Die Jugend von heute

Hand auf’s Herz, kommen euch solche Sätze nicht auch irgwendwie bekannt vor?

1) Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.

2) Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

3) Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.

Ja, solche und ähnliche Sätze begegnen uns im Alltag eigentlich ständig. Ich muss gestehen, dass ich mich neulich selbst dabei ertappt habe, wie ich etwas ähnliches gedacht habe – und das, obwohl ich selbst noch nicht einmal 30 bin!

Allerdings will ich jetzt nicht über die Jugend von heute herziehen, auch wenn der Titel dies vielleicht vermuten ließe. Vielmehr würde ich gerne näher auf die oben zitierten Sätze eingehen.

Die stammen nämlich nicht von irgendwelchen Rentnern, wie man vielleicht vermuten würde. Gehen wir die Sätze und ihre Quellen doch einfach Stück für Stück durch:

Wer genau Zitat Nummer 1 von sich gegeben hat, kann leider nicht mehr ermittelt werden. Wass man aber sagen kann ist, dass das Zitat Teil eines Keilschrifttextes ist, der ungefähr 2000 v. Chr. geschrieben wurde! Daran kann man sehr schön erkennen, dass es sich beim Meckern über die Jugend wohl nicht um ein allzu modernes Phänomen handelt. Das Ende der Welt war dann aber wohl doch noch nicht ganz so nah.

Zitat 2 könnte man sicherlich auch auf die heutige Zeit übertragen, aber auch dieser Satz hat schon ein “paar” Jahre auf dem Buckel. Ausgesprochen wurde er von niemand anderem als von dem griechischen Philosophen Sokrates. Wenn er sich schon damals so aufgeregt hat, was würde er wohl heute machen?

Das dritte Zitat geht letztlich auch auf das äußere Erscheinungsbild der Jugend ein. Heutzutage stehen da gerne die abgetragenen Klamotten oder die langen Haare im Blickpunkt elterlicher Kritik. Was genau der griechische Philosoph Aristoteles jedoch zu bemängeln hatte, als er den oben zitierten Satz von sich gab, ist nicht überliefert.

Was lernen wir also daraus? Wer heute fleißig über die Jugend meckert, gilt morgen als angesehener Philosoph? Hm, vielleicht nicht ganz ;) Aber es zeigt sich, dass die Diskussionen über die Jugend wohl so alt sind wie die Menschheit.

Also, liebe Jugendliche, wenn ihr das nächste mal wieder von irgendjemandem in der oben gezeigten Art angemault werdet, dann nehmt es locker. Früher oder später wird der Zeitpunkt kommen, wo auch ihr solche Sätze sagt oder wenigstens hin und wieder denkt, auch wenn es nicht immer gerecht ist.

Und wir, die wir solche Sätze schonmal von uns geben, sollten uns bewusst sein, dass bereits unsere Eltern und Großeltern diese Diskussion geführt haben, und deren Eltern und Großeltern auch. Die Tatsache, dass die Diskussion von Generation zu Generation weitergeführt wird, ist doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass es ganz so schlecht ja nun auch nicht gelaufen sein kann. Die Welt ist jedenfalls noch nicht untergegangen ;)

Ach ja, bevor hier einer meckert, dass die Blogger von heute keine Manieren mehr hätten und keine Quellen angeben würden: die oben abgebildeten Zitate stammen aus dem PDF Jugend von heute von little-idiot.de.


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