Wie allgemein bekannt ist, befinden wir uns in einem Super-Wahljahr. “Super” wird es genannt, weil gleich mehrere große Wahlen wie Europawahl und Bundestagswahl, aber auch diverse Kommunalwahlen in mehreren Bundesländern stattfinden und sich daher politisch sehr viel bewegen kann.
Hingegen bedeutet das “Super” in Super-Wahljahr ganz ausdrücklich nicht, dass die Bevölkerung dieses Wahljahr besonders toll fände. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Schließlich wollte es das Schicksal so, dass dieses Super-Wahljahr ausgerechnet in den Zeitraum fällt, wo im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise überall nur von Pleiten, Inflation, Armut, Sozialabbau, Schulden und Arbeitslosigkeit die Rede ist. Die allgemeine Stimmung ist mies, die Politikverdrossenheit steigt munter weiter und die einzelnen Parteien müssen sich richtig ins Zeug legen, um überhaupt Wähler an die Urnen zu locken.
Gerne bedienen sich die Parteien dafür auch des Instrumentes der Wahlwerbespots. Die laufen dann -meist eher unbeachtet- im Fernsehen oder aber auch im Radio. Ein Radiospot hat es nun jedoch sogar in die Schlagzeilen geschafft!
Es handelt sich hierbei um einen Radio-Wahlwerbespot der Partei “Die Linke”. Wie die Süddeutsche berichtet, soll sich in diesem Spot wohl ein intelektuelles Pärchen während des Liebesaktes über Europa- und Familienpolitik unterhalten. Was die Aussage des Spots sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis, ist an dieser Stelle aber auch nicht weiter wichtig.
Da das Pärchen nunmal “bei der Sache ist”, wird die Unterhaltung immer wieder durch eindeutige Stöhner unterbrochen. Kann man sich wahrscheinlich so vorstellen wie damals in der Werbung für ein Haarshampoo, in welchem die Frau unter der Dusche durch das Mittel auch ganz “erfreut” war.
Der WDR 4 war darüber weniger erfreut. Also über den Wahlwerbespot, nicht über die Shampoo-Werbung. WDR 4 gehört zum großen Komplex des Westdeutschen Rundfunks mit seinen zig Sendern. Für diejenigen, die WDR 4 nicht kennen: der Großteil der Hörerschaft dieses Sparten-Senders wird aus Großeltern rekrutiert, die bei Volks- und Heimatmusik innere Glückseligkeit finden. Das ist ja auch nicht schlecht, schließlich haben auch unsere Omas und Opas ein Anrecht darauf, irgendwo die Musik präsentiert zu bekommen, die sie gerne hören. Ich habe das nur erwähnt, um klarzustellen, mit welcher Art von Sender wir es beim WDR 4 zu tun haben.
Wie gesagt, die Verantwortlichen beim WDR 4 waren mit dem besagten Wahlwerbespot nicht so recht glücklich und haben ihn aufgrund seines offensiv sexuellen Charakters vom Mittags- ins Abendprogramm verbannt.
Klar, man könnte jetzt wieder direkt dutzende Gegenbeispiele aus dem Hut zaubern, anhand derer sich aufzeigen ließe, dass es da weitaus schlimmeres und eindeutigeres im (Nach-)Mittagsprogramm der deutschen Medien zu sehen gibt. Machen wir aber nicht. Stattdessen werfen wir einmal einen Blick auf die Begründung des WDR. In der hieß es:
“Durch Dauer und Intensität der akustischen Darbietung des Geschlechtsverkehrs im Mittagsprogramm von WDR 4 werden Jugendliche und insbesondere Kinder unfreiwillig und möglicherweise ohne Aufsicht oder Betreuung der sexuellen Darstellung ausgesetzt.”
Stimmt, das hätte ich ja beinahe vergessen – wer kennt sie nicht: die ganzen Kinder und Jugendlichen, die unbeaufsichtigt mittags zu hause herumsitzen, um dann heimlich auf WDR 4 ihre Lieblings(volks)musik zu hören
Da fragt man sich schon, ob die Verantwortlichen so genau wissen, für wen sie da eigentlich Programm machen, oder?
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10 Rückmeldungen zu WDR 4 gegen Sex-Wahlwerbung
Kommentare
Konna | 21. Mai 2009 um 18:48 Uhr
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zero_-_-cool | 22. Mai 2009 um 07:17 Uhr
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Naja, als Ausrede kann mans gelten lassen. Da mussten schon viel fadenscheinigere Dinge herhalten.^^
plerzelwupp | 22. Mai 2009 um 08:27 Uhr
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Nur mal so nebenbei, weil Du auch das Wort “Super-Wahljahr” näher definiertest: Es hat nämlich auch nichts mit dem Wal zu tun (ihr wisst schon … diese großen Meeressäuger).
In einem Punkt muss ich jedoch widersprechen: Die Wahlwerbespots finden durchaus beachtung. Beim Mittagessen in der Kantine diskutieren wir im Kollegenkreis auch darüber (selten politisch inhaltlich, sondern eher wie die Spots “gemacht” sind – wie werden die Themen umgesetzt, usw.).
Den Rest Deiner Satire fand ich einfach köstlich: Rentner und ihre innere Glückseligkeit beim Hören der WDR4-”Blasmusik” und jugendliche, die heimlich diesen Sender hören
)
Schaps | 22. Mai 2009 um 13:48 Uhr
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Die Verantwortlichen wissen es sicher nicht, aber die von der Linkspartei auch nicht. Das war doch sicher wieder nur eine Werbung um Aufmerksamkeit zu erregen. Mit richtiger Politik schafft die Partei das eh nicht.
Das Shampoo heißt übrigens Herbal Assences ^^
Schaps | 23. Mai 2009 um 11:11 Uhr
bisherige Kommentare: 52
Sascha, auf sone abgefahrene Idee würd ich doch NIE kommen!!
Newton | 23. Mai 2009 um 13:25 Uhr
bisherige Kommentare: 156
Hmmm, eigentlich habe ich zu diesem Thema (Sex) immer viel zu sagen. Aber heute bin ich wohl durch die Anwesenheit von Politik irgendwie gehemmt. Mag ich nämlich gar nicht. Pumpe (Keyword
).
Schaps | 26. Mai 2009 um 10:48 Uhr
bisherige Kommentare: 52
Ich hab auch schon Geld bekommen…indem ich in einem Artikel über nen Casinobesuch sone komische Seite verlinken musste…löl

Naja, du musst das so sehen: Wenn klein Kevin bei Oma und Opa zu besuch ist und ihre Lieblingssendung auf WDR 4 gucken und der Enkel dabeisitzt und hinterher fragt, warum die so geschrien haben, dann brennt aber der Busch!