Ordentlich Holz vor der Huette…

Ordentlich Holz vor der Hütte hat sich bei mir angesammelt. Also nicht an mir, sondern hier vor meinem Blog… in Form von Stöckchen!

Ich bin ja immer noch kein großer Fan von diesen Dingern. Woran das liegt, kann ich interessanterweise kaum sagen. Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass die ersten Stöckchen, die ich auf Blogs früher zu lesen bekam, mir immer unheimlich langweilig vorkamen. Da wurden irgendwelche 08/15-Standard-Fragen gestellt, die dann zumeist sehr kurz und knapp beantworte wurden. Lang wurden solche Artikel dann eher durch die Masse an Fragen, was ich schade fand. Ich finde es spannender, wenn wenn Fragen so viel Spielraum lassen, dass man durchaus mehr als einen Satz als Antwort formulieren kann.

Nun bin ich heute gleich von zwei Seiten mit den Hölzern beworfen worden. Bei den sommerlichen Temperaturen Holz zu horten, wäre natürlich unverantwortlich, weswegen ich mich entschlossen habe, die beiden Stöckchen “abzuarbeiten”. Das liegt aber auch daran, dass die Fragen bzw. Begriffe, zu denen etwas geschrieben werden soll, nicht alle reiner Standard sind, und zum anderen fallen mir persönlich genug Dinge ein, um darüber tatsächlich etwas zu schreiben – zum einen mehr, zum anderen weniger, man wird sehen:

Zum einen hätten wir da den Stecken, den mir plerzelwupp um die Ohren geworfen hat. Hier geht es -ganz klassisch- um die Beantwortung von Fragen:

1. Was versprichst Du Dir vom Bloggen?

Mit dem Bloggen angefangen habe ich damals im Jahr 2006. Mein damaliger Blog war ein reines Sammelbecken von Kuriositäten, Fun-Videos und sonstigen Netz-Fundstücken. Es gab auch durchaus einige Leser (von denen einige auch heute noch hier mitlesen^^). Doch irgendwie schwand meine Begeisterung für das Bloggen nach einer kurzen Weile, da ich feststellte, dass der ganze Krempel, den ich dort präsentierte, so oder so ähnlich auch auf unzähligen anderen Blogs und Webseiten veröffentlicht wurde. Da war mein Blog einfach nichts besonderes, was sich von der Masse irgendwie abhob. Wenn man sich dies vor Augen führt, geht es mir beim Bloggen also in jedem Fall auch um Selbstverwirklichung und Individualität.

Mitte 2008 bastelte ich aus privatem Interesse -zusammen mit Newton, den ihr ja auch hier aus den Kommentaren kennt- mit diversen CMS-Applikationen herum. Wir experimentierten, wie leicht oder schwer sich mit den einzelnen Systemen nach unseren Vorstellungen Webseiten gestalten ließen. Drupal, PHPnuke, Joomla, wir probierten viel aus. Irgendwann kam mir dann die Idee, ob man nicht WordPress ebenfalls als CMS nutzen könnte. In gewissen Grenzen war das mit den richtigen Plugins auch durchaus möglich.

Dadurch war mein Interesse an WordPress -und allgemein den Blogs- wieder geweckt. Ich startete also einen zweiten Versuch, einen eigenen Blog auf die Beine zu stellen. Diesmal achtete ich darauf, nicht ur Dinge zu “vermelden”, die man auch an jeder anderen Ecke des Netzes lesen konnte, sondern dem ganzen einen individuellen Touch zu verleihen, indem ich entweder eigene Erlebnisse mit einfließen ließ, eigene Stellungnahmen abgab oder die Artikel so gestaltete, dass darauf kontroverse Diskussionen aufgebaut werden konnten. Und wie es scheint, ging das Konzept auf. Spätestens, seit ich Anfang 2009 von meinem Freehoster auf einen PaidHoster mit eigener Domain umgestiegen bin, kamen zu denjenigen, die ich bereits vorher privat oder aus dem Internet kannte, mehr und mehr neue Leser und Kommentatoren hinzu. Das freut mich und spornt mich dazu an, weiterzuschreiben. Demnach wird deutlich, dass neben der Selbstverwirklichung und Individualität für mich auch wichtig ist, dass ich hier in Kommunikation mit meinen Lesern treten kann, mit ihnen scherze udn hier und da auch mal eine durchaus interessante, weiterführende Diskussion im Kommentarbereich führen kann. Besonders schön finde ich es, wenn die Kommentatoren untereinander diskutieren, ohne dass ich etwas hierzu beisteuere und sich daraus teilweise ganz neue Themen entwickeln. Das zeigt die Eigendynamik, die sich dabei entwickeln kann.

2. Kommst Du noch dazu, auf “klassische Medien” zurück zu greifen?

Hier kann ich ganz klar mit “Ja” antworten. Zwar nimmt das Internet durchaus einen zentralen Stellenwert bei mir ein -sowohl beruflich als auch privat-, aber dennoch nutze ich auch die anderen Medien noch als Informations- und teilweise Unterhaltungsquelle. Morgens weckt mich mein Radiowecker, worüber ich dann auch die ersten (lokalen) Nachrichten des Tages höre. Wenn ich irgendwo mal wieder ein schönes und gleichzeitig günstiges Badezimmer-Radio, also ein wassergeschütztes Radio, finden würde, würde ich wahrscheinlich sogar im Bad noch weiter Radio hören. Beim Frühstück läuft dann nebenher der Fernseher. Auf der Arbeit arbeite ich dann zwar viel im Netz, aber auch die normalen Zeitungen wollen nach News, die für den Arbeitgeber von Interesse sein könnten, durchsucht werden. Also habe ich bereits morgens, wenn ich auf der Arbeit bin, mit allen klassischen Medien Bekanntschaft gemacht. Es kommt halt auf den richtigen Mix an ;)

3. Glaubst Du, dass Google wirklich immer an seinem hehren Motto festhalten wird, das da lautet: “don´t be evil”?

Kommt es da nicht immer auf den Blickwinkel an, aus welchem man die Angelegenheit betrachtet? Wann ist denn ein Verhalten “evil”? Microsoft wird ja auch oft nachgesagt, ein “böses” Unternehmen zu sein, da sie eine vormachtstellung haben, die sie ausnutzen. Man könnte aber auch sagen, dass MS in der Vergangenheit taktisch clevere Kooperationen eingegangen ist und nun durch seine Marktbeherrschung die Früchte für diese Taktik erntet. Und wer diese Macht hat, will sie natürlich auch halten oder ausbauen. Genauso sehe ich das bei Google. Klar werden die durch die Verbreitung und Nutzung ihrer diversen Services immer mächtiger. Und natürlich kostet die Nutzung zwar kein Geld, dafür aber persönliche Daten.

Im Gegenzug erhält man gut aufeinander abgestimmte Internet-Services, die kein Geld kosten. Früher war Software mit Satellitenfotos nur für teures Geld zu haben, heute gibt es das bei Google-Maps umsonst. Früher war der Online-Speicherplatz bei E-Mail-Anbietern in der Größe arg limitiert. Seit Google für Googlemail (gmail) zig Gigabyte Speicherplatz anbietet, sind auch viele andere E-Mail-Anbieter nachgezogen. Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile. Niemand ist gezwungen, sich den Nachteilen zu unterwerfen. Für viele Einsatzzwecke gibt es Alternativen. Die sind dann eben nicht immer perfekt aufeinander abgestimmt. Google sammelt in seinen Services nicht mehr Daten, als viele andere Anbieter auch. Schwierig wird die Sache nur dadurch, dass Google eben über eine breite Masse diverser, miteinander vernetzter Daten Zugriff hat. Dass damit kein Missbrauch in übersteigertem Maße betrieben wird, darauf achten Datenschützer und die Community. Und dass die ihren Job ernst nehmen, hat man in der Vergangenheit immer wieder beobachten können, nicht nur gegenüber Google ;)

 
Eigentlich wollte ich ja direkt im Anschluss noch das zweite Stöckchen beantworten, in welchem es auch nicht einfach nur um die Beantwortung von Fragen geht. Da nun aber schon reichlich Text zusammengekommen ist, mache ich an dieser Stelle erst einmal Schluss und werde den Rest dann morgen präsentieren. So habt ihr auch besser die Möglichkeit, auf das bereits hier Geschriebene einzugehen, falls euch danach ist. Ist ja gut möglich, dass ihr nicht in allen Belangen mit mir einer Meinung seid ;) Falls doch, könnt ihr natürlich auch das schreiben… Gleichgesinnte kennt man ja auch immer gern^^


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