Das Eine-Stadt-Fest 2009
Wie einige von euch ja sicherlich bereits mitbekommen haben, lebe ich in der niederrheinischen Stadt Mönchengladbach. National und international bekannt gemacht hat uns wohl vor allem der bekannte Fußball-Bundesliga-Club Borussia Mönchengladbach, der insbesondere in den 70er Jahren für Furore sorgte.
Zu Mönchengladbach gehört auch der Stadtteil Rheydt. Und spätestens hier wird die Sache ein wenig kompliziert. Denn Rheydt war bis 1975 eine eigenständige Stadt und erst danach im Zuge einer Gebietsreform an Mönchengladbach angegliedert. Schon allein aus dem Grund hat Mönchengladbach einige Besonderheiten zu bieten. So gibt es hier zwei separate Stadtkerne, die ca. 10 Minuten Autofahrt auseinanderliegen, mit zwei Marktplätzen, zwei Rathäusern etc. Mönchengladbach ist auch die einzige Stadt, welche zwei Hauptbahnhöfe hat: önchengladbach Hbf und Mönchengladbach-Rheydt Hbf, da dieser seinen Status als Hauptbahnhof nie verloren hat… damit steht Mönchengladbach auch im Guinness-Buch der Rekorde.
Die ehemalige Stadtgrenze zwischen Rheydt und Gladbach verlief früher -unter anderem- zwischen der Gladbacher Richard-Wagner-Straße und der Rheydter Brucknerallee. Die beiden Straßen, die optisch auch eine einzige Straße sein könnten, ohne dass es jemand bemerken würde, da der Übergang so fließend ist, gibt es heute noch. Es handelt sich dabei um eine ruhige Allee, deren rechte und linke Fahrbahn durch einen breiten mittleren Grünstreifen mit Bäumen an beiden Seiten getrennt sind… eine Allee eben.
Warum ich euch das alles erzähle? Weil auf dieser ehemaligen Stadtgrenze nunmehr seit 2003 jährlich das sog. Eine-Stadt-Fest, also der Zusammenschluss der beiden ehemals eigenständigen Städte, gefeiert wird. Da ich direkt an den beiden Straßen wohne (deren Bereich während des Festes für den Autoverkehr selbstverständlich gesperrt ist), bekomme ich die Atmosphäre natürlich jedes Jahr hautnah mit und angesichts der Tatsache, dass das nächste Eine-Stadt-Fest unmittelbar bevorsteht (14.-16.08.2009), möchte ich euch das Fest einmal ein wenig näher bringen, zumal es sich durchaus von “üblichen” Straßenfesten abgrenzt und unterscheidet.
Bei solchen Volksfesten denkt man meist unwillkürlich an eine Ansammlung von Pommes- und Würstchen-Buden, einem Kinderkarussell und dem obligatorischen Bierstand. Die Initiatoren des Stadtfestes sind absichtlich einen anderen Weg gegangen.
Zwar bildet auch hier eine sog. “kulinarische Meile” den zentralen Punkt des Festes, allerdings gibt es hier weniger klassische “Fressbuden”, sondern vielmehr abwechslungsreiche, nationale und internationale Küche von Restaurants aus Gladbach und der Umgebung zu probieren. Wer also schon immer mal -teilweise auch gehobenere- Speisen zu annehmbaren Probierpreisen testen wollte, ist hier genau richtig. Und auch für ein jeweils zum Restaurant passendes Ambiente ist gesorgt.
Ach ja, wer trotz allem eher Heißhunger auf seine Bratwurst, eine Portion Pommes oder den klassischen Backfisch verspürt, wird auch beim Eine-Stadt-Fest fündig – nur mit dem Unterschied, dass diese Buden hier nicht den Großteil ausmachen. Hin und wieder lassen sich auch mal bekannte Köche aus der Umgebung blicken, wie hier z.B. Horst Lichter:

An die kulinarische Meile schließt sich der Handwerksbereich an. Hier werden alte Handwerke, wie z.B. Schnitzereien, Steinhauer, Korbflechter etc. präsentiert. Manche bieten “nur” ihre Waren an, andere lassen sich sogar bei ihrer Arbeit beobachten. Auch asiatische Wellness-Behandlungen von lokal ansässigen Läden können direkt vor Ort ausprobiert werden.

Für Kinder warten in der Kids-Zone jedes Jahr neue Aktivitäten, wie z.B. Hüpfburgen, Schminken, Verkehrstraining-Parcours und neuerdings auch Spiele mit der Wii und ähnliches. Wer sich mal ein Gesamtbild vom Fest machen will, kann zu vergünstigten Preisen auch mit einem Heißluftballon an einer kleinen Rundfahrt teilnehmen.
Nach dem ganzen Essen kann man sich dann selbstverständlich auch mit Freunden ein gemütliches Plätzchen zum Entspannen suchen.

Oder man feiert an der Bühne mit, wo stets ein buntes Musikprogramm von Gladbacher (Cover-)Bands und sonstigen lokalen Musikern geboten wird, die -zumeist mit Rock und Pop- für gute Stimmung sorgen.
Das Fest ist von der Größe her nicht unbedingt darauf ausgelegt, dass man dort mehrere Stunden lang an diversen Buden vorbeispazieren könnte. Wer sich aber bei einzelnen Zelten auch mal ein wenig genauer umsehen möchte oder wer sich ganz einfach mit Freunden trifft, um dort gemeinsam etwas Leckeres zu essen und bei guter Musik unter dem Blätterdach der Allee ein wenig zu plaudern, der kann dort eine schöne Zeit verbringen. Allein im letzten Jahr haben dies wieder 150.000 Besucher so gehandhabt.
Ich selbst habe darüber hinaus den unschätzbaren Vorteil, dass ich Anwohner bin. Wenn es mir dann doch mal zu viel auf dem Fest wird, kann ich mich daheim auf meinen Balkon zurückziehen. Von dort sehe ich zwar nichts mehr vom Fest, aber die Musik von der Bühne und die Stimmung im Publikum ist auch von dort immer wunderbar zu hören.
Das macht vor allem sonntags Spaß, wenn sich das Fest abends zum Ende neigt, die letzte Band noch einmal alles gibt und das Publikum eine Zugabe nach der anderen fordert, es langsam dunkel wird und man mit einem kühlen Bierchen an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon sitzt und diese Stimmung genießen kann. Also ich freu mich drauf und hoffe, dass der Wettergott mitspielt
Für alle, deren Interesse jetzt vielleicht geweckt wurde, hier nochmal alle wichtigen Daten im Überblick:
auf der Richard-Wagner-Straße / Brucknerallee
in Mönchengladbach
Beginn: Freitag, 14.08.2009 um 18:00 Uhr
Ende: Sonntag, 16.08.2009, irgendwann abends
Weitere Infos zum Veranstaltungsprogramm, den auftretenden Künstlern, den teilnehmenden Restaurants etc. findet ihr bei Gefallen auf www.einestadtfest.de.
Von dort sind übrigens auch die Bilder, die ich hier im Artikel verwendet habe. Das Copyright der Bilder liegt beim Betreiber der Seite, der mir deren Verwendung hier freundlicherweise gestattet hat.

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Hey,
schöner Artikel und schöne Fotos. Gelernt habe ich natürlich auch wieder was, denn das Ihr in Mönchengladbach eigentlich zwei Städte seid, dass wusste ich als Berliner gar nicht.
Lieben Gruß
Sven
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@Sven
Hi Sven, danke für das Lob. Wie gesagt, inzwischen sind es ja keine zwei getrennten Städte mehr. Da ich erst nach der Gebietsreform geboren wurde, habe ich das auch nie so empfunden. Bei älteren Generationen sieht das freilich noch anders aus
Aber ich bin mir sicher, dass es im Gegenzug auch eine Menge gibt, was ich noch über Berlin lernen könnte.
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Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Da ich seit Mai auch Einwohnerin von Mönchengladbach bin, hab ich ja sogar tatsächlich Gelegenheit, das Fest mal anzuschauen. Bisher wusste ich nämlich nicht, dass es existiert =)
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Wow, schöner Artikel Sascha. Informativ, qualitativ und unterhaltsam. Wenn Mönchen-Gladbach von mir nicht gute 500 km entfernt wäre, würde ich glatt vorbeischauen.^^
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@Rishu
Zunächst einmal Willkommen hier auf dem Blog. Freut mich, dass ich dir als “Neu-Gladbacherin” einen kleinen Tipp geben konnte. Wie bist du denn auf den Artikel hier aufmerksam geworden, wenn ich fragen darf?
@zero
Aber vielen Dank für das Kompliment.
Ach, was sind schon 500km?
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Ich habe die URL zu deinem Blog in Missis Artikel auf himmelsblau.org gesehen =)
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@Rishu
Dann wollen wir mal hoffen, dass da Wetter beim Fest mitspielt
Danke für die Rückantwort. Das ist ja ein lustiger Zufall. Zuerst wirst du durch meine aktuelle Blog-Aktion überhaupt erst auf den Blog hier aufmerksam und dann stellt sich noch heraus, dass mein “Lokal-Report” für dich als “Neu-Mönchengladbacherin” sogar nützlich ist
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Kommendes Wochenende also… in der Nachbarstadt sozusagen
))
Nett ist es hier. Dann werde ich mal öfters hier einen Blick hinein werfen
))
Neugierig über den Blog “Kurzbemerkt” zu dir gekommen. Mehr wegen der Aktion “Damals…” (wenn ich meine Kinderbilder auf dem Rechner finde, mach ich mit *g*). Hab jetzt mal ein bißchen hier rumgeschaut
Lieben Gruß aus Düsseldorf
Andrea
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@Andrea
Herzlich Willkommen hier auf dem Blog. Es würde mich freuen, dich als Quasi-Nachbarin künftig häufiger hier zu sehen bzw. zu lesen. Wobei ich zugegebenermaßen eher selten über solch lokale Ereignisse berichte.
Danke jedenfalls für dein Lob
Dann bin ich mal gespannt, ob du auf deinem Rechner auch noch irgendwo die alten Kinderfotos hervorholen kannst
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@Sascha
Bekommst Du da auch Deinen ichweißnichtmehrwas-Spieß?
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@Newton
Nein, die gab es dort leider nicht – wahrscheinlich, weil es zu sehr das Image eines Imbissbuden-Gerichtes hat, welche ja auf dem Fest eine eher untergeordnete Rolle spielen sollen.
Du meinst Schaschlik-Spieße
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[...] ist beim Schreiben des Artikels auch wieder der Beitrag von gesichtet.net in Erinnerung gekommen, wo er ein wenig was über seine Stadt schreibt. VN:F [1.6.3_896]Bitte warte [...]