Mein verruecktester Traum

Auf den Menschen wirkt jeden Tag eine unglaubliche Anzahl von Sinneseinflüssen und Wahrnehmungen ein. Da wir unmöglich all diese Einflüsse gleichzeitig verarbeiten könnten, spielt unser Gehirn dankenswerterweise Filter und trennt nach eigenem Ermessen wichtige von unwichtigen Einflüssen. Während wir dann die wichtigen bewusst wahrnehmen und entsprechend verarbeiten bzw. darauf reagieren, verbleiben die übrigen Einflüsse -so die Theorie- zunächst unbemerkt im Unterbewusstsein.

Da diese jedoch nicht ewig im Unterbewusstsein gelagert werden sollen, muss das Gehirn auch diese gefilterten Erlebnisse irgendwie verarbeiten. Es wird angenommen, dass diese Verarbeitung geschieht, während wir träumen, weswegen unsere Träume -wenn wir uns denn mal an sie erinnern können- meist sehr seltsam sein können.

Ich kann mich nur sehr selten an meine Träume erinnern, kann noch nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob ich überhaupt häufig träume. Angeblich lässt sich das so erklären, dass man sich nur dann noch an den Traum oder Teile davon erinnern kann, wenn man während der eigentlichen Traum- bzw. Verarbeitungsphase gestört oder geweckt wurde oder aufgrund anderer Einflüsse noch nicht alles verarbeiten konnte.

An einen Traum kann ich mich jedoch noch richtig gut erinnern, obwohl er viele, viele Jahre her ist. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann es war, kann es aber auf meine Grundschulzeit eingrenzen. Der Grund, warum ich mich daran nach all den Jahren noch so gut erinnern kann -und wohl bis zum Ende meines Lebens werde erinnern können, sofern mich im Alter keine Gedächtniskrankheiten ereilen- ist der, dass er einfach so verrückt und zudem noch interkativ(!) war, dass ich ihn einfach niemals vergessen konnte:

Alles fing im Traum damit an, dass ich mich selbst begrüßte! Man muss sich das vorstellen wie bei einem Fernseher. Ich schlief und vor meinem geistigen Auge lief der Traum/ der Film ab. Ich stand dort in meinem Traum und blickte aus dem Fernseher auf den Zuschauer… also in diesem Fall mich selbst, um mir mitzuteilen:

“Hallo Sascha. Dein Traum geht jetzt gleich sofort los. Aber wenn es zu wild werden sollte, dann denk daran, dass es nur ein Traum ist. Du musst dann nur die Augen öffnen und bist wieder wach.”

Nach dieser ungewöhnlichen und freundlichen Einleitung startete mein Traum dann tatsächlich. Darin entdeckte ich, dass die Erde von außerirdischen, zweidimensionalen Spinnen heimgesucht wurde.Ich fand heraus, dass man diese Spinnen nur sehen konnte, wenn man sich ganz flach mit dem Gesicht auf den Boden legte. Letztlich wurde ich beim Kampf gegen die Invasoren in die Enge getrieben, auch deswegen, weil meine alte Direktorin zu einem Monster mutiert war!?! So lag ich nun also auf dem Boden und sah die Masse der zweidimensionalen Spinnen unaufhaltsam auf mich zurollen. Es gab kein Entkommen mehr, jeden Moment würden sie mich erreicht haben und auffressen…

Da ertönte aus dem Off die mir vertraute, eigene Stimme wieder:

“Denk daran, wenn es dir zu wild wird, dann öffne einfach die Augen und alles ist vorbei!”

In dem Moment öffnete ich tatsächlich die Augen und beendete so meinen Traum!

Zugegeben, der Traum an sich ist schon reichlich merkwürdig. Wie ich unterbewusst auf zweidimensionale Spinnen gekommen bin oder was damit symbolisch gemeint sein könnte, hab ich bis heute nicht herausgefunden. Aber wirklich in Erinnerung geblieben ist mir der Traum wohl deshalb, weil ich dort zweimal mit mir selbst gesprochen habe. Ich war mir dadurch zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass nichts real ist, sondern dass ich nur träume. Eine Erfahrung, die ich danach nie mehr hatte.

Hattet ihr schonmal ähnlich interaktive Träume? Oder seid ihr euch während eines Traums bewusst gewesen, dass ihr träumt? Und was mich auch noch brennend interessieren würde: Was ist der verrückteste Traum, an den ihr euch erinnern könnt?


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