erzeugt.

Das Wasser fließt danach ins Meer, wohin es sowieso geflossen wäre… netter Nebeneffekt: es fließt ja nur gefiltertes und gereinigtes Wasser ins Meer, so dass das Meer ein wenig sauberer gehalten wird.

Ob diese Art der Energiegewinnung stark genug ist, um einen gewissen Energiebedarf zu decken, und ob der Betrieb solcher Osmose-Kraftwerke auch wirtschaftlich sinnvoll ist, muss die Zukunft noch zeigen. Die Ingenieure gehen laut welt.de davon aus, dass sich mit einem großen Kraftwerk dieser Art rund 10.000 Haushalte versorgen lassen könnten.

Das jetzt in Betrieb genommene Test-Kraftwerk ist -wie der Name schon sagt- erst einmal nur ein Test. Interessant klingt die Idee aber allemal, findet ihr nicht auch? Oder seht ihr diese Art der Energiegewinnung eher skeptisch?


10 Rückmeldungen zu Saubere Energie durch Osmose bei Wasser-Kraftwerken?

Kommentare

NargilemPoker | 4. Februar 2010 um 22:19 Uhr
bisherige Kommentare: 14

Interessante Idee. Aber in wie weit es sich durch setzen wird, wird wohl erst die Zukunft zeigen und vorallem ist es stark davon abhängig welchen Nutzengrad das ganze hat. Mag ja sein das es kaum Umwelteinflüsse hat, aber die Energieeffizient ist ja das einzig wichtige an solchen Projekten.

Osmosische Grüße…

;)

Tarik | 4. Februar 2010 um 23:07 Uhr
bisherige Kommentare: 36

Klingt doch gut.
Das Wasser wäre ja sowieso ins Meer geflossen, also versalzt man auch kein Süßwasser oder zumindest ist es irrelevant…

Auch ansonsten, jede neue Idee ist super!

Windenergie hat ihre Nachteile, wenn man mal an Staudämme zur Energiegewinnung denkt, dann braucht man sich nur mal vorstellen, wie sehr die Fische sich freuen, wenn sie plötzlich in ihrem Lebensraum begrenzt werden, darüber hinaus erscheinen mir die Kosten dafür sehr hoch.

Solar-Energie ist in meinen Augen genial, die Effizienz lässt jedoch derzeit noch zu wünschen übrig…

Und zu Atomkraft sollte man sich wohl nicht aussprechen, wenn man keine große Diskussion starten möchte… ;)
Aber gut:
Die Atomkraftwerke verstrahlen gering immer noch ihre Umgebung…
Man weiß nicht, wohin mit dem Atommüll, mal abgesehen davon, dass er nicht verschwindet, sondern immer mehr wird.
Wie viel Atommüll hätten wir in 100 Jahren?
Und wie viel Atommüll hätten wir in 100 Jahren, wenn der Bedarf an Energie weiterhin so stark ansteigt?

Und der Unfall bei Chernobyl wirft auch kein gutes Licht auf AKWs, auch wenn der Unfall bei einem Test geschah, Atomkraftwerke bleiben trotzdem gefährlich…

Ansonsten finde ich Kernfusion noch ein interessantes Thema, leider sind derzeit die Fortschritte auf dem Berieich sehr gering, da unter anderem der Energiegewinn noch unter dem Energiebedarf liegt und darüber hinaus der Verschleiß auf Grund von irgendwelchen Nebenprodukten (ich bin mir nicht mehr sicher, was für Teilchen es waren…) zu hoch ist.

Simon | 5. Februar 2010 um 01:54 Uhr
bisherige Kommentare: 1

Interessante Idee. Nur beführchte ich, dass der Wirkungsgrad nicht besonders hoch sein wird.

Dennoch geht die Denkweise natürlich in die richtige Richtung. Wir müssen versuchen von den “alten” Energieen zu den “neuen” regenerativen Energien zu kommen.

Ich sehe aber die größte Chance nach wie vor bei den Wind und Wasserkraftwerken.

zero_-_-cool | 5. Februar 2010 um 07:11 Uhr
bisherige Kommentare: 115

Wie mit allen Energiequellen wird auch hier das Problem auftreten, dass bei verstärkter Nutzung, wieder neue Probleme auftreten. Stellt euch mal vor auf der ganzen Welt würden Osmosekraftwerke gebaut. Das stört das Öko-Gleichgewicht genauso wie Windkrafträder, Solaranlagen oder Atomkraftwerke. Der Mensch braucht Energie und die Gewinnung – egal welche Art – verursacht jedesmal irgend eine Störung der Natur. Der einzig sinvolle Weg wäre es zunächst den Energieverbrauch drastisch zu senken. Aber daran ist genausowenig zu denken wie an saubere Energie die nichts kaputt macht.^^

Sascha | 5. Februar 2010 um 19:41 Uhr
bisherige Kommentare: 1361

@Nargilem
Das Problem ist ja meist, dass die Lösungen mit vernünftiger Energie-”Ausbeute” oft auch die größten “Nebenwirkungen” haben.

@Tarik
Ein weiterer Nachteil, den ich häufiger mal von Betroffenen von Windkrafträdern höre ist, dass die Dinger im Betrieb eine nicht zu unterschätzende Lautstärke entwickeln. Das sind halt immer alles so kleine Details, die es zu beachten gilt.

Genauso bei der Photovoltaik. Viele wollten sich jetzt aufgrund der staatlichen Unterstützung Solarzellen aufs Dach schrauben, ohne vorher überhaupt mal zu bedenken, dass z.B. das Dach hierfür auch entsprechend ausgerichtet sein sollte und der Winkel nicht zu extrem sein darf… sonst bringen die Anlagen nämlich wirklich herzlich wenig.

@Simon
Da steckt sicherlich noch Potential drin. Was ich aber fatal finde ist die Denkweise mancher, man könne einfach so von heute auf morgen die alten Kraftwerke (Kohle und AKWs) abschalten und auf neue Energie “umswitchen”. Noch klafft da eine große Versorgungslücke, so dass man in jedem Fall erst einmal die neuen Energiegewinnungswege optimieren sollte – auch vor dem Hintergrund, dass der weltweite Energiebedarf in den kommenden Jahren wohl kaum abnehmen wird ;)

@zero
Das Problem werden wir wohl immer haben. Wie du schon sagst, sobald man irgendwie in die Umwelt eingreift -und das tut man bei Energiegewinnung auf jeden Fall, in welcher Weise auch immer- bringt man das natürliche System durcheinander, was auf lange Sicht immer irgendwelche Konsequenzen hat. Andererseits muss man sagen, dass das Ökosystem generell -also unabhängig vom Menschen- immer einem gewissen Wandel unterliegt, sich verändert, neue Lebensräume entstehen und alte verschwinden. Den Menschen würde ich hier eher als “Beschleuniger” dieser Wandlungen einstufen.

Gucky | 6. Februar 2010 um 02:27 Uhr
bisherige Kommentare: 98

Natürlich bin ich auch der Meinung, daß die Suche nach alternativen Energien eine gute Sache ist !
Trotzdem bin ich bei der angesprochenen Methode skeptisch. Sie kann wohl nur an ganz wenige Stellen angewendet werden… wo liegt schon eine Stadt am Meer und dann noch am Zufluß eines Flusses ?
Jaja… ich weiß… es gibt ein paar…
Und da reicht die Versorgung von 10 000 Haushalten wohl auch nicht aus… :shock:

Tarik | 6. Februar 2010 um 03:26 Uhr
bisherige Kommentare: 36

“wo liegt schon eine Stadt am Meer und dann noch am Zufluß eines Flusses ?”

Ist das wirklich entscheidend?
Wenn es eine saubere Form der Energiegewinnung ist, dann ist es doch nicht entscheidend, ob es überall einsetzbar ist.

Selbst wenn es nur 5% des Energiebedarfs decken könnte, wären es doch weitere 5%, bei denen kein Atommüll entsteht, kein CO2-Ausstoß stattfindet und keine Gegenden mit Windparks “verunschönt” werden…

Sascha | 6. Februar 2010 um 15:24 Uhr
bisherige Kommentare: 1361

@Gucky
Da hast du leider Recht, überall lässt sich das Projekt -selbst bei Erfolg- nicht realisieren. Aber das ist z.B. mit Wind- und sogar Sonnenenergie ja nicht anders. Wo zu selten die Sonne in optimalem Winkel und optimaler Intensität scheint, lohnt sich ein Solar-Kollektor nicht, wo nicht genug Wind durch die Weide rauscht, nützen Windräder nix ;)

@Tarik
Stimmt schon. Andererseits muss man auch beachten, dass solche Dinger sicherlich ein gewisses Sümmchen kosten würden, also nur durch entsprechend finanzstarke Investoren zu realisieren sein dürften. Und die wiederum sind höchstwahrscheinlich daran interessiert, genügend von den Dingern bauen zu können, um so viel Energie produzieren und verkaufen zu können, dass sich diese Kraftwerke möglichst früh auch wirtschaftlich rechnen.

Xooyoo | 7. Februar 2010 um 22:07 Uhr
bisherige Kommentare: 4

Wenn man die Osmose Kraftwerke global betrachtet ist das immens lustig. Die Länder die über genügend Süßwasser verfügen können mit diesem über Osmose Strom erzeugen, Länder die über nur geringe Mengen an Süßwasser verfügen müssen mittels Umkehrosmose das Meerwasser unter Energieaufwand entsalzen.
Das größte Problem dürfte wirklich die Wirtschaftlichkeit sein, die Filter sind z.B. nicht gerade billig, und dürften zu den Verschleißteilen zählen…
Ansonsten wirklich eine prima Idee.

Sascha | 8. Februar 2010 um 20:41 Uhr
bisherige Kommentare: 1361

@Xooyoo
Ich habe mir ja insgeheim schon künstlich angelegte Inseln ausgemalt, die auf den Meeren angelegt werden, um entsprechende Kraftwerke zu beherbergen^^

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