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Musikindustrie entdeckt Klingeltoene fuer sich
16 Kommentare | veröffentlicht von Sascha in geurteilt
Handys sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie können Fluch und Segen zugleich sein. Manchmal kann es nervig sein, dass man immer und überall erreichbar sein kann oder gar erreichbar sein muss. Andererseits hat man auch -vorausgesetzt, man steht nicht in einem Funkloch mitten in der Pampa- stets die Sicherheit, im Notfall jemanden kontaktieren zu können.
Und spätestens, seit es unter den Mobiltelefonen so eierlegende Wollmilchsäue wie das iPhone gibt, mit denen man nicht nur telefonieren und SMS versenden kann, sondern auch diverse Onlinedienste von überall auf der Welt nutzen, Fotos machen, Videos filmen und navigieren kann, haben sich die zumeist kleinen Geräte fest in unser aller Leben verankert, so dass es müßig ist, über die Vor- und Nachteile der ständigen Handy-Erreichbarkeit zu diskutieren. Wir müssen mit den Dingern leben, so oder so.
Bereits sehr früh in der Geschichte der Mobiltelefone hatten man bei vielen Modellen die Möglichkeit, diese mit eigenen, individuellen Klingeltönen auszustatten. Entweder wurden diese per SMS verschickt oder man konnte sie am Handy durch entsprechende Code-Eingaben selbst “komponieren”. Etwas später war es auch möglich, Klingeltöne über Infrarot-, USB- und Bluetooth-Schnittstellen vom Computer auf das Gerät zu bringen. Als man über WAP mobil ins (abgespeckte) Internet gehen konnte, bot sich auch dieser Weg an.
Waren die Klingeltöne anfangs nicht mehr als nervige Pieptöne, deren Melodie man oft erst dann erkannte, wenn man wusste, um welchen Titel es sich eigentlich handeln sollte, so wurde die Technik auch in dem Bereich immer besser. Inzwischen können MP3-Dateien in qualitativ guter Form als Klingelton von den Mobiltelefonen wiedergegeben werden.
Dies allerdings soll nun in den USA ausgerechnet die Betreiber der Handy-Netze teuer zu stehen kommen! Was die Netzbetreiber mit den nervigen Klingeltönen zu tun haben? Nun, die Antwort ist ganz einfach:
Die Klingeltöne sind inzwischen von so guter Qualität, dass deren Abspielen -also da Klingeln des Telefons- in der Öffentlichkeit nach Auffassung der ASCAP, einer Rechteverwertungsgesellschaft, die in den USA Komponisten, Texter und Musikverlage vertritt, eine öffentliche Aufführung im Sinne des US-Copyrights darstellt!
Für diese öffentlichen Aufführungen von geschützten Werken müssten demnach Gebühren gezahlt werden. Und da die Aufführung über das Netz von AT&T “stattfindet”, ist nunmehr laut Bericht von heise AT&T dahingehend verklagt worden. Dass es bereits beim Download der Klingeltöne zur Zahlung von Lizenzgebühren kommt, ist für die ASCAP anscheinend kein Argument.
Ich bin mal gespannt, wann die GEZ von der Klage Wind bekommt und demnächst zusätzliche Gebühren von unseren Netzbetreibern verlangt… die dann gewiss auf uns Kunden abgewälzt werden. Bei allem Respekt vor den nachvollziehbaren Bestrebungen, gegen illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material über das Internet vorzugehen, aber was da von Seiten der Industrie sowohl in den USA als auch Europa zur Zeit abgezogen wird, darüber kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Selbst wenn man das Klingeln eines Mobiltelefons tatsächlich unter den Begriff einer öffentlichen Aufführung definieren kann, sollte einem doch der gesunde Menschenverstand allein schon sagen, dass es albern wäre, für eine solche “Aufführung” tatsächlich Geld zu verlangen.
Ob wir wohl demnächst wieder alle zu den alten Piep-Klingentönen zurückkehren müssen? Oder laufen wir gar alle bald nur noch mit Vibrationsalarm herum? Was werden sich die Jung von der Musikindustrie und den Rechteverwertungsgesellschaften als nächstes einfallen lassen? Wird man in Zukunft aufpassen müssen, dass der eigene Furz nicht zufällig Ähnlichkeit mit einigen Akkorden eines Songs hat, um nicht verklagt zu werden? Wir werden sehen…
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16 Rückmeldungen zu Musikindustrie entdeckt Klingeltoene fuer sich
Kommentare
IceBear2k6 | 3. August 2009 um 19:58 Uhr
bisherige Kommentare: 106
zero_-_-cool | 4. August 2009 um 07:19 Uhr
bisherige Kommentare: 113
Ja das wäre natürlich schon ein angenehmer Nebeneffekt. Stellt euch vor, so ein halbstarker jugendlicher läuft in der Fußgängerzone, Handylautstärke auf Anschlag, und plötzlich springt ein Ex-Stasi nun GEZ-Mitarbeiter ausm Busch und verdonnert ihn zu ner saftigen Geldstrafe
Das Gesicht würd ich schon gern sehen.^^
omg, ich glaub ich mach das mal.
Jü | 4. August 2009 um 09:58 Uhr
bisherige Kommentare: 35
Aber selbst WENN irgendwelche findigen Menschen diese Idee auch nach Diesseits-des-Atlantiks importieren – das würde doch nur gelten, wenn das Lied zur Gänze und nicht nur in Ausschnitten abgespielt wird?!
Symm | 4. August 2009 um 12:30 Uhr
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Naja wenn ich mir die ganzen WanneBee HipHoper(innen) in den Öffentlichen Verkehrmitteln so anschaue, die meinen die komplette Strassenbahn wäre scharf auf ihre “Gangsta” Mucke… Den würd ich lieber in Handy in den A**** schieben als sie dafür noch zu bezahlen.
Das die GEZ/GEMA immer Mittel und Wege finden an ihre Kohle zukommen ist doch ganz klar. Ich weise nur auf meinem GEZ Artikel hin. Das heisst also wenn ich am Strand mein Radio laufen hab, sind ja auch Rundfunkgebühren und Gema fällig, genauso wenn ich im Auto laute Musik höre.
(ironie)Am besten Zahlt jeder Deutsche Pauschal 10€ im Jahr und gut ist.(/ironie)
juliaL49 | 4. August 2009 um 12:44 Uhr
bisherige Kommentare: 47
Aber Hallo! Recht haben sie! Am besten das Abspielen von mp3 ohne vernünftige Boxen verbieten lassen.
Mein Klingelton ist übrigens immer noch ein sog. polyphoner, den ich vor Jahren umsonst von so einem Onlineservice bekommen habe für die Anmeldung. Immerhin weiß ich so immer, wenn mein Handy klingelt
PS: Im Feed sollte der Beitrag angeblich zwei Seiten haben, hast du da was gedreht?
Magrat | 4. August 2009 um 17:46 Uhr
bisherige Kommentare: 136
GEZ – was? Gebühren – wie? Hmm.
Also, die Jungs, die ihr Handy als Ghettoblaster-Ersatz auf der Schulter mit sich herumtragen, die sehen meist nicht so aus, als würden sie überhaupt irgendeine Gebühr für irgendetwas bezahlen.
Was kommt als nächstes? Ich hab letztens das Gesicht von Jesus auf meinem Zuckerrübensirupbrötchen gesehen – muß ich jetzt Kirchensteuer bezahlen?!
Andy | 5. August 2009 um 20:32 Uhr
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Ich persönlich kann von so etwas auch nichts viel halten. Einfdach nur etwas welches man nicht braucht
Anton | 6. August 2009 um 20:24 Uhr
bisherige Kommentare: 1
Hallo, danke für diese ausreichende Information. Wusste ich nicht außer die vorgeschichte.
Schaps | 8. August 2009 um 17:13 Uhr
bisherige Kommentare: 52
Meinst du nicht eher die Gema, und weniger die GEZ?
Schaps | 8. August 2009 um 17:15 Uhr
bisherige Kommentare: 52
Aber die Tatsache an sich, auch dort noch einmal abzukassieren ist eine Frechheit. Aber da es der Musikindustrie ja so schrecklich geht und sie seit Jahren auf dem Boden liegt und weiter auf sie eingetreten wird, ist solch eine Extragebühr schon lange überfällig gewesen! Demnächst darf man wohl auch nicht mehr in der Öffentlichkeit ein Liedchen pfeifen oder mitsingen…
Newton | 23. September 2009 um 13:15 Uhr
bisherige Kommentare: 156
Der eigene Furz?
Das erinnert mich an eine Szene aus dem Film “9 1/2 Wochen”. Da ist dieser dicke Junge, der behauptet er könne (gegen einen Obolus) die Titelmelodie von “Der weiße Hai” furzen. Nach der Bezahlung läßt er einen kräftigen Wind fahren. Auf die Bemerkung, dass sich das nicht nach “Der weiße Hai” anhört sagt er, dass er nur den ersten Ton kann

spinner! Also bitte… das ist ja wohl völlig banane. die meisten gehen so schnell an das Handy, da hört man als aussenstehender nichtmal um welchen Titel es sich handelt.
Ironie/an
Wobei wenn man das auf den Nutzer umlegen würde, würde die ganzen Halbstarken vieleicht nicht mehr mit ihren Handy rumrennen, als wäre es ne Disko für unter wegs
Ironie/aus