Gastartikel: Keine Schönwetterfans

Hallo werte Leser von gesichtet.net! Ausnahmsweise begrüßt euch hier mal nicht der Sascha, sondern meine Wenigkeit, denn ich habe die Ehre, einen Gastbeitrag auf diesem Blog zu schreiben: Mein Name ist Konna und einige von euch kennen mich bestimmt von meinem eigenen Blog Gedankendeponie, in dem ich so ziemlich über alles schreibe, was mir so einfällt. Ganz ähnlich wie der gute Sascha also. Aber wir haben noch eine weitere Gemeinsamkeit, nämlich die Liebe zum Fußballclub Borussia Mönchengladbach. Und der ist der Aufhänger dieses Gastbeitrages.

Als Fußballfan hat man es ja wirklich nicht leicht. Nicht nur, dass viele Frauen diese Freizeitaktivität nicht verstehen oder es gar verteufeln, auch das Hobby selbst kostet einen wahren Fan nicht selten richtig Nerven. Euphorie und Verzweiflung liegen da sehr nah beieinander und wir Borussenfans können davon momentan wirklich ein Lied singen.

Nach einem echt guten und Saisonstart mit 7 Punkten aus 4 Spielen machte sich Optimismus breit, dass uns eine Saison wie die letzte dieses Jahr erspart bleiben könnte. Da waren wir nämlich sehr lange auf den Abstiegsrängen, nach der Winterpause schon als sicherer Abstiegskandidat gehandelt und bis zum letzten Spieltag gefährdet. Doch gerade so konnte sich die Mannschaft, die in den letzten Jahren leider öfter die Liga gewechselt hat, als uns lieb war, noch retten. Grenzenlos der Jubel.

Dass die glorreichen Zeiten des Vereins, als man in den 70ern mit den Münchner Bayern die Meisterschaft unter sich entschied und Spieler wie Netzer, Heynckes, Vogts und Kleff für die sogenannte Fohlenelf spielten, vorbei sind, das weiß eigentlich jeder Fan, der ein wenig realistisch an die Sache herangeht. Die Erwartungen sind inzwischen zurückgeschraubt und das Ziel lautet zunächst: nicht absteigen und Kontinuität in den Verein bringen.

Doch nach den besagten guten ersten vier Spieltagen ging es rapide bergab, Niederlage um Niederlage folgte und nach nunmehr gespielten 9 Spieltagen ist kein Pünktchen mehr hinzugekommen, was Platz 17 bedeutet. Die Stimmung ist gedrückt, die Angst geht wieder um.

Dennoch: Jedes Wochenende wieder reisen zahlreiche Fans ins Stadion, sitzen vor dem Fernseher, hören Radio oder schauen gebannt auf einen Ticker und geben alles für den Verein. Egal, was in der vorigen Woche war, egal, wer der Gegner ist. “Schönwetterfans” gibt es genug, wer seinen Verein wirklich liebt, zeigt sich erst in den schwierigen Zeiten. Klar wird auch mal für kurze Zeit alles verteufelt und klar wird auch mal gemeckert. Aber spätestens am nächsten Spieltag ist man wieder voll dabei, auch wenn es ziemlich ans Nervenkostüm geht, wenn mal wieder kurz vor Schluss eine Führung verspielt wird.

Aber ein wahrer Fan lebt eben nach folgender Maxime: Die Hoffnung stirbt zuletzt, der Stolz nie.


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