Wenn man sich -wie ich- heute morgen auf den Weg zur Arbeit machte, konnte man unweigerlich feststellen, dass die Straßen spürbar leerer waren. Auch war es irgendwie auffallend ruhig. Hierfür gibt es nur drei mögliche Erklärungen:
1. Es ist irgendein Sonn- oder Feiertag und man hat das selbst total verpeilt und sich trotzdem auf den Weg zur Arbeit gemacht – immer sehr ärgerlich!
2. Der Tag stimmt, aber die Uhrzeit nicht; es ist noch früher morgen, vielleicht 4 oder 5 Uhr in der Früh – auch toll, wenn einem so etwas erst auffällt, wenn es eigentlich schon zu spät ist.
3. Es ist ein Brückentag und geschätzte 99% der Bevölkerung drehen sich nochmal gemütlich im Bett herum, während man selbst -aus welchen Gründen auch immer- blöd genug war, keinen Urlaubsantrag eingereicht zu haben.
Heute war mal Erklärung Nr. 3 an der Reihe. Es war also einer dieser berühmt-berüchtigten Brückentage. Also die Art von Tagen, auf die sich Angestellte in unserem schönen Land bereits ganz zu Anfang des Jahres gerne wie die Aas-Geier stürzen, um unter Einsatz von möglichst wenigen Urlaubstagen möglichst viele freie Tage in Folge zu generieren.
Zwar habe ich noch genügend Urlaubstage zur Verfügung, dennoch hatte ich mich dazu entschlossen, für den heutigen Tag keinen Urlaubstag zu “opfern”. Das ist bei uns in der Firma immer ein risikoreiches Spiel. Denn an Tagen wie diesem haben die Chefs entweder besonders viel Elan oder besonders wenig. Haben sie besonders viel Elan, äußert sich das darin, dass spontan alle möglichen Projekte der letzten Zeit auf den Tisch kommen können, um sich mal wieder einen Eindruck von der (aktuellen) Lage zu verschaffen. Das bedeutet dann, dass man ohne großartige Vorbereitungszeit alle möglichen -und unmöglichen- Unterlagen parat haben muss, um auf alle möglichen -und vor allem unmöglichen- Fragen entsprechende Antworten geben zu können. Einige Unterlagen befinden sich dann grundsätzlich bei Kollegen, die sie irgendwo in den unendlichen Weiten der eigenen 4 Bürowände vergraben haben. Natürlich gehört der jeweilige Kollege dann zu der Sorte Menschen, die sich am Brückentag freigenommen haben, so dass man ihn nicht nach den Unterlagen fragen kann, sondern allenfalls selbst auf die Suche danach gehen kann – mit Erfolgschancen, die gemeinhin gegen Null tendieren.
Aber heute hatte ich Glück! Die Chefs hatten nämlich eher wenig Elan. Der einzige, der überhaupt da war, hatte sich gegen 10:30 Uhr aus dem Staub gemacht. Wer nun denkt, dass deswegen die große Langeweile bei uns ausgebrochen wäre, oder dass wir direkt eine Party improvisiert hätten, der irrt jedoch. Vielmehr konnten wir die Zeit nutzen, um endlich einmal ungestört die Dinge zu erledigen, die sich so im Laufe der Zeit eben anhäufen:
Man kann die Briefe schreiben, die nicht wahnsinnig wichtig sind, die aber eben doch irgendwann einmal geschrieben werden müssen. Man kann seinen E-Mail-Posteingang entrümpeln und die eingeganenen Mails in entsprechende Unterordner einsortieren. Man kann ohne Unterbrechung eine Internet-Recherche durchführen, auch wenn sie mal länger als 10 Minuten dauert. Man kann die eigenen Vorräte an Büroklammern und Tacker-Munition auffrischen.
Und man kann seine Wiedervorlage-Mappe und die Ablage einmal von ganz vorne bis ganz hinten durchblättern und alle unnötig gewordenen Unterlagen aussortieren. Ich hatte ganz vergessen, wie dünn diese Mappen doch sein können!
Währenddessen wird man auch so gut wie nie durch das Telefon gestört, denn in allen anderen Betrieben haben sich die meisten anderen Leute ja auch auf die Brückentage gestürzt. So gesehen mag ich Brückentage für mich als Arbeitstag – zumindest, wenn die Chefs keinen Elan zeigen
Wie ist das so bei euch? Reisst ihr euch auch die Brückentage unter den Nagel, wenn sich die Möglichkeit ergibt? Oder nutzt ihr gerade solche Tage, da man dann am produktivsten/ ungestörtesten arbeiten kann?
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24 Rückmeldungen zu Brueckentage
Kommentare
TorstenLuttmann | 22. Mai 2009 um 23:34 Uhr
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redaktusse | 22. Mai 2009 um 23:37 Uhr
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Bei mir kommts meist drauf an, wieviel Urlaubstage ich noch habe, aber meistens versuche ich solche Brückentage mitzunehmen. Heute allerdings war ich dann doch arbeiten (war auch recht angenehm im halbleeren Büro) – denn kommende Woche bin ich in den Ferien.
Sonja | 23. Mai 2009 um 09:14 Uhr
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Also ich habe während meiner Ausbildung immer versucht mir diese Brückentage zu schnappen. Eigentlich hat es auch immer geklappt. Meistens hat Chef das Büro eh an den Tagen geschlossen gelassen, aus welchem Grund auch immer. Ich fand´s gut!
Brückentage sind toll!
kathrin | 23. Mai 2009 um 09:20 Uhr
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Also bei uns ist das wenn z.B Donnerstag Feiertag ist wir generell Freitags zu haben und wir dann eben einen Brückentag haben. Das selbe ist wenn Dienstag Feiertag ist haben wir Montag auch zu. Wir müssen dafür keinen Urlaubstag opfern wir haben Sparzeit die für solche Dinge genutzt wird. Ich finde das toll
Schaps | 23. Mai 2009 um 11:12 Uhr
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Ich musste doch tatsächlich eine KLAUSUR schreiben! Mitten im Semester! Wer sich den Termin ausgedacht hat, der sollte mal verhauen werden! Wir waren ganze 6 Leute die das Ding schreiben mussten…
Newton | 23. Mai 2009 um 13:23 Uhr
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Brückentag? Was’n das?
Leider kommt man als Schichtarbeiter nicht in den Genuss solcher Vorzüge. Aber falls ich an einem solchen Tag arbeiten muss, bin ich auch ganz froh, dass der ganze Mob nicht da ist
plerzelwupp | 23. Mai 2009 um 16:09 Uhr
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Ach, bei uns geht das eigentlich recht demokratisch zu. Im Großen und Ganzen bin ich nur von einem Kollegen abhängig – ich hab zwar noch mehr Kollegen, aber wir vertreten uns unmittelbar. Wir kämpfen nicht um die Brückentage, aber nehmen sie.
Nun sind Ferien – mein Kollege nutzte den Brückentag und ist mit seiner Familie in Urlaub. Abgesprochenerweise nehme ich mir dann den Brückentag im Juni.
Im Kollegenkreis gibt es aber schon ein paar Schlauberger, die sich die Urlaubstage schon ein Jahr im Voraus sichern.
Uns (mir und meiner Freundin) ist die Urlaubszeit ohnehin egal. Seit Jahren nehmen wir unseren Urlaub traditionsgemäß im Wonnemonat November. Diejenigen, die mich nicht ganz so gut kennen, bekommen zu hören, das wir den Monat November gerne zur Findung der inneren Ruhe nutzen. Wir zünden dann eine Kerze an, besinnen uns und genießen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß und Bettag und Totensonntag.
BurningMan | 24. Mai 2009 um 12:59 Uhr
bisherige Kommentare: 36
musste von do-so immer jeweils ne 3/4-1 stunde arbeiten, ansonsten versuch ich mir auch meistens die Brückentage zu holen.
Wenn ich das nicht schaffe bin ich meistens eh alleine oder mit maximal 2 leuten auf der arbeit und dementsprechend ist auch die arbeitsmotivation dann wird nämlich eh nix geschafft weil man auch nur da ist damit jemand da ist und das macht nicht wirklich spaß.
Symm | 25. Mai 2009 um 10:48 Uhr
bisherige Kommentare: 142
Also bei uns sind die Brückentage generel frei. Da wird einfach das Labor dicht gemacht und keiner ist da. Zumal ich sowieso jedes jahr an Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam, in der Stadt auf unserem Stadtfest arbeiten muss. Also mit Nochmal umdrehen is nicht bei mir.
Symm | 26. Mai 2009 um 07:01 Uhr
bisherige Kommentare: 142
Ich hab da vier Tage lang in 3 Schichten unsere Gäste im Zelt/Pergola bedient.
Schaps | 26. Mai 2009 um 10:46 Uhr
bisherige Kommentare: 52
Jap, so ist es ^^
Deswegen werd ich wohl auch nur mit viel Beistand aus der Hölle bestehen
miss k. | 27. Mai 2009 um 00:00 Uhr
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Man kann natürlich auch ganz prima Blogposts schreiben oder vorbereiten, dazu sind solche Tage erstklassig geeignet!
Aber um Deine Frage zu beantworten: Ich verbrate generell keine Urlaubstage für sowas – isch abe gar keine Urlaubstage. Stattdessen arbeite ich selbst und ständig. Freitag wollte ich es eigentlich ruhig angehen, musste mich dann jedoch zu einem Arbeitsfrühstück in der City durchringen. Dafür habe ich danach aber noch eine winzigkleine Zeitlang nach einem Mitbringsel für eine Freundin geschaut – und kam zurück mit zwei Hosen, einem Shirt, einer Bluse, neuer Unterwäsche und einem Paar Schuhe. SO hart musste ich also arbeiten, echt. Nicht schön, sowas.
miss k. | 27. Mai 2009 um 22:36 Uhr
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Ja, neue Unterwäsche. Kann ja nicht ständig ohne Rumlaufen. Oder?
Newton | 28. Mai 2009 um 10:49 Uhr
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@miss k.
Da hast Du jetzt aber den Falschen gefragt. Und ich stimme da mit ihm überein.
miss k. | 28. Mai 2009 um 11:04 Uhr
bisherige Kommentare: 11
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Jungs, mal ehrlich. Ne Frau ohne Unterwäsche hat doch mehr was von ner Ex-und-hopp-Fantasie – man träumt davon und falls es tatsächlich mal passiert, ist es irgendwie nicht so toll wie vorgestellt und außerdem in drei Minuten vorbei. Und jetzt stellt Euch die Frau bitte mit schöner Unterwäsche vor. Das ist auf eine deutlich stilvollere Art sehr, sehr sexy. Und Ihr habt noch was zum Auspacken.
Also?
Newton | 29. Mai 2009 um 22:32 Uhr
bisherige Kommentare: 156
@miss k.
3 Minuten, so lange? Da sollten wir aber einen Termin machen
@Sascha
Das Bier solltest Du Dir nicht selbst in den Bauchnabel “schütten” (hört sich nach einem ganzen Eimer an), sondern Deiner Chefin.

Ich geh dann immer schön arbeiten, weil dann ist es ruhiger und man schafft auch mal was!