Eine Geschichte voller Missverständnisse

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Man kann ja so einiges über meine Arbeit sagen, aber langweilig wird es da ganz bestimmt nie. Und diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die eigentliche Arbeit, sondern auch auf das „Drumherum“.

Selbst, wenn man selbst mal einen relativ routinemäßigen Tag erwischt, passiert irgendeinem Kollegen garantiert wieder etwas, dass sich dann wie ein Lauffeuer durch die Firma verbreitet. So hat es nun auch einen Kollegen „erwischt“, der erst kurze Zeit bei uns ist. Ein junger, sympathischer Kerl, immer freundlich, gut drauf, höflich. Also eigentlich perfekt für den Kontakt mit Kunden.

Ein solcher Kundenbesuch stand nun auf dem Programm. Die Kundin -eine Frau irgendwo zwischen Ende 30 und Anfang 40-war pünktlich erschienen, um mit meinem Kollegen Ausschreibungsunterlagen durchzugehen und über Preise für ein Projekt nachzuverhandeln.

Besagter Kollege hatte ausgerechnet an diesem Tag seine Brille vergessen. Dies wäre eigentlich nicht so tragisch gewesen, denn auch ohne Brille kann er noch ganz annehmbar sehen… nur das Lesen ist für seine Augen dann halt auf Dauer etwas anstrengender. Soweit wäre es also eigentlich kein Problem gewesen – eigentlich! Es konnte ja auch keiner ahnen, was noch geschehen sollte.

Der Kollege -ich nenne ihn der Einfachheit halber mal Herrn K- saß mit der Kundin -die nennen wir jetzt einfach Frau X- zusammen, brütete über den Ausschreibungsunterlagen und verhandelte über Details.

Wie es sich für eine Frau gehört, hatte Frau X natürlich auch eine Handtasche dabei. Während Frauen in jungen Jahren dabei oft ja noch mit einem wirklich kleinen Täschchen auskommen, nimmt die Größe der Handtaschen anscheinend mit dem Alter der Frauen proportional zu. Frau X hatte jedenfalls ein ziemlich großes Exemplar dabei, welches sie neben ihrem Stuhl auf dem Boden abgestellt hatte.

Wie es der Zufall so will, stieß sie während der Verhandlungen an die Tasche, so dass diese umkippte und sich zum Teil entleerte. Kann ja immer mal passieren. Ein Gegenstand rollte hierbei bis zu den Füßen des Herrn K. Höflich, wie er nun einmal ist, wollte der Frau X natürlich helfen, beugte sich ein Stück herab, hob den Gegenstand auf und reichte ihn Frau X, indem er den Gegenstand vor ihr auf den Tisch legte.

Da er seine Brille nicht dabei hatte, sah er erst in dem Moment, als er den Gegenstand frontal vor Frau X auf dem Tisch platziert hatte, WAS er da aufgehoben und Frau X auf den Tisch gelegt hatte. Nein, es war kein Vibrator! Das wäre zwar herrlich peinlich gewesen, aber es war keiner.

Der erste Gedanke, der vielen, die die Geschichte hörten, in den Sinn kam, war: ein Tampon. Aber auch das stimmt nicht ganz. Zumal ich finde, dass es nicht unbedingt peinlich sein muss, wenn eine Frau so etwas mit sich führt… führt halt kein Weg daran vorbei.

Nein, was Kollege K da aufgehoben und Frau X quasi vor die Nase gelegt hatte, was dieser Frau soeben aus der Handtasche gefallen war, war ein GEBRAUCHTER Tampon!

Ihr fragt euch nun vielleicht, wie die Situation weiterging. Nun, Frau X schnappte sich -sichtlich pikiert- den verwendeten Tampon, schmiss ihn panisch in ihre Tasche zurück und tat fortan so, als wäre nichts geschehen. Herr K -ganz Gentleman- ging ebenfalls diskret über das Thema hinweg… oder wusste einfach nicht, wie er reagieren sollte. Es wurde kein Wort mehr darüber verloren. Allerdings war das Gespräch danach recht schnell beendet.

Kollege K konnte danach gar nicht schnell genug auf die Toilette kommen, um sich die Hände zu waschen. Herr K ist seither endgültig bei uns in der Firma „angekommen“ 😀

Aber WARUM trägt eine Frau einen gebrauchten Tampon mit sich in der Tasche herum? Hatte das Ding einen speziellen Erinnerungswert? Ich meine, so etwas wechselt man doch normalerweise in sanitären Einrichtungen, wo man ihn dann auch direkt entsorgen kann, oder? Und was mag sich wohl noch so alles in dieser Handtasche des Grauens befunden haben? Ein Taschentuch möchte ich aus dieser Tasche jedenfalls nicht mehr angeboten bekommen *brrrrrrrr*


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