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Jul/09

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Erlebnisse im Bus

Nach längerer Zeit habe ich mir heute mal wieder den Spaß einer kleinen Busfahrt gegönnt. Mein Opa war früher Busfahrer. Das war noch zu einer Zeit, als die Fahrer noch bei der Stadt angestellt waren. Irgendwann ist der Laden dann -wie so vieles- privatisiert worden.

Seitdem ist -zumindest bei uns- die Qualität der Busfahrer schon spürbar gesunken, wenigstens was die fahrerischen Geschicke angeht. Was mag beispielsweise in einem Fahrer vor sich gehen, der die nächste Haltestelle schon im Blick hat, mit 30 km/h darauf zufährt, der Bus vollbesetzt ist und auch über genügend stehende Passagiere verfügt, noch einmal wenige Meter vor der Haltestelle auf 50 km/h zu beschleunigen, um dann an der Haltestelle voll auf die Bremse zu treten, so dass die Omas reihenweise durch den Bus fliegen? Will sich der Fahrer damit die Langeweile vertreiben, denkt er gar nicht über die Auswirkungen seiner Aktionen nach oder kann er tatsächlich einfach nicht mit seinem Bus umgehen?

Leider sind solche Aktionen bei uns inzwischen an der Tagesordnung. Nur selten erwischt man mal einen Fahrer, der vorausschauend fährt und den richtigen Bremspunkt findet… zumindest weiß ich seither, dass es definitiv nicht an den neuen Bussen liegt ;) Auf Straßenbahnen können die Leute jedoch bei uns nicht ausweichen, da Straßenbahnen vor einigen Jahrzehnten bei uns abgeschafft wurden. Argument der Stadt: zu teuer, außerdem habe man ja ein tolles Busnetz.

Heute allerdings, als ich mich mal wieder für eine kleine Fahrt in einen Bus gesetzt habe, bin ich auf einen Fahrer gestoßen, der zwar so fuhr, wie man es von einem “Privaten” leidvoll gewohnt ist, der aber plötzlich bei einem Fahrgast ein Verhalten an den Tag legte, mit dem er auch locker als Angestellter der Stadt hätte durchgehen können:

Zu dem fraglichen Zeitpunkt saß ich noch alleine mit dem Fahrer im Bus. Er fuhr die nächste Haltestelle an, bereits von weitem war zu erkennen, dass dort eine Frau wartete, um zuzusteigen. Dennoch düsten wir -natürlich- mit Vollgas auf die Haltestelle zu, um erst im letzten Moment scharf abzubremsen. War mir egal, wenn man sitzt, ist das ja halb so wild.

Nun stieg die Frau vorne ein. Der vordere Zugang ist ja, obwohl er eh schon recht eng ist, immer zweigeteilt. Man kann rechts einsteigen, um beim Fahrer ein Ticket zu kaufen oder links, wenn man über ein gültiges Ticket verfügt. Sinn der Aufteilung ist, dass Leute mit gültigem Ticket nicht erst stundenlang anstehen müssen, nur weil vorne wieder ein paar Leute Zeit brauchen, um ihr Ticket zu zahlen. Soweit alles kein Problem.

Nun erdreistete sich die Dame, die völlig allein an der Haltestelle in den -bis auf mich und den Fahrer- völlig leeren Bus einsteigen wollte, vorne links einzusteigen, dem Fahrer über die kleine Absperrung das sogar schon abgezählte Geld hinzulegen und um ein entsprechendes Ticket zu bitten. Das ging natürlich gar nicht, dachte sich der Busfahrer. Also erklärte er der Frau erst einmal, dass man, wenn man ein Ticket kaufen will, eigentlich auf der rechten Seite einzusteigen habe, damit die linke Seite frei ist für (hier nicht vorhandene!) übrige Einsteiger mit gültigem Ticket.

Und weil wir ja alle Hobby-Pädagogen sind und wissen, dass man Dinge besser lernt, wenn man sie macht, anstatt sie nur gesagt zu bekommen, ließ der Fahrer die Frau dann noch einmal aussteigen und auf der korrekten Seite einsteigne. Erst dort nahm er ihr Geld entgegen und druckte ein passendes Ticket aus. Muss ja schließlich alles seine Ordnung haben.

Welche Erfahrungen habt ihr denn mit dem öffentlichen Personennahverkehr so im Laufe eures Lebens gesammelt?


16 Rückmeldungen zu Erlebnisse im Bus

Kommentare

sara | 6. Juli 2009 um 19:44 Uhr
bisherige Kommentare: 18

Der liebe Herr Busfahrer wollte wohl mal ein bisschen Machtgefühl haben? ^^

Solche Statusspiele erlebt man hier in Berlin auch des öfteren. Zum Beispiel, wenn man seinen Bus an der Haltestelle sieht und losläuft, um ihn noch zu schaffen – in gut 50% der Fälle schließt sich die Tür, kurz bevor man den Bus erreicht und man kann noch das triumphierende Funkeln in den Augen des Busfahrers sehen, während er losfährt und einen schwer atmend an der Bushaltestelle stehen lässt. o_O

Konna | 6. Juli 2009 um 20:26 Uhr
bisherige Kommentare: 91

Oh ja, zu meiner Schulzeit gab es da auch einige Spezis unter den Busfahrern. Einer davon hat uns richtig Angst gemacht. Der hat mich mal angemotzt, weil ich mich mit dem Arm auf einen Sitz gelehnt habe, weil ich stehen musste, da der Bus mal wieder total überfüllt war.

Wenn ich in Kiel mal mit dem Bus unterwegs bin geht es eigentlich, aber kommt auch nicht soo oft vor. :D

Dragonlover | 6. Juli 2009 um 20:52 Uhr
bisherige Kommentare: 104

Also das mit dem Bremsen kenne ich auch. Ich denk mir der Fahrstil aller Leute wird immer agressiver.
Ich selbst bin ja meist mit dem Auto unterwegs und viele Autofahrer haben auch so ihre Probleme mit dem Bremsen (Und auch mit dem Gasgeben, Lenken und dem Blinker setzen…). Da wirkt so ein Busfahrer noch recht harmlos. Ganz zu schweigen von den Taxifahrern die teilweise wie Kamikaze-Piloten durch die Stadt donnern. Das kann einem schon Angst machen.

Aber zu dem Verhalten. Echt unter aller Sau. Vielleicht werden die Busfahrer bei euch zu schlecht bezahlt oder er ist auch so genervt vom Verkehr, wie ich es immer bin oder ihr habt zu viele unfreundliche Fahrgäste oder Schwarzfahrer in eurer Stadt. Kann ich mir nicht anders erklären. :(

Als ich noch in der Grundschule war und mit dem Bus zur Schule und zurück musste, habe ich mal beobachtet wie ein betrunkener Punk die ganze Zeit einen Busfahrer von der hintersten Sitzreihe angepöbelt hatte.
An der letzten Haltestelle (in so einem winzigen Dorf wo ich auch wohnte und austeigen musste) schmiss der Busfahrer den Typen dann raus, gab ihm noch ein paar Ohrfeigen mit auf den Weg und fuhr dann ganz normal weiter.
Seitdem ich dabei Augenzeuge war hatte ich immer irgendwie Respekt vor Busfahrern. :D

Sonja | 6. Juli 2009 um 22:10 Uhr
bisherige Kommentare: 54

Oh Gott… mit dem Bus zur Schule fahren und zurück. Das waren noch Zeiten. Unser Busfahrer war auch ein ganz witziger: Bei uns haben immer sehr viele gedrängelt (ist ja voll normal), sodass auch schnell mal ein Kind mit dem riesen Schulranzen vor den Bus fiel oder so. Wenn man also immer weiter drängelte, meinte der Busfahrer, erst ein mal wieder wegfahren zu müssen, ne kleine Runde zu drehen (mit dem Bus) und dann wieder herzukommen. Danach war das Gedrängel allerdings genauso groß wie vorher, das brachte einfach gaaar nichts.
Aber es gab auch nette Busfahrer, das muss ich ja hinzufügen. Der eine hat immer jeden mitfahren lassen, auch wenn er seine Karte vergessen hatte, ohne zu schimpfen! ;)

Sascha | 6. Juli 2009 um 23:25 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@sara
Ja, mit solchen Busfahrern, die einem freundlich zuwinken, während sie losfahren, hab ich auch mal meine Erfahrungen gemacht.

@Konna
Mit dem Arm auf den Sitz gelehnt? Dreister geht’s ja wohl auch kaum :D

@Dragonlover
Also zu viele Schwarzfahrer dürfte es bei uns eigentlich nicht mehr geben. Es muss jeder vorne beim Fahrer einsteigen und entweder ein Ticket ziehen oder ein gültiges vorzeigen. Da ist Schwarzfahren theoretisch nicht möglich. Praktisch sieht das natürlich anders aus, da die Fahrer selten genau hinsehen, was man ihnen so hinhält. Meine Schwester wollte z. B. beim Einsteigen mal ihr Monatsticket vorzeigen, wurde reingelassen und stellte dann beim Hinsetzen erst fest, dass sie dem Busfahrer ihren Videotheks-Ausweis gezeigt hatte :D

@Sonja
Mit dem Bus bin ich nie zur Schule gefahren. Damals wohnte ich so nah an den Schulen, da konnte ich immer zu Fuß hin. Einmal aber, als wir Sport auf einer entfernteren Sportanlage hatten und alle hundemüde von der Sportstunde nach hause gehen wollten, da kam zufällig gerade mein Opa mit seinem Bus vorbei. Er war auf dem Weg ins Bus-Depot. Als er mich sah, hielt er an und ließ mich in den leeren Bus einsteigen und hat mich dann mit dem bis vor meine Haustür gefahren. Quasi ein Privat-Bus^^ Die dummen Gesichter meiner Mitschüler werde ich nie vergessen :D

patsy | 7. Juli 2009 um 09:19 Uhr
bisherige Kommentare: 42

Hihihi* Ich weiß schon, warum ich grundsätzlich kein Bus fahre :mrgreen:

Nun, das mit den Bahnen abschaffen, weil ein gutes Busnetz da ist, find ich eh ein besch*** Argument, denn es gibt ja auch genug Menschen, denen es im Bus immer übel wird (wie mir) und deshalb auf andere Verkehrsmittel angewiesen sind.

Schaps | 7. Juli 2009 um 14:50 Uhr
bisherige Kommentare: 52

Ich glaub in Kiel ist der Kram noch von der Stadt. Oder teilweise nicht oder so, aber soll wieder zurückgekauft werden. Die Fahrer sind aber fast alle gut. Das Problem nur ist, da zu manchen Zeiten morgens der Bus so voll ist, dass er an manchen Stationen vorbeifahren muss. Auch super ^^

Sascha | 7. Juli 2009 um 21:41 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@patsy
Dann weiß ich ja jetzt schonmal, dass ich mit dir nie in einem überfüllten Bus fahren möchte :D Ist das denn nur bei Bussen so? Bei Straßenbahnen und Autos geht es ohne Probleme?

@Schaps
Das Problem haben wir hier zum Glück nicht. Also die Überfüllung schon, ja, aber das juckt die Fahrer nicht. Dann quetscht man sich einfach noch etwas enger zusammen, dann passt das schon. Auf die Weise konnte man früher (und wahrscheinlich jetzt immer noch^^) mit etwas Glück übrigens auch durchaus nette Mädels kennenlernen ;)

patsy | 8. Juli 2009 um 13:55 Uhr
bisherige Kommentare: 42

Straßenbahn ist kein Problem, solange sie nicht überfüllt ist und nicht mitten auf der Strecke plötzlic stehen bleibt. Auto geht auch, aber hinten sitzen nicht, dann wird´s mir auch kötzelig :redface_wp:

| 8. Juli 2009 um 17:17 Uhr
bisherige Kommentare: 35

Oh, Busfahren… eine, äh, herrliche Beschäftigung. Ich mag’s schon deshalb nicht so sehr wie Bahn- oder Straßenbahnfahren, weil ich beim Busfahren nicht lesen (oder schreiben) kann, ohne dass mir schlecht wird.
Von den vielen Busfahrern, die mir schon begegnet sind, ist nach wie vor der mein spezielles Lieblingsexemplar, der mich in der 2. Klasse Volksschule (!) mal eine ganze Runde (ca. 1 Stunde) “mitgenommen” hat, weil ich nicht früh genug gesagt hatte, dass ich da aussteigen will (statt einfach 100 Meter weiter stehenzubleiben) – war besonderst toll, weil sich meine Mutter natürlich Sorgen machte und sogar in der Schule anrief.

Sascha | 8. Juli 2009 um 19:36 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@patsy
Spielt es für dich denn eine Rolle, ob du in Fahrtrichtugn oder entgegen der Fahrtrichtung sitzt? Damit hab ich hin und wieder so meine Probleme, vor allem bei längeren Bahnfahrten.

@Jü
Das mit dem 100 Meter weiter absetzen ist so eine Sache. Das dürfen die Fahrer aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht, denn wenn du dann -wie es der Zufall will- dich beim Aussteigen auf die Nase legst, bekommt der Busfahrer ein Problem. Aus dem Grund dürfen die Fahrer eigentlich auch die Tür nicht nochmal öffnen, wenn sie von einer Bushaltestelle abgefahren sind, selbst, wenn sie dann nur 1/2 Meter weitergerollt sind. Da muss ich die Fahrer also ausnahmsweise mal in Schutz nehmen ;)

| 8. Juli 2009 um 21:01 Uhr
bisherige Kommentare: 35

Okay, ich hätte vielleicht dazusagen sollen, dass es sich um ein privates Unternehmen gehandelt hat, das sowieso keine ‘richtigen’ Bushaltestellen hatte (keine Ahnung, wie’s da versicherungstechnisch ausschaut). Für mich war es damals einfach schlimm, obwohl ich zum einzigen Mal gesehen habe, wo all die anderen Buskinder so aussteigen (immerhin war meine Station eine der ersten). :)

Newton | 13. Juli 2009 um 01:18 Uhr
bisherige Kommentare: 156

Uuiuiui, das ist schon seeeehr lange her. Keine Ahnung, aber die waren da auch allgemein schon eher unfreundlich. Früher gab es aber auf den Bus aufgeklebte Tel.-Nummern, die konnte man (als Autofahrer) anrufen, wenn man mit dem Fahrer nicht zufrieden war. Sollte eigentlich auch als Fahrgast gehen.
Ich weiß schon, warum ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. Das ist mir viel zu unsicher. Und komm mir jetzt keiner mit Statistik, das zieht bei mir nicht (hab den schwarzen Gürtel in Mathe).

Aber kommen wir zur Kernfrage des Problems:
War die Dame attraktiv? Und wenn “ja”,hättest Du sie dann nicht vor dem Fahrer verteidigen müssen?

Sascha | 13. Juli 2009 um 22:19 Uhr
bisherige Kommentare: 1279

@Newton
Dem Gemurre nach zu urteilen, was die Dame in sich hineinknurrte, als sie quer durch den halben Bus stapfte, war sie sehr wohl in der Lage, dem Fahrer allein Paroli bieten zu können, wenn sie es darauf angelegt hätte ;)

Newton | 14. Juli 2009 um 22:40 Uhr
bisherige Kommentare: 156

“hineinknurrte”…”Bus stapfte”? Ich verstehe.
Sicher kam sie alleine zurecht ;)

Kleintraktoren | 5. August 2009 um 04:53 Uhr
bisherige Kommentare: 1

Spielt es für dich denn eine Rolle, ob du in Fahrtrichtugn oder entgegen der Fahrtrichtung sitzt? Damit hab ich hin und wieder so meine Probleme, vor allem bei längeren Bahnfahrten
—–

Gibt viele die das nicht vertragen, besonders wenn man aus dem Fenster schaut, wirds noch schlimmer. jedenfalls bei mir!

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