Die Schattenseiten des Geo-Cachings

Anzeige

Früher hab ich ja gerne an Schnitzeljagden teilgenommen. Man bekam einen Hinweis, den man „entschlüsseln“ oder richtig interpretieren musste, um den Ort des nächsten Hinweises zu finden, bis man schließlich am Ziel ankam und einen Schatz oder eine Belohnung fand.

So etwas gibt es heute natürlich nur noch selten… zumindest in dieser ursprünglichen Form. Aber der moderne Mensch wäre nicht der moderne Mensch, wenn er sich hierfür nicht eine neue, moderne Variante ausgedacht hätte. Die nennt sich „Geo-Caching“.

Beim Geo-Caching wird irgendwo in der abgelegenen Natur, wo nicht jeder dahergelaufene Spazierende beiläufig darüber stolpert, ein sog. „Cache“ -also der Schatz- versteckt. Dieser beinhaltet normalerweise eine Belohnung und ein Logbuch. Mittels GPS werden dann die Koordinaten des Schatzes ermittelt und im Internet auf eigens dafür eingerichteten Seiten veröffentlicht.

Die Schatzsucher (Geo-Cacher) gehen dann mit ihren GPS-Geräten, die ja inzwischen z.B. in vielen modernen Handys eingebaut sind, auf die Suche nach dem Schatz. Das Auffinden der Koordinaten ist hierbei dank der Technik noch das geringste Problem. Schwieriger kann es mitunter werden, wenn der Schatz sehr klein ist und dann an den Koordinaten nicht sofort ins Auge springt.

Hat man den Cache dann gefunden, trägt man den Fund mit Datum und Zeit ins Logbuch ein, darf die Belohnung entnehmen und legt dafür eine neue Belohnung für den nächsten Finder hinein. Hierbei gilt unter Geo-Cachern, dass es Ehrensache ist, dass die neue Belohnung mindestens so wertvoll sein muss, wie die entnommene Belohnung.

Was sich zunächst nach einer lustigen Freizeitbeschäftigung anhört, hat jedoch auch einige Gefahren und Schattenseiten, die nicht verschwiegen werden sollten.

So sind die Verstecke nicht immer leicht zu erreichen und werden daher in verschiedene Schwierigkeits-Kategorien eingeteilt. Bei Verstecken der höchsten Kategorie kann es dann auch schon einmal nötig sein, dass man auf Berge steigen oder sich irgendwo abseilen muss, dass man sich durch dunkle Höhlen zwängt oder ähnliches. Das ist zwar nicht unmöglich, jedoch unterschätzt der ein oder andere Geo-Cacher mitunter die Gefahr, die damit einhergeht, wenn man sich ohne ausreichende Sicherheitsausrüstung in unbekanntem Gelände bewegt.

Auch die Gefahr, dass irgendwelche verwitterten oder verlassenen Höhlen oder Bunker, die seit Jahrzehnten sich selbst und der Natur überlassen wurden, plötzlich einstürzen können, wird von Laien oftmals fahrlässig im Rausch der Schatzsuche übersehen.

Leider zeigt sich laut einem Bericht der Netzeitung zudem, dass diejenigen Geo-Cacher, die sonst nur wenig mit der Natur am Hut haben, mitunter ein für die Natur äußerst schädliches Verhalten an den Tag legen und an den Fundorten, die vorher oftmals unberührte Naturorte waren, ihren Müll hinterlassen. Immer wieder soll es auch vorkommen, dass hierbei Tiere in ihren Verstecken z.B. beim Winterschlaf oder ähnlichem gestört werden. In Höhlen sind hiervon besonders Fledermäuse betroffen.

Auch die Geo-Caching-Szene hat diesen Missstand inzwischen wohl erkannt. So gibt es beispielsweise Gruppierungen, die vermehrt dazu aufrufen, den Müll, den man auf der Schatzsuche findet, mitzunehmen, um die Umwelt sauber zu halten. Auch haben zwischenzeitlich gemeinsame Projekte von Geo-Cachern und Naturschützern stattgefunden, um die Cacher für das richtige Verhalten in der Natur zu sensibilisieren.

Generell wird das Geo-Caching durchaus positiv gesehen, da dadurch mitunter erreicht wird, technikaffine Menschen wieder vermehrt in die Natur zu bringen. Wichtig ist jedoch, dass dort dann auch das richtige Verhalten an den Tag gelegt wird. Wer sich nun einmal näher mit dem Phänomen Geo-Caching auseinandersetzen oder darüber informieren möchte, findet auf geocaching.de eine deutschsprachige Anlaufstelle.

Wie sieht das bei euch aus? Wusstet ihr, dass es Geo-Caching gibt? Wäre das etwas für euch? Oder seid ihr vielleicht sogar bereits fleißige Cacher oder habt es zumindest mal ausprobiert?


Anzeige