Erlebnisse im Bus

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Nach längerer Zeit habe ich mir heute mal wieder den Spaß einer kleinen Busfahrt gegönnt. Mein Opa war früher Busfahrer. Das war noch zu einer Zeit, als die Fahrer noch bei der Stadt angestellt waren. Irgendwann ist der Laden dann -wie so vieles- privatisiert worden.

Seitdem ist -zumindest bei uns- die Qualität der Busfahrer schon spürbar gesunken, wenigstens was die fahrerischen Geschicke angeht. Was mag beispielsweise in einem Fahrer vor sich gehen, der die nächste Haltestelle schon im Blick hat, mit 30 km/h darauf zufährt, der Bus vollbesetzt ist und auch über genügend stehende Passagiere verfügt, noch einmal wenige Meter vor der Haltestelle auf 50 km/h zu beschleunigen, um dann an der Haltestelle voll auf die Bremse zu treten, so dass die Omas reihenweise durch den Bus fliegen? Will sich der Fahrer damit die Langeweile vertreiben, denkt er gar nicht über die Auswirkungen seiner Aktionen nach oder kann er tatsächlich einfach nicht mit seinem Bus umgehen?

Leider sind solche Aktionen bei uns inzwischen an der Tagesordnung. Nur selten erwischt man mal einen Fahrer, der vorausschauend fährt und den richtigen Bremspunkt findet… zumindest weiß ich seither, dass es definitiv nicht an den neuen Bussen liegt 😉 Auf Straßenbahnen können die Leute jedoch bei uns nicht ausweichen, da Straßenbahnen vor einigen Jahrzehnten bei uns abgeschafft wurden. Argument der Stadt: zu teuer, außerdem habe man ja ein tolles Busnetz.

Heute allerdings, als ich mich mal wieder für eine kleine Fahrt in einen Bus gesetzt habe, bin ich auf einen Fahrer gestoßen, der zwar so fuhr, wie man es von einem „Privaten“ leidvoll gewohnt ist, der aber plötzlich bei einem Fahrgast ein Verhalten an den Tag legte, mit dem er auch locker als Angestellter der Stadt hätte durchgehen können:

Zu dem fraglichen Zeitpunkt saß ich noch alleine mit dem Fahrer im Bus. Er fuhr die nächste Haltestelle an, bereits von weitem war zu erkennen, dass dort eine Frau wartete, um zuzusteigen. Dennoch düsten wir -natürlich- mit Vollgas auf die Haltestelle zu, um erst im letzten Moment scharf abzubremsen. War mir egal, wenn man sitzt, ist das ja halb so wild.

Nun stieg die Frau vorne ein. Der vordere Zugang ist ja, obwohl er eh schon recht eng ist, immer zweigeteilt. Man kann rechts einsteigen, um beim Fahrer ein Ticket zu kaufen oder links, wenn man über ein gültiges Ticket verfügt. Sinn der Aufteilung ist, dass Leute mit gültigem Ticket nicht erst stundenlang anstehen müssen, nur weil vorne wieder ein paar Leute Zeit brauchen, um ihr Ticket zu zahlen. Soweit alles kein Problem.

Nun erdreistete sich die Dame, die völlig allein an der Haltestelle in den -bis auf mich und den Fahrer- völlig leeren Bus einsteigen wollte, vorne links einzusteigen, dem Fahrer über die kleine Absperrung das sogar schon abgezählte Geld hinzulegen und um ein entsprechendes Ticket zu bitten. Das ging natürlich gar nicht, dachte sich der Busfahrer. Also erklärte er der Frau erst einmal, dass man, wenn man ein Ticket kaufen will, eigentlich auf der rechten Seite einzusteigen habe, damit die linke Seite frei ist für (hier nicht vorhandene!) übrige Einsteiger mit gültigem Ticket.

Und weil wir ja alle Hobby-Pädagogen sind und wissen, dass man Dinge besser lernt, wenn man sie macht, anstatt sie nur gesagt zu bekommen, ließ der Fahrer die Frau dann noch einmal aussteigen und auf der korrekten Seite einsteigne. Erst dort nahm er ihr Geld entgegen und druckte ein passendes Ticket aus. Muss ja schließlich alles seine Ordnung haben.

Welche Erfahrungen habt ihr denn mit dem öffentlichen Personennahverkehr so im Laufe eures Lebens gesammelt?


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