Updates bei der US Army
Auf meinem Rechner läuft Windows Vista. Aber nicht, weil ich jemand bin, der immer zwanghaft das neueste Betriebssystem haben müsste, sondern aus einem viel banaleren Grund: ich habe es damals zu meinem PC dazugeschenkt bekommen. So dachte ich mir damals, dass ich Vista ja mal ausprobieren könne, und wenn es mir nicht gefiele, würde ich einfach wieder zu Windows XP zurückkehren, welches ich ja auch besaß bzw. immer noch besitze.
Und was soll ich sagen? Mich hat Vista überzeugt. Nicht wegen der grafischen Spielereien, sondern wegen funktionalen Kleinigkeiten. Die automatische Defragmentierung während Arbeitspausen funktioniert ganz annehmbar und die Stabilität von Vista ist -zumindest bei mir- absolut in Ordnung. Zwar war und ist auch XP schon ziemlich stabil, aber bei Vista kann ich die Abstürze und Bluescreens an einer Hand abzählen. Natürlich muss man ein wenig Zeit investieren, um Vista an die eigene Arbeitsweise anzupassen, um -für einen persönlich- unnötige Funktionen abzuschalten usw., aber das ist eigentlich bei jedem neuen Betriebssystem so.
Dennoch hatte Vista in der breiten Öffentlichkeit nach dem überaus erfolgreichen Windows XP einen unglaublich schweren Stand und schaffte es irgendwie nie, sich ein wirklich positives Image zu erarbeiten. Unterstützt wird dies -natürlich aus marketingtechnischen Gründen- inzwischen sogar durch Microsoft selbst, die offiziell dazu raten, Vista im Regal stehen zu lassen und auf den Nachfolger, Windows 7, zu warten, der bereits in den Startlöchern steckt.
Vor diesem Hintergrund hat sich nun auch die US Army zu einem Betriebssystem-Update ihrer Rechner entschlossen – jedoch mit verwunderlichem Ausgang und noch verwunderlicherer Begründung:
Bislang lief auf ihren Rechnern Windows XP, nun soll, pünktlich zum Start von Windows 7, ein Update erfolgen – auf Vista! Manch ein Nörgler wird nun fragen, warum die Army auf ihren Rechnern überhaupt Windows-Betriebssysteme einsetzt, da diese gemeinhin ja als recht anfällig für externe Attacken gelten. Aber darauf möchte ich gar nicht hinaus.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Frage aufkommen wird, warum die Army jetzt nicht sofort auf Windows 7 updated und stattdessen den oftmals kritisierten Vorgänger, Windows Vista, einsetzen will. Wäre ich Verantwortlicher bei der US Army, würde ich wohl argumentieren, dass Vista inzwischen soweit entwickelt ist, dass die ganzen Kinderkrankheiten ausgebügelt sind, wohingegen das neue Windows 7 sicherlich -vor allem zum Anfang- über eine Vielzahl entsprechender neuer Kinderkrankheiten und Fehlfunktionen sowie Inkompatibilitäten leiden wird… eben so, wie es bei neuen Betriebssystemen -oder Software allgemein- häufig der Fall ist. Viele Probleme zeigen sich eben erst im Alltagstest und können somit erst nachträglich justiert oder behoben werden. Das mag ärgerlich sein, lässt sich aber wohl nie ganz vermeiden.
Aber dei Army versucht es gar nicht mit dieser -in meinen Augen naheliegenden- Argumentation zu erklären, sondern geht einen anderen Weg. Begründet wird der Schritt zum einen mit der verbesserten Sicherheit im Vergleich zu Windows XP, zum anderen jedoch -wie bei CHIP nachgelesen werden kann, wegen weiterer “essentieller Features” von Windows Vista. Welche “essentiellen Features” die US Army meint, führt sie auch gleich auf. Haltet euch fest:
- “Ein neuer Windows Explorer,…”
Hui, der ist natürlich große Klasse - “…überarbeitete Icons…”
Ja, den Soldaten muss schließlich auch optisch mal was geboten werden - “…und geänderte Navigations-Struktur.”
Hä?!? Was denn für eine geänderte Navigationsstruktur? Ist damit vielleicht das neue Startmenü gemeint, welches ich -wie schon bei Windows XP- direkt mal auf die klassische Windows-Ansicht umgestellt habe? - “Außerdem gibt es grafische Nachbildungen einer Uhr, des Kalenders, einer Wetter-Anzeige und neue Outlook-Mail-Funktionen.”
Na, DAS nenne ich mal wirklich essentielle Features! Vista zeigt nun also die Nachbildung einer echten Uhr! Whooooa! Und für die Anzeige des Wetters muss ich nicht mehr eine Wetter-Seite im Netz besuchen oder aus dem Fenster gucken, sondern das zeigt mir Vista jetzt standardmäßig an? Waaaaaahnsinn!
Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Windows Vista, wie oben dargestellt, nutze ich es selbst seit geraumer Zeit und bin damit völlig zufrieden. Auch finde ich, dass es -gerade für nicht-private Anwender- durchaus gute Gründe gibt, bei einem Update eher auf Vista als sofort auf Windows 7 umzusteigen. Aber zu diesen Gründen würde ich die Anzeige einer nachgebildeten Uhr oder eine Wetteranzeige nun wirklich nicht zählen. Diese Dinge dann auch noch als “essentielle Features” zu titulieren, lässt mich dann doch ein wenig an der US Army zweifeln
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@Sascha
Dir scheint nicht bewusst zu sein, welch’ wichtige Rolle das Wetter bei der Kriegsführung spielt. Manche Kriege wurde von der Seite mit der besseren Wettervorhersage gewonnen.
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Zweifeln tu ich nicht (mehr), aber kugeln tu ich mich gerade vor Lachen.
Den neuen Explorer MUSS man natürlich haben, weil es keine anderen (kostenlosen) Programme gibt, die das Gewünschte vielleicht können.
Ich glaube die meinen die Brotkrumen-Navigation, wo du immer siehst, wie du in den aktuellen Ordner gekommen bist. Was aber eigentlich dasselbe wie die beim alten Explorer ist, nur dass dort Ordner mit Backslashes statt Pfeilen getrennt werden! (und anklickbar sind, wohow!)
Insgesamt zeigt diese Begründung, dass man sich nicht im Klaren darüber ist, dass es außer den betriebssystemeigenen Funktionen noch weitere (oft kostenlose) Varianten gibt. Das nennt sich dann Software! Und bei einem so großen Haufen wie der US Army sollte man davon ausgehen, dass die sich eine Handvoll Leute leisten können, die geeignete Software raussuchen können.
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Aber das alles erklärt leider auch gar nicht, wieso sie nun zu Vista umsteigen und nicht zu Windows 7. Ich gehe doch stark davon aus, dass Windows 7 auch diese tollen Neuerungen (Wetter, Uhr etc.) hat
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@Newton
Tja, werde nochmal jemand aus den Amerikanern schlau^^
@juliaL49
Stimmt, die Brotkrumen-Navigation könnte tatsächlich gemeint gewesen sein. Wobei ich ja eher ein Freund der Backslashes war. Ich weiß nicht, was da an der neuen Variante so viel besser sein soll.
Aber schön, dass der Artikel bei dir für Heiterkeit sorgen konnte
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Das wundert mich jetzt aber auch.
Warum muss ausgerechnet jetzt aus Sicherheitsgründen Windows Vista installiert werden? In einem anderen Bericht sagen sie das sie es nicht so eng sehen, gleich auf Windows 7 zu wechseln da beide Systeme das gleiche Grundgerüst besäßen und sie eh 2010/11 Windows 7 anschaffen wollen.
Da geht es wohlmöglich nur um Gelder aus dem Staatsbudget die hier mal schnell abgegriffen werden wollen oder sie haben einen Deal mit Microsoft.
Die (Sicherheits-)Begründungen auch sind witzig. Bei einer Privatperson hätte ich es verstanden wenn wegen bunten Icons gewechselt wird aber beim Militärapparat?
Ich benutze natürlich immer noch XP und das wird auch solange bleiben bis irgendwann die Kompatibilität zu neuen Programmen verschwindet und mehrheitlich nur für neue Betriebssysteme programmiert wird.
Don’t touch a running system…und meins rennt und arbeitet fast fehlerfrei nach jahrelanger Einstellung und zigtausend Updates wie nie zuvor.
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Ich bin auch noch verfechter der XP-Fraktion und wie Dragon schon sagte. “Never touch an running System”. Aber es wundert mich auch so, das das Militär auf Sachen wie Design wertlegt.
Ein Betriebssystem muss und sollte funktional bleiben. Und fast alle Vista Desktop Features würden sich auch mit 3.Party Tools auf dem Desktop bringen lassen. Ich stell mir gerade die UAC (User Access Control) vor, wenn Barrack Obama auf den Roten Knopf drückt um Kim Jong Il eins auszuwischen und dann eine Meldung erscheint. Dieses Programm erfordert Administatoren Rechte….hihi^^
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@Dragon
Wie gesagt, mit XP war und bin ich auch absolut zufrieden. Es verrichtet weiterhin treue Dienste auf meinem altersschwachen Laptop, auf dem Vista eh niemals laufen würde^^
@symm
Noch interessanter würde es werden, wenn in der entscheidenden Phase ein typischer Windows-Bluescreen erscheinen würde… da würden bei einigen Herren die Schweißperlen auf der Stirn stehen
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All die genannten Gründe sind richtig, fallen aber in den USA unter Geheimhaltung, nicht, dass der Russe oder der Taliban auch updatet … dann wäre ja der technologische Fortschritt dahin. Vielleicht plant China ja den Wechsel von Red-Flag-Linux zu Windows 7 “dawn of mankind”, das haben die Amis raus bekommen und wollen im entscheidenden Augenblick – also vor dem Servicepack 1 – zuschlagen … denkt doch mal nach!!
Gruß Knurri
http://www.knurri.de
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Hmmm. Zweifel? An den Amis? Obendrein an der US Army? Also, das würde ich jetzt wirklich nicht am OS festmachen wollen
!
Wobei… wenn ich jetzt so drüber nachdenke… eine angezeigte Uhr, sagst du? Das hat schon was. Wirklich…
Und weder China, Korea noch die Leute vom Taliban kämen drauf, daß vielleicht doch eher ANDERE Gründe für ein Vista sprechen könnten….
Aber ist es überhaupt Vista? Können WIR uns da so sicher sein? Ist es vielleicht eher Windows Fiesta?
Wie verwirrend…
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@Ralf
Willkommen hier auf dem Blog. Wenn schon alle Geheimdienste und Militärs in deiner Theorie involviert sind, dann müssen aber auch irgendwo noch die Aliens unterkommen, sonst fehlt einfach etwas^^
@Magrat
Es ist ja nicht einfach nur eine angezeigte Uhr, die gibt es ja seit jeher in der Taskbar. Wichtig ist, es handelt sich um die Nachbildung einer Analog-Uhr! Erst dein Analog-Käse, jetzt das Comeback der Analog-Uhren. Da muss doch irgendwas hinterstecken
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Du hast recht! An den Analog-Käse hatte ich dabei noch gar nicht gedacht! Schockierend!
Wie also soll man das plötzliche Interesse der US Army an Analogien beurteilen?
Da fällt mir ein: was, wenn sie es gar nicht auf das Analogon des Digitalen abgesehen haben, sondern vielmehr, quasi als Paradoxon, das Analoge relativ zum Homologen!
Weitergedacht:
homolog = gleicher Vorfahr, aber trotzdem verschiedene Gliedmaßen
analog = unterschiedliche Vorfahren, dennoch ähnliche Gliedmaße
Vorfahre? Hallo? Da klingelt es doch, oder? Was ist, wenn hier indirekt auf unsere außerirdischen Vorfahren angespielt wird?
Nicht auszudenken…
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Homologe hmmmm, dass ist wohl ein Arzt der sich mit der warmen Fraktion beschäftigt (also jetzt nicht soo beschäftigt).
Analogie dürfte dann die Lehre vom….ach lassen wir das
Was die Army betrifft:
XP hat ja nur eine Uhr in der Taskleiste, sicher kann man aber bei Vista mehrere Uhren (mit verschiedenen Weltzeiten) anzeigen lassen. Schließlich sollte man bei einem geplanten Nachtangriff wissen, wann es beim Feind dunkel wird.
Und wenn ein Soldat während einer endlosen Schicht langsam müde wird, hilft es, wenn er andere Icons vor sich hat und deren Funktion erforschen muss.
Andererseits können die genannten Gründe auch alles Tarnbezeichnungen sein. Wieso sollten die ihre Gründe offenlegen? Z.B. könnte “überarbeitete Icons” in Verbindung mit “optisch” bedeuten, dass sie ein neues Nachtsichtüberwachungssystem haben, dass auf wichtige Funktionen von DirectX10 angewiesen ist. “Uhr”, “Kalender” und “Wetter” könnten neue Waffensysteme sein. Na, und Navigationsstruktur ist ja schon fast selbsterklärend.
Ich habe Angst!
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@Magrat
Unsere außerirdischen Vorfahren? Also dorthin, wohin Elvis zurückgekehrt ist, nachdem ihn die amerikanische Regierung hier für tot erklärt hat?
@Newton
Hm, DirectX 10… das bringt mich auf eine Idee. Vielleicht benötigt die Army ja zwingend DirectX 10, um künftige Trainingsprogramme ans Laufen zu bekommen. So wird ja z. B. Stormrise mind. DirectX 10 und Vista voraussetzen. Stormrise als Trainingsprogramm der Army… was da wohl auf uns zukommt?^^
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Genau. Die amerikanische Regierung…so langsam fügt sich alles… das würde dann auch die “überarbeiteten Icons” erklären! Überarbeitet! Das heißt nicht “neues design”, da hat sich jemand kaputt geschuftet! Wer? Na ganz einfach: Icon = Ikone = Star => Elvis! Ta-daaaa!
Ich wußte es.