Saubere Energie durch Osmose bei Wasser-Kraftwerken?

Vor gar nicht allzu langer Zeit blickte die Welt gespannt -und später auch enttäuscht- nach Dänemark, genauer gesagt nach Kopenhagen, wo der sog. Weltklimagipfel stattfand. Dort wurde von Politikern und Experten fleißig beraten und verhandelt, in der Hoffnung, letztlich einen gemeinsamen Konsens zu finden, der langfristig gesehen den Klimawandel und die globale Erwärmung stoppen sollte. Das Ergebnis war, wie bekannt sein dürfte, für die meisten Teilnehmer und Beobachter eher ernüchternd.

Dass es sich beim langfristigen Stopp der globalen Erwärmung um ein äußerst ehrgeiziges Ziel handelt, dürfte inzwischen wohl außer Frage stehen, müsste dafür doch der weltweite CO2-Ausstoß nach Aussagen vieler Wissenschaftler deutlich vermindert werden.

Ein Mosaikstein hierzu wäre es, neue, sog. “saubere” Energiequellen zu finden, die stark genug sind, den in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden, weiter stark steigenden Energiebedarf der Menschheit zu decken, die aber gleichzeitig nicht die Luft verschmutzen, wie es z.B. die Kohlekraftwerke tun.

Atomkraftwerke werden aufgrund der Altlasten-Problematik des radioaktiven Abfalls auf Dauer keine Lösung mehr sein können. Windenergie allein wäre jedoch nicht leistungsfähig genug, um einen Wegfall der Atomkraftwerke kompensieren zu können. Hieran würde wohl auch ein massiver Ausbau mit Windkrafträdern innerhalb der Republik nichts ändern.

Eine mögliche Lösung könnte nunmehr jedoch -während alle Welt nach Dänemark blickt- aus einem anderen Bereich Skandinaviens kommen. Die Norweger testen in Oslo eine interessante und saubere Variante zur Gewinnung von Energie aus Wasser:

Hierzu wird das Phänomen der Osmose ausgenutzt. Manche werden das noch aus dem Biologie- oder Chemieunterricht kennen. Gibt man in ein Gefäß mit zwei Kammern, welche durch eine sog. semipermeable Membran getrennt ist, in die eine Kammer Süß- und in die andere Salzwasser, wird das Süßwasser durch die Membran diffundieren wollen, um den erhöhten Salzgehalt auf der anderen Seite auszugleichen. Da die Membran, also die “Wand”, semipermeabel ist, lässt sie zwar das Wasser hindurch, hält aber das Salz zurück.

Durch das Durchdringen des Wasseranteils des Süßwassers wird in der Salzwasserkammer ein Überdruck aufgebaut. Und genau das macht man sich nun in Oslo zunutze, indem man dieses Experiment nicht in einem kleinen Gefäß, sondern immerhin in einem kleinen Test-Kraftwerk stattfinden lässt.

Auf der einen Seite wird Salzwasser aus dem Meer genommen, an welchem das Test-Kraftwerk gebaut wurde, auf der anderen Seite Süßwasser aus einem Fluss, der zum Meer hinfließt.

Um die Membran nicht zu beschädigen und zu verschmutzen, wird das Wasser vorher gefiltert, um es von Verschmutzungen weitgehend zu reinigen. Dann lässt man die Osmose wie oben beschrieben ablaufen. Auch hier wird wieder besagter Überdruck erzeugt, der hier dann genutzt wird, um eine Turbine anzutreiben, die ähnlich einem Dynamo dann Strom erzeugt.

Das Wasser fließt danach ins Meer, wohin es sowieso geflossen wäre… netter Nebeneffekt: es fließt ja nur gefiltertes und gereinigtes Wasser ins Meer, so dass das Meer ein wenig sauberer gehalten wird.

Ob diese Art der Energiegewinnung stark genug ist, um einen gewissen Energiebedarf zu decken, und ob der Betrieb solcher Osmose-Kraftwerke auch wirtschaftlich sinnvoll ist, muss die Zukunft noch zeigen. Die Ingenieure gehen laut welt.de davon aus, dass sich mit einem großen Kraftwerk dieser Art rund 10.000 Haushalte versorgen lassen könnten.

Das jetzt in Betrieb genommene Test-Kraftwerk ist -wie der Name schon sagt- erst einmal nur ein Test. Interessant klingt die Idee aber allemal, findet ihr nicht auch? Oder seht ihr diese Art der Energiegewinnung eher skeptisch?


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