Eigentlich müsste ich diesen Artikel beginnen mit den Worten “Schließt eure Augen…”, aber mit geschlossenen Augen liest es sich so schlecht. Von daher muss ich euch vielmehr bitten, euch in die folgende Szene, welche mir heute widerfahren ist, einfach so gut wie möglich hineinzuversetzen.
Ihr liegt morgens im Bett, die Sonne schickt erste Strahlen durch das Fenster, die zart über euer Gesicht streicheln. Ihr wisst, es ist Wochenende, und obwohl ihr euch für heute einige Dinge vorgenommen habt, könnt ihr noch gemütlich ein wenig im Bett liegenbleiben. Der Radiowecker ist gar nicht eingeschaltet, so dass ihr keinesfalls unsanft von ihm gestört werdet. Also gleitet ihr sanft von der Sonne begleitet zurück ins Land der Träume. Ihr fühlt euch wohl, seid total entspannt. Als ihr gerade wieder eingeschlummert seid, fühlt ihr euch behütet wie im Mutterschoß. Dann ertönt in direkter Nähe plötzlich ein markerschütternder Schrei!!
Abprupt werdet ihr aus euren süßen Träumen gerissen und richtet euch reflexartig im Bett auf, um euch zur Quelle des Schreis zu drehen. Im Augenwinkel nehmt ihr eine herumfuchtelnde Hand wahr, die sich mit rasender Geschwindigkeit auf euer Gesicht zubewegt. Mit katzenartigen Reflexen gelingt es euch gerade noch, dem Angriff auszuweichen. Möglich macht das eine Verrenkung, bei der Neo aus Matrix stolz auf euch gewesen wäre.
Inzwischen habt ihr euch soweit orientiert, dass ihr sicher wisst, wo ihr seid – in eurem Schlafzimmer. Auch habt ihr inziwschen realisiert, dass sich kein fremder Angreifer im Raum befindet. Mit immer noch wild pochendem Herzen dreht ihr euch schließlich um und schaut zu eurer besseren Hälfte, die kreidebleich, mit großen Augen, im Bett sitzt und zweifellos die Quelle des Schreis als auch der fliegenden Fäuste war.
Wortlos blickt ihr herüber, auf eine Antwort wartend, was denn bitte die Aktion gerade sollte. “Da war eine Spinne, die ist auf meinem Arm gekrabbelt”, bekommt ihr als Antwort. Inzwischen seid ihr hellwach. Umso drolliger klingt der zweite Spruch eurer besseren Hälfte: “Leg dich doch hin und schlaf noch ein bisschen, es ist doch Wochenende”…
Ja, so lief er ab, mein heutiger Morgen. Während ich in der vorangegangenen Nacht noch unsanft durch Gewitter und starke Regenfälle, die gegen unser Dachfenster prasselten, geweckt wurde, prasselten heute eben beinahe Fäuste auf mich nieder. Ich muss zugeben, auch ich bin kein großer Fan von Krabbelgetier in der Wohnung. Aber so viel Aufregung wegen einer Mini-Spinne? Wir reden hier von einem Viech, das nichtmal halb so groß war wie der Nagel des kleinen Fingers!
Durch das wilde Herumgefuchtel soll die Spinne übrigens das Gefühl kennengelernt haben, in hohem Bogen durch das Schlafzimmer zu düsen. Übrigens: die Spinne -so sie denn nicht nur im Halbschlaf meiner besseren Hälfte existierte- war danach nicht mehr gesehen. Krabbelt dann vermutlich immer noch total verwirrt irgendwo in der Ecke herum, um mir auch morgen wieder einen aufregenden Start in den Tag zu bescheren.
Vielleicht sollte ich mich vor dem Hintergrund heute vorsorglich mit Ohropax und einem Helm ins Bett legen. Gesünder wäre es wohl, oder? Und ob ich meiner besseren Hälfte wohl von der Statistik erzählen soll, dass man durchschnittlich in seinem Leben im Schlaf unbewusst ca. 7 Spinnen isst? Hmmm….?
16 Rückmeldungen zu Invasion im Schlafzimmer
Kommentare
redaktusse | 9. Mai 2009 um 19:26 Uhr
bisherige Kommentare: 13
IceBear2k6 | 9. Mai 2009 um 19:52 Uhr
bisherige Kommentare: 106
wuhahaha wie lustig…. das gleiche könnte bei mir auch passieren xD
btw. dein vergleich mit Neo ist einfach köstlich^^
konntest du danach wenigstens noch etwas weiterschlafen oder war die ruhe entgültig weg?
Konna | 9. Mai 2009 um 22:08 Uhr
bisherige Kommentare: 91
Haha, sehr lustiges Erlebnis und toll erzählt! Stelle mir dich gerade vor, wie Neo der Faust ausweichend. Danke für den Lacher.
Kathrin | 9. Mai 2009 um 22:33 Uhr
bisherige Kommentare: 21
Also ich finde das lustig
und ich kann deine Freundin da auch wirklich verstehen. Finde diese Viecher auch eklig und ich glaube ich hätte auch nicht anderster reagiert.
Janina | 10. Mai 2009 um 18:36 Uhr
bisherige Kommentare: 38
Also Sascha, jetzt hast du aber eine Diskussion entfacht. Ich, als Frau, kann mich wohl am allerbesten in deine bessere Hälfte hineinversetzen. Vielleicht sollte ich einmal einen Artikel verfassen, indem ich haargenau erzähle, was in uns Frauen passiert, wenn wir dieses kleine, schwarze, haarige Ding auch nur von weitem sehen. Ich glaube, da würde jeder Mann schmunzeln, aber eben jede Frau mit dem Kopf nicken.
Okee, die Frauen haben eine Macke in diesem Punkt. Aber wir können es einfach nicht abstellen! Sorry, das sind Reflexe!!!
Furchtbar diese Dinger… Nee nee…
Newton | 11. Mai 2009 um 15:26 Uhr
bisherige Kommentare: 156
@Sascha
Das mit den 7 Spinnen habe ich auch gelesen, ich glaube das war im Stern oder Focus (die beiden Schlüsselwörter bescheren Dir hoffentlich viele Besucher).
Was mich ein wenig wundert, warum hat Adler die Spinne nicht mit einem krassen magischen Spruch aus dem Verkehr gezogen (insider)?
@Alle
Ich bin froh, dass es nur eine Statistik ist. Das heißt, im besten Fall esse ich gar keine Spinnen und meine bessere Hälfte dafür die doppelte Menge (nicht, dass ich es ihr gönne). Na ja, man muss das ja auch global betrachten. In unseren Breiten wird so etwas so gut wie nie vorkommen, während in Gegenden wie Afrika, Asien, Südamerika wahrscheinlich täglich eine Spinne (pro Person) verspeist wird. Da fällt mir gerade ein, dass Spinnen in manchen Ländern als Delikatesse gelten. Sind die absichtlich gegessenen Spinnen in der Statistik schon mit drin? Ich hoffe es
.
Der Hauptgrund für diese panische Angst, die vor allem Frauen beim Anblick eines Insekts ergreift, dürfte evolutionäre Gründe haben. Als Sammlerinnen und Hüter der Aufzuch…des Nachwuchses hatten sie sicherlich oft eine Begegnung der arachnophilen Art. Und da diese Dinger giftig sein konnten (vor allem Kinder haben weniger Abwehrkräfte gegen die Gifte), musste man da schon ein wenig hektischer reagieren. Das hatte auch den Nebeneffekt, dass die Kleinen gleich mitbekamen was gefährlich ist.
Wir Männer waren da von ganz anderem Kaliber. Wir hatten keine Zeit für kaum sichtbares Ungeziefer, wir mussten uns mit Monstern von der Größe eines Omnibusses herumschlagen. Und selbst, wenn uns mal eines dieser kleinen Tierchen (die DAMALS sicher etwas größer waren) gebissen hatte, dann konnte man immer noch 2-3 Mammuts erlegen, bevor man der Wirkung des Giftes erlag.
Newton | 12. Mai 2009 um 11:08 Uhr
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“Fliegende Fäuste” und “Lufttritte”, das hast Du von den Simpsons oder?
Magrat | 14. Mai 2009 um 12:18 Uhr
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Komisch, hab deinen Spinnen-Beitrag erst letzte Nacht gefunden. Sowas…
Solche Szenen gibt es bei uns auch. Wobei das früher noch um einiges extremer war mit meiner Spinnenangst – da hieß es hysterisch schreien und weglaufen, wild herumfuchtelt und anschließend einen Heulkrampf bekommen! Sehr anstrengend, so etwas…
Ähnliches spielt sich bei uns zur Zeit ab, wenn jemand das Wort “Kellerassel” auch nur erwähnt. Bei unserer Großen. Selbst mitten in der Nacht, gut, daß sie nicht mehr mit im Großen Bett schläft
…
Gibt es eigentlich schon eine lateinische Bezeichnung für “Kellerassel-Angst”? Vielleicht “Porcelliophobie”. Klingt gut…
Magrat | 14. Mai 2009 um 12:19 Uhr
bisherige Kommentare: 136
wild herumfuchteln, sollte es wohl heißen…
Grammatik 6 – Setzen!
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Commentariophobie*… | The Daily Madness
19. Mai 2009 um 15:38 Uhr

Der Schläger hätte ich sein können…..(Gruss an die arachnophobische Freundin)