Schon wieder Ideen zur Porto-Erhöhung durch die Deutsche Post

Es ist gerade einmal einen Monat her, da diskutierten wir hier an dieser Stelle darüber, dass die Post das Brief-Porto wegen E-Mails erhöhen will. Hintergrund war, dass vermehrt Korrespondenz im privaten und geschäftlichen Sektor via E-Mail geführt wird, da diese kein Porto kosten und in der Regel schneller ihr Ziel erreichen, als herkömmliche Briefe.

Wir hatten auch darüber gesprochen, dass die Post statt einer Kostenerhöhung lieber dafür sorgen sollte, ihre noch bestehenden Geschäftsfelder zu stärken, da alles andere langfristig nur noch mehr Kunden kosten und somit weitere Einnahmen wegbrechen würden.

Eines dieser Geschäftsfelder, in denen die Post sicherlich noch einige Einnahmen generiert, ist der Briefversand zur Weihnachtszeit. Im Dezember werden einfach vermehrt Briefe und Grußkarten verschickt. Dies könnte sich allerdings bald ändern, wenn die Post ihre “Drohungen” wahr macht, die momentan durch die Presse geistern.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber laut mehreren Berichten in der Presse, z.B. bei der RP, denkt die Post tatsächlich darüber nach, das Porto für bunte Briefumschläge -wie sie ja gerne in der Weihnachtszeit genutzt werden- drastisch von 55 Cent auf 90 Cent zu erhöhen!

Die Begründung: die bunten Briefumschläge können von den Automaten der Post oftmals nicht problemlos gelesen werden, so dass es notwendig wird, diese Umschläge von Hand zu sortieren. Mit der gleichen Begründung wird im selben Atemzug auch darüber nachgedacht, eine entsprechende Porto-Erhöhung für bunte Postkarten von 45 Cent auf ebenfalls 90 Cent durchzusetzen.

Nun mag es wirklich der Fall sein, dass die Automaten der Post nicht in der Lage sind, die Adressen von farbigen Briefumschlägen zu lesen. Lustigerweise wurden in der Vergangenheit immer wieder gerne solche bunten Umschläge von der Post selbst an Haushalte verteilt, um die Leute zu vermehrtem Briefeschreiben zu animieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich schon die Frage, ob sich die Post dann nicht einfach leistungsfähigere Adressen-Scanner besorgen sollte oder schlichtweg in den sauren Apfel beißt und die farbigen Briefumschläge eben von Menschen sortieren zu lassen. Mit einem erhöhten Aufkommen solcher Umschläge dürfte eh nur zur Weihnachtszeit zu rechnen sein.

Oder will sich die Post auch noch dieses lukrative Geschäftsfeld selbst wegnehmen? Ich frage mich ja, wie die Post dann wohl reagiert, wenn man auf bunte Umschläge einen weißen Aufkleber klebt, auf welchem man die Adresse notiert. Damit dürften die Scanner ja wohl keine Probleme haben, oder?

Überhaupt frage ich mich, was mit dieser Begründung noch so alles kommt? Können wir dann zukünftig auch Strafporto erwarten, wenn man eine nicht scanner-konforme Handschrift hat, die z.B. zu viele Schnörkel aufweist, wie das ja gerne bei weiblichen Handschriften der Fall ist. Oder was ist, wenn eine Handschrift -gerne die eines Mannes- zu unleserlich für den Scanner ist… und was soll erst passieren, wenn selbst Menschen dann 2 oder 3 Augenblicke brauchen, um diese Schrift zu entziffern? Darf derjenige dann das Doppelte und Dreifache des Portos zahlen?


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