Babys schreien nach der Geburt in ihrer Landessprache

Zwar ist dieser Blog hier kein reines Bildungsportal, aber es kann ja nicht schaden, wenn man neben Unterhaltung, die ihr hier hoffentlich findet, auch etwas “lernt”.

Und zwar gibt es Neuigkeiten aus der Rubrik “Kann man wissen, muss man aber nicht”. Wer hier bereits länger liest, der weiß, dass ich ein großer Freund solches Wissens bin. “Wichtiges Wissen”, das jedem bekannt ist oder bekannt sein sollte, hat eben den Nachteil, dass es weit verbreitet ist.

Die nicht so alltäglichen Erkenntnisse der Wissenschaft, die auch nicht unbedingt für jeden sofort eine Relevanz haben, haben hingegen den Vorteil, dass sie auf der einen Seite meist so unbedeutend sind, dass sie kaum bekannt sind, gleichzeitig aber so ungewöhnlich, dass man in entsprechenden Situationen bei Freunden oder Kollegen ein wenig Eindruck schinden oder ganz einfach ein neues Gesprächsthema liefern kann.

Heute soll es an dieser Stelle um eine wissenschaftliche Erkenntnis in Bezug auf die Sprache gehen.

So ist eine Gruppe der Universitätsklinik Würzburg laut Artikel der Netzeitung auf die Idee gekommen, sich einmal intensiver mit dem Geschrei von Neugeborenen auseinanderzusetzen.

Hierbei untersuchte man deutsche und französische Neugeborene, deren Schreigeräusche aufgezeichnet und analysiert wurden. Es stellte sich heraus, dass die französischen Babys anders schrien als die deutschen Neugeborenen. Wobei “anders” in dem Zusammenhang nicht der richtige Ausdruck ist.

Vielmehr brüllen die Kleinen passend zu ihrer Landessprache! Während der Franzose eher dazu neigt, in der Tonhöhe anzusteigen, fällt die Stimme im Deutschen eher ab – dies war auch bei den Neugeborenen bzw. deren Geschrei zu beobachten.

Allerdings dürfte das Ergebnis eigentlich auch nicht weiter verwundern. Es ist schließlich schon länger bekannt, dass Kinder bereits im Mutterleib einiges mitbekommen, auch akustisch. Achtung, für die Klugscheißer unter uns: das Gehör der Heranwachsenden ist im Mutterleib bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft ausgeprägt genug, um akustische Einflüsse von außerhalb des Mutterleibes wahrzunehmen.

Wenn also der Fötus drei Monate im Mutterleib mitbekommt, wie die Mutter spricht und wie mit der Mutter gesprochen wird, so ist es doch eigentlich nicht verwunderlich, dass er nach der Geburt, wo Babys ja bekannt dafür sind, zum Überleben ihre Umwelt zu imitieren, auch jene Geräusche lautmalerisch nachmacht, die es im Mutterleib bereits kennengelernt hat.

Mich würde in dem Zusammenhang vielmehr interessieren, wie sich wohl diejenigen Neugeborenen verhalten, die bei multilingualen Eltern, z.B. in direkter Grenznähe, wo sowohl deutsch als auch französisch gesprochen wird, aufwachsen? Verwirrt das die Kleinen, haben sie möglicherweise Schwierigkeiten bei der Imitation aufgrund des Sprachengewirrs? Oder wissen sie da zu unterscheiden? Hierüber schweigt sich die Studie leider aus.

Aber dafür habt ihr schon ein paar Fragen, die ihr dann im Freundes- oder Bekanntenkreis in den Raum werfen könnt, wenn euch die Gesprächsthemen ausgegangen sind und ihr in den Raum geworfen habt, dass Babys bereits bei der Geburt in ihrer typischen Landessprache brüllen. Und wer sollte das weinerliche Jammern besser draufhaben, als wir Deutschen? :D


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