Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009
Nun ist sie also vorbei, die Europawahl. Die großen Überraschungen blieben -erwartungsgemäß- ebenso aus, wie die Wahlbeteiligung. Durch einen Artikel bei Symm bin ich mal dazu angeregt worden, darüber nachzudenken, woran diese geringe Wahlbeteiligung -gerade bei Europawahlen- überhaupt liegen könnte.
Nun könnte man es sich einfach machen und mit einer allgemeinen Politikverdrossenheit der Bundesbürger argumentieren, die von der Politik so enttäuscht sind, dass sie entweder nicht wissen, wen sie überhaupt noch ruhigen Gewissens wählen sollen, oder sie schlichtweg keine Lust mehr haben, überhaupt wählen zu gehen. Manch einer mag vielleicht sogar das schlechte Wetter als Argument anführen.
Doch kann man es sich mit der Erklärung wirklich so einfach machen? Gerade im Bezug auf die Europawahl sehe ich da noch andere Gründe, die teilweise jedem einzelnen von uns angelastet werden könnten. Das ist natürlich unangenehm, weswegen es “bequemer” scheint, auf die oben genannten Argumente zu verweisen. Dennoch möchte ich hier -vielleicht etwas provokativ- mal ein paar andere Theorien für die geringe Wahlbeteiligung bei der nun vergangenen Europawahl aufstellen:
Ich denke, es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass der Großteil von uns viel zu wenig über die Arbeitsweise der EU weiß. Oder wer von uns kann aus dem Stehgreif erklären, wo genau die Tätigkeitsschwerpunkte des Europaparlamentes liegen? Wie der EU-Rat aufgebaut ist? Welche Schwerpunkte in der EU momentan thematisiert und behandelt werden. Was von der EU und was von den einzelnen Mitgliedsstaaten bestimmt werden darf?
Wenn überhaupt, dann “weiß” der Durchschnittsbürger, dass die EU “groß”, “bürokratisch” und “aufgebläht” ist und sich nur mit unwichtigen Dingen wie der Normierung der Krümmung einer Salatgurke befasst – nur nebenbei: diese DIN-Vorschrift zur Gurkenkrümmung wurde wieder abgeschafft.
Mit anderen Worten: wir wissen über die EU bzw. die Arbeitsweise ihrer Organe im Großen und Ganzen herzlich wenig. Im besten Fall gehen die Leute dann noch zur Europawahl, weil sie die nationalen Entscheidungen der Parteien bezüglich der Innenpolitik des Staates hernehmen, um darauf ihre Wahlentscheidung für die Europawahl basieren zu lassen. Zwar verkennt man dabei, dass die nationale, staatliche Politik der Parteien nicht zwangsläufig etwas mit ihren Ansichten und Ideen für Gesamt-Europa zu tun haben muss, aber auf irgendetwas muss man seine Entscheidung ja schließlich fußen, wenn man sonst nichts darüber weiß. Und wenn man über etwas nichts bzw. fast nichts weiß, wird die Motivation, dafür zu wählen, selbstverständlich entsprechend gering ausfallen. Wie soll man auch verantwortungsvoll seine Stimme abgeben, wenn man nicht weiß, was genau nun damit passiert? Ich finde diese Einstellung absolut nachvollziehbar.
Allerdings muss man sich dann auch einfach mal die Frage stellen, WARUM wir denn eigentlich so wenig über die Arbeitsweise der EU und ihrer Organe wissen und WARUM wir so schlecht über all diese Dinge informiert sind?
Liegt es an unserer politischen Führung, die viele Europafragen über unsere Köpfe hinweg “für uns” und angeblich “in unserem Interesse” entscheidet? Immer wieder wird jedenfalls von verschiedensten Seiten gefordert, dass die Bürger in unserem Staat mehr Mitbestimmungsrecht bei politischen Entscheidungen bräuchten. Dem kann man insofern zustimmen, als dass sich die Menschen vielleicht wirklich näher mit manchen Themen beschäftigen würden, wenn sie ein Mitspracherecht hätten.
Andererseits haben die Menschen in unserem Land durchaus auch schon jetzt die Möglichkeit der politischen Mitbestimmung, in erster Linie durch Volksentscheide und Volksbegehren sowie Unterschriftenaktionen, in erster Linie auf kommunaler Ebene. In der Praxis werden diese Mittel jedoch so gut wie nie eingesetzt. Sollte es dennoch einmal dazu kommen, dass Bürger über die Vorgänge in ihrer Stadt mitentscheiden dürfen, sind die Wahlbeteiligungen oftmals dennoch erschreckend niedrig. Bestes Beispiel war doch erst neulich die Abstimmung in Berlin, ob denn Religion als offizielles Schulfach in den Unterricht aufgenommen werden soll. Trotz des großen öffentlichen Interesses und viel Berichterstattung in den Medien beteiligte sich letztlich noch nicht einmal 1/3 der Wahlberechtigten an dieser Wahl (Quelle).
Ich drücke es mal absichtlich etwas überspitzt, hart und provokativ aus: Wie kann man denn ernsthaft mehr Mitbestimmungsrecht in der “großen” Bundes-Politik fordern, wenn man aus Faulheit, Bequemlichkeit oder sonstigen Gründen noch nicht mal aktiv an der “kleinen” Politik auf kommunaler Ebene teilnimmt? Das ist doch ungefähr so, als ob man nach dem Schulabschluss in das große Unternehmen auf der anderen Seite der Stadt marschiert und sich bei der Empfangsdame vorstellt mit den Worten:
“Tag, ich bin gerade mit der Schule fertig geworden und würde jetzt gerne hier im Management in einer Führungsposition einsteigen, da sind die Themen so schön interessant und mich reizt der Umgang mit Macht und dem großen Geld und außerdem kann ich das sowieso alles viel besser als ihr hier.”
Mal davon ab: obwohl wir in Deutschland recht wenig mitbestimmen -auch wenn wir es zumindest auf kommunaler Ebene teilweise könnten- , sind die Bürger dennoch über den Aufbau des Staates und die Vorgänge hier halbwegs informiert. Warum klappt das dann nicht auch in Bezug auf Europa?
Man könnte den schwarzen Peter bei den Medien suchen. Zwar wurde im Vorfeld der Wahl wieder eifrig über die Wahl und die “Skandale” berichtet. Seriösere Quellen haben sich vielleicht sogar mit Wahlprogrammen und Inhalten auseinandergesetzt und diese ihren Lesern und Zuschauern oder Zuhörern präsentiert. Aber über so etwas wird eben immer nur kurz vor einer Europawahl berichtet! Warum nimmt die Europapolitik in den Medien nicht ebenso einen festen Platz ein wie die nationale Politik? Warum wird man in festen Kolumnen nicht ganzjährig -wenigstens kurz auf ein paar Zeilen- über die neuesten Entwicklungen im Europarat oder die aktuellsten Debatten im Europaparlament informiert? Stattdessen werden unsere Europaabgeordneten -wenn denn mal über sie berichtet wird- von uns eher als Fremdkörper angesehen, mit denen man zumeist gar nichts verbinden kann.
Letztlich müssen wir uns aber fairerweise auch jeder einzelne selbst einmal fragen, was WIR selbst denn tun, um uns über diese Vorgänge zu informieren? Was hindert uns denn daran, einmal selbst nach aktuellen Nachrichten betreffend die EU zu suchen? Werden wir verfolgt, wenn wir uns bei den Parteien über EU-Themen informieren möchten? Ist es verboten, bei Wikipedia oder anderen Internetquellen nachzulesen, wie die EU “funktioniert”, wie sie aufgebaut ist, wo ihre Kompetenzen liegen? Nein, aber es ist geringfügig mit Eigeninitiative verbunden!
Wo seht ihr die Gründe für die geringe Wahlbeteiligung bei der Europawahl? Seid ihr selbst wählen gegangen? Oder was hat euch davon abgehalten? Seht ihr es auch so, dass wir Bundesbürger uns ein wenig selbstkritisch hinterfragen müssen? Oder haut ihr mir meine Meinung um die Ohren und habt eine ganz andere Erklärung für dieses Phänomen? Ich bin gespannt… wenn man sich die Tweets auf Twitter und die Artikel in den Blogs so durchliest, stellt man sich die Frage, wer denn überhaupt NICHT wählen gegangen ist – aber bei der niedrigen Beteiligung müssen es ja so einige gewesen sein.
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Bei uns waren ja gestern auch Kommunalwahlen, das Wetter war schön (doch doch
), und so haben wir einen kurzen Familienausflug ins “Lokal der Wahl” gemacht.
Nicht, ohne unserem mürrischen Nachwuchs vorher noch mehrfach das Warum und Wie und ein bisschen auch das Wen zu erklären. Vorallem aber auch das “Wen nicht”.
Daß die Leute so politikverdrossen und wahlmüde sind, ist ein Phänomen, dessen (wahrscheinliche) Ursachen du ja schon schön beschrieben hast, Sascha. Dieses “Uns geht es ja so schlecht! Was für eine miese Regierung! Aber uns fragt ja keiner!” läßt sich ja landauf, landab hören. Nicht erst heute, das war wahrscheinlich schon immer so (“Was für ein mieser Stammesältester/Häuptling/König/Präsident/Staatsratsvorsitzender/Kanzler(in)!”
Und jetzt meine Theorie: die Leute brauchen das. Die Leute, die Allgemeinheit, die personifizierte Öffentliche Meinung braucht jemanden, auf den sie schimpfen kann. Sie WILL gar nicht so viel Mitbestimmungsrecht! Denn das hieße, sich nicht nur um Familie, Arbeit, das tägliche Einerlei, das Hobby, den Verein zu kümmern, sondern DARUM AUCH NOCH! Das wollen aber die meisten gar nicht!
Sich selbst einsetzen für eine Sache, zu kämpfen, anzuecken, für etwas gradezustehen, das alles geht nicht nebenbei. Aber schimpfen kann man praktisch immer. Wer sich einsetzt, wird doch oft belächelt, als Wichtigtuer angesehn, oder als größenwahnsinnig.
Ich behaupte, jeder hätte durchaus die Möglichkeit, sich über die EU, über deren Aufbau, über Parteiprogramme etc. zu informieren, wenn man es denn nur WILL. Da muß man nicht warten, bis es der Lieblingsfernsehsender häppchenweise und mundgerecht serviert hat. Aber das hieße auch, etwas Neues zu lernen! Und mal ehrlich, wieviele Leute lernen freiwillig etwas Neues, ohne dafür bezahlt zu werden, befördert zu werden oder echten Spaß daran zu haben.
Von all diesen Dingen einmal abgesehen: ich persönlich wußte auch nur mit absoluter Sicherheit, wen ich NICHT wählen würde. Aber ich habe mir auch einen kurzen Überblick verschafft über die Programme der jeweils eventuell in Frage kommenden Parteien. Und es war keine leichte Entscheidung, soviel kann ich sagen. Aber egal, was die Gewählten wieder alles so verbocken in der kommenden Amtsperiode, wichtig war vorallem, daß es die Nazis nicht schaffen würden…
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Bin nicht wählen gegangen :/
irgendwie wusst ich nicht wen und warum und dass ich den ganzen tag auf achse war kam noch dazu.
Im endeffekt bereu ichs es wärn 10 minuten gewesen wenn ich schnell hingefahren wär und wenigstens ungültig gewählt hätte damit die rechten es nicht schaffen (gut ham sie soweit ich weiß eh net aber trotzdem).
Die geringe Wahlbeteiligung fand ich nicht überraschend ich denke du hast ganz recht mit deiner aussage die meisten leute sind einfach nicht informiert wahrscheinlich auch viele von denen die wählen gegangen sind und enfach nur ds wählen was sie immer wählen.
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Also ich war wählen, was man ja an meinem Artikel sieht. Die Wahlbeteiligung war auch in unserer Stadt nicht sehr Groß. ABER sie war grösser als der Bundesschnitt von 42%, in Frankenthal lag die Wahlbeteiligung bei der Europa/Bezirksrat/Stadtrat-Wahl bei jeweils 47% und mehr, d.h. fast jeder 2. war wählen. Aber ich war schon verwundert wie viel in meinem Bekanntenkreis nicht wählen waren.
Ich kann verstehen das manchen die Europa Wahl nicht so wichtig war. Fadenscheinige Ausreden hast du ja schon genug genannt.
Aber gerade Kommunal wo man viele der Kandidaten kennt, und das direkte Auswirkungen haben kann, da will ich doch mit entscheiden wer mit Bald das Grillen im Park verbietet oder die Erhöhungen der Parkgebühren beschließt.
Was das Thema Europa Wahl angeht. Ich habe mich im Vorfeld auch etwas informiert. Ich denke viele wissen einfach nicht für was welche Partei in Europa steht. Das Wahlprogramm wurde ja auch nicht gerade jedem unter die Nase gerieben, so wie es bei einer Bundestagswahl zum Beispiel der Fall ist.
Viele der Entscheide die im EU Parlament getroffen werden, werden erst wahrgenommen wenn sie als Gesetzesentwurf im Deutschen Bundestag landen. Der Wähler hat einfach das Gefühl mit dem was er wählt die Ergebnisse in keine Richtung zu lenken. Ob da nun CDU, SPD oder FDP dabei sind. Welche Auswirkung hat die Deutschland vertretenden Politiker. Immerhin sind diese nicht alleine an der Macht. Da gibt es ja noch 19 (?) andere Staaten. Die ja auch noch was zu sagen haben.
Wie du schon sagtest, informieren Hilft, nicht nur was die EU macht, sondern auch welche Pläne die zu wählenden Parteien in der EU verfolgen. Und da heißt es wegen der Inhaltslosen Partei Werbung:”Selbstinitiative”.
PS: Ich finde es Lustig das die Piratenpartei für Schweden ins EU Parlament geschafft hat.
Ich hoffe mal das die Beteiligung für die Bundestagswahl im Sep 09 etwas besser ausfällt.
Den wer nicht wählt, der darf auch nicht meckern, was die da in der Politik machen.
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Ich habe nicht gewählt. Weil erstens keine Partei die 5% Hürde schaffen könnte, die meine Ansichten vertritt und zweitens weil ich das europ. Parlament ablehne und keinesfalls mit meiner Stimme legitimieren möchte.
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Erst einmal muss ich sagen, dass das ein wirklich guter Artikel von dir ist. Argumentativ total gut nachvollziehbar.
Zudem kann ich dir in deiner Meinung auch noch ziemlich zustimmen. Ich bin auch wählen gegangen und das nicht, weil ich mich dazu verpflichtet fühle, sondern weil es eines der Rechte ist, die ich als deutscher Staatsbürger ausüben darf. Außerdem habe ich versucht mich im Vorhinein ausreichend zu informieren bzw versuche ich auch immer – auch wenn nicht gerade gewählt – politisch auf dem Laufenden zu bleiben, um vor der Wahl nicht die Partei mit der besten Wahlstrategie wählen zu müssen. Genau dort setzt ja auch dein Kritikpunkt an, den ich vollkommen unterstütze. Alle beschweren sich immer darüber, nicht ausreichend über das EU-Parlament oder überhaupt die Instanz EU informiert zu sein. Oft sind das aber wirklich diejenigen, die sich auch freiwillig gar nicht selbst darüber informieren wollen und im Alltag, wenn grad nicht Wahltag ist, gar nicht damit beschäftigen.
Das kann ich auch nicht nachvollziehen und gebe dir daher absolut Recht in deiner Argumentation.
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@Frau Magrat
Danke dafür! Und an deiner Theorie könnte tatsächlich etwas Wahres dran sein. Dass man immer irgendwas oder irgendwen zum meckern braucht, hat wohl jeder von uns schon mal festgestellt. Und die Frage, ob wir uns nicht schon mehr selbst beteiligen könnten, wenn wir nur wollten, habe ich ja zart-provokativ auch im Artikel angedeutet.
Puh, der Kommentar ist ja fast so lang wie mein Artikel
@BurningMan
Stimmt, die Stammwähler, die stets aus Gewohnheit “ihre” Partei wählen, sind auch so ein Thema für sich. Ich finde ja, dass man bei aller Sympathie, die man für eine Partei ja ruhig haben kann, trotzdem nicht “blind” wählen sollte, sondern sich wenigstens ansatzweise über die aktuellen Ausrichtungen der Parteien informieren sollte. Zumal wir ja inzwischen in einer Zeit leben, in der die bekannten Parteien ihre alten Vorstellungen teilweise “über Bord werfen”, um ja keine Wähler zu vergraulen.
@Symm
Ich denke schon, dass die Bundestagswahl ein ganzes Stück mehr Wahlbeteiligung erfahren wird. Da mache ich mir keine angst. Denn da haben die Bürger wieder viel eher einen direkteren Bezug zu der Thematik.
@Dragonlover
Ich glaube, es gibt viele, die deine Meinung zu der 5%-Hürde teilen und deswegen entweder gar nich wählen oder ein andere Partei wählen, um ihre Stimme nicht “zu vergeuden”. Da frag ich mich schon ein wenig, auf wieviel Prozent solche Parteien wohl kämen, wenn die Leute sie dennoch wählen würden. Mal davon ab: mit einer halbwegs hohen Prozentzahl unterhalb der 5% kann eine Partei immerhin langsam auf sich aufmerksam machen und in den Folgewahlen darauf aufbauen. Wer aber schon zu Anfang kaum Stimmen bekommt, kann sich nie großartig entwickeln.
@Sonja
Und wie du und Magrat ja schon sagten: manche wollen jede Information auf dem Silbertablett serviert bekommen; was ist so schwer daran, mal von sich aus aktiv zu werden und sich Informationen zu besorgen? Macht man bei anderen Themen doch auch so, oder etwa nicht?
Vielen Dank für das Lob
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Wenn ich das Gefühl hätte, dass es auch nur eine Partei gibt, die sich nach der Wahl nicht ins Schema F drängen liese, würde ich sie wählen.
Warum haben denn gerade rechte Parteien so extreme Zuläufe? Ein Grund ist sicherlich der, dass diese mit 100 %iger Sicherheit etwas bewegen. Ob ich jetzt SPD oder CDU oder sonstwen wähle, ist egal. Des es würde sich so gut wie nichts ändern. Gut, im Detail gibts bestimmt Unterschiede, aber im Großen und Ganzen rührt sich nichts. Die Arbeiten alle in die eigene Tasche, bzw. in der der Industrie.
Das Nächstse ist, dass ich mich mit diesem ganzen Kasperlstheater erst gar nicht beschäftigen möchte. Manchmal kommen mir die Politiker mit ihren gegenseitigen Diffamierungen schlimmer vor als Kindergartenkinder. Und solche Personen, die normalerweise Werte wie Integrität, Ehrlichkeit, Intelligenz und etwas von Ehre vertreten sollten, machen genau das Gegenteil.
Also ich weiß erstens nicht wenn, warum und weswegen ich einen wählen sollte, noch was sich ändern würde. Insofern kann man ruhig von Politikverdrossenheit reden. Vielleicht mache ich es mir auch einfach, aber solange ich nicht guten Gewissens eine Entscheidung treffen kann, die ich für mich und die Allgemeinheit vertretbar halte, lass ich es bleiben. Da ist es mir egal ob es zu meinen Rechten gehört.
Versteht mich nicht falsch, ich glaube an die Demokratie. Aber die schaut meiner Meinung nach anderst aus.^^
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Also ich hab auch gewählt – zum Einen hab ich es mir bei den Kommunalwahlen nicht einfach gemacht und tatsächlich 48 Stimmen (mit Schwerpunkten) vergeben und für Europa wiederum ganz anders gewählt.
Sicherlich geht die niedrige Wahlbeteiligung im größerem Maße zu Lasten Mitte-Links. Deshalb ist es auch schade, dass es den Parteien nicht gelungen ist, mehr Wähler zu mobilisieren. Vielleicht hätte man mehr darauf aufmerksam machen müssen, wie wichtig die Europa-Wahlen sind. ein Großteil der Gesetze werden dort verabschiedet.
So richtig zufrieden kann eigentlich keiner sein – dennoch stellen sich viele hin, als wären sie die großen Wahlsieger. Das kann ich bald nicht mehr mit ansehen.
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Ich war nicht wählen. Ich kann mich noch genau an die Sanktionen an Österreich erinnern. Wir wurden von der EU bestraft, nur weil wir innerpolitisch “falsch” die Regierung gewählt hatten.
Krank in meinen Augen. Ja, ich weiss. Ist keine Ausrede.Und normalerweise gehe ich immer wählen. Aber ehrlich gesagt. Von EU habe ich sowas die Nase momentan voll!!
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Gebe Dir total recht. Auch ich weiß nur wenig über die Europa-Wahl. Wählen war ich trotzdem.
Wenn auch nur eine kleine Partei.
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Die Leute die was drüber schreiben oder sich sonstwie an Diskussionen darüber beteiligt haben, sind natürlich in der Regel wählen gegangen. Die interessieren sich auch dafür.
Insgesamt interessiert es die breite Masse aber nicht sonderlich!
Die Europawahl ist da noch mal ganz speziell, da wirklich für die meisten Leute uninteressant oder zu abstrakt. Frag mal rum, wer dir auch nur einen Abgeordneten aus dem Europaparlament nennen kann?
Und ich glaube, viele sind einfach gefrustet und denken so wie z.B.BurningMan. Wen soll ich eigentlich wählen? Kommt doch sowieso nix gescheites dabei raus.
Ich vermute auch bei der Bundestagswahl wird es eine sehr schlechte (nicht ganz so schlechte, wie bei der Europawahl) Wahlbeteiligung geben.
Ich war übrigens wählen, schon alleine, weil meiner Meinung nach ein Nicht-Wählen die rechten Flachnasen (indirekt) unterstützt. War ja bei der Europawahl auch mal wieder so
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@zero
Naja, mit sonderlich sinnvollen Ideen haben die Rechten in Deutschland aber noch nirgendwo geglänzt, wo sie es tatsächlich ins Parlament geschafft haben. Und was die Finanzfragen angeht, hat die NPD ja momentan ihre ganz eigenen Probleme; eigentlich braucht man da gar keine Parteiverbotsverfahren anstrengen, sondern müsste nur abwarten, bis die sich selbst endgültig in die Pleite geritten haben
@plerzelwupp
Das nervt mich auch… wobei das ja nach jeder Wahl so ist. Verlierer gibt es ja anscheinend nie. Selbst wenn man noch so viele Prozent verloren hat, ist es ein Erfolg, weil es ja noch viel schlimmer hätte kommen können und man somit den Abwärtstrend erfolgreich gestoppt hat
@Nila
Und trotzdem kann man ihr nicht entkommen^^
@Artur
Man muss ja auch nicht unbedingt immer eine große Partei wählen. Würde niemand die “Kleinen” wählen, hätten die ja nie eine Chance, sich zu entwickeln.
@Retronaut
Das stimmt. Die stehen aber -ganz im Gegensatz zu “einheimischen” Politikern auch kaum im Fokus der Öffentlichkeit. Wann wird mal groß über jemanden aus dem EU-Parlament berichtet? Wenn hingegen irgendeinem x-beliebigen Politiker im Bundestag ein Furz quergeht, stehen am nächsten Tag die Titelseiten voll davon ^^
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Ich höre immer wieder das Wort Politik Vedrdrossenheit … was auch nicht sonderlich verwunderliuch ist …denn wen interessierts, was die Politiker dagen, die 13,.000 Euro pro Monat verdienen und dann nur schund rauskommt.. was sie Sagen stimmt zumeist eh nicht!
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@Sascha
Ja so ist die Realität. Aber in den Köpfern der Wähler die z. B. die NPD gewählt haben geht halt dieser Gedanke um. Mag auch historisch bedingt sein.^^
Jemand der sich hinstellt und verspricht alles radikal umzukrempeln das man für unumstösslich hält findet bestimmt irgendwo Zuspruch.
Ich persönlich könnte kotzen wenn ich diesen Stuss von den extremen Partein höhre.
Btw, finde ich dieses rechts, mitte, links Gebrabbel sowieso veraltet. In einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft wie wir immer meinen das wir sind, müsste solches Schubladendenken sowieso überhohlt sein. Das ganze Parteiensystem ist veraltet und wird den modernen gesellschaftlichen und sozialen Ansprüchen nicht mehr gerecht.
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Es ist ein Konglomerat von vielen Faktoren.
Auf der einen Seite vielleicht Politikverdrossenheit. Dann Unkenntnis der Arbeitsgebiete der EU. Dann die vermeintliche Bürgerferne und vielleicht auch fehlendes Bewusstsein.
Ich selbst kann es nicht verstehen, Wahlen sind nicht selbstverständlich und man sollte sie wahrnehmen. Besonders die EU greift in so viele Bereiche unseres Lebens ein, da ist eine Wahl sehr wichtig. Und ich kann dieses Argument nicht leiden, dass es eh nichts bringen würde. Oder kleineres Übel usw. Bah!
Zudem kommt die schräge Wahrnehmung der EU. Es werden nur seltsame Fälle bekannt, wie diese Gurkensache. Aber die EU tut ja mehr als sowas. Und auch die war nicht völlig verrückt. So sollten mehr Gurken in die Paletten passen, damit die Transportkosten gesenkt werden. Aber überflüssiger als manch andere Entscheidung war es sicherlich!
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@Blokster
Das Problem dabei ist ja eigentlich, dass die klugen Köpfe in der Politik in der freien Wirtschaft im Management ein Vielfaches verdienen, weswegen sie dorthin gehen. In der Politik bleiben dann häufig nur die, die es nicht auf einen Managerposten geschafft haben.
@zero
Vielfach wünscht sich die Öffentlichkeit ja sogar, dass die Parteien sich wieder mehr in ihre Schubladen stecken lassen. Dass die CDU beispielsweise wieder mehr nach konservativ-rechts rückt und die SPD wieder mehr nach links. Stattdessen drängen viele Parteien nur mehr und mehr in die “Mitte”, weil es da angeblich -oder anscheinend- die meisten Wähler zu fischen gibt. Abgrenzbare Profile bleiben dabei natürlich auf der Strecke.
@Schaps
So ist es! Dinge wie die Gurken-Sache werden in den Medien ausführlich dargestellt, aber dass viele bundesdeutsche Gesetze erst auf Verlangen von EU-Verordnungen erlassen werden, wird meist nur kurz in einem Nebensatz erwähnt… vor allem gerne bei Gesetzen, von denen sich der deutsche Gesetzgeber dann selbst distanzieren will, da sie in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen, nach dem Motto: “Wir mögen das Gesetz ja auch nicht, aber wir mussten es erlassen, die EU hat es so bestimmt.”
Dass die EU dabei nicht unbedingt ein positiveres Image bekommt, dürfte auf der Hand liegen.