Ich bin -übrigens ganz im Gegensatz zu meiner besseren Hälfte- jemand, der im Supermarkt auf die Preise achtet. Vermutlich bin ich einfach so erzogen worden. Nein, ich bin kein knauseriger Pfennigfuchser, der stundenlang durch die Gegend fährt, weil es im 10 km entfernten Supermarkt ein Produkt 5 Cent günstiger gibt. Aber dennoch vergleiche ich durchaus die Preise.
In der Hinsicht habe ich das Glück, dass es bei uns in der Stadt verhältnismäßig viele SB-Warenhäuser, Supermärkte und Discounter gibt – an so ziemlich jeder Ecke. So gibt es allein in der unmittelbaren Umgebung meiner Wohnung drei solcher Märkte, die so nah sind, dass man sie sogar bequem zu Fuß erreichen kann. Dann sollte man natürlich tunlichst keinen Großeinkauf tätigen, weil man ja auch wieder zu Fuß zurück muss
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Bedingt durch die Nähe zu mehreren direkten Konkurrenten lohnt es sich mitunter wirklich, ein wenig auf die Preise zu achten. Dabei stellt man mitunter erstaunliche Dinge fest, die ich mir zum Teil wirklich nicht erklären kann.
So sind manche Dinge wirklich in jedem Supermarkt gleich. So ist ja inzwischen recht bekannt, dass in Greif- und Augenhöhe vermehrt die teureren Waren gelagert werden, wohingegen die günstigeren Produkte häfug ganz unten im Regal versteck werden. Besonders auffällig ist das -wie ich finde- bei den Knabbereien. Allerdings lohnt es ausgerechnet dort oft nicht, sich nach unten zu beugen. Oder kann mir jemand eine Chips-No-Name-Marke nennen, die geschmacklich mit den teureren Markenchips mithalten kann? Zwar kosten die Billigchips oft nur knapp 1/3 des Markenchips-Preises, aber leider lässt auch der Geschmack proportional mit dem Preis nach. Warum? Die Markenhersteller benutzen doch auch keine teureren Gewürze, oder? Würde mich wirklich mal interessieren.
Was nicht in allen Märkten gleich ist, ist der Preis von identischen Produkten. Ich fand es damals schon erstaunlich, dass es in zwei Läden, die sich quasi gegenüberstehen, das identische Produkt im einen Laden dauerhaft 20% günstiger gab. Bis mir dann auffiel, dass es bei einem anderen Produkt exakt umgekehrt war. So gleicht sich das alles irgendwie aus. Klar, wer da gut vergleicht und seine Einkäufe so koordiniert, dass er die jeweils günstigeren Produkte aus den jeweiligen Läden holt, der kann damit bares Geld sparen. Aber wer hat schon Zeit und Lust dazu, seine Einkäufe in der Art zu koordinieren? Wer möchte nach einem harten Arbeitstag abends zwei Kassen über sich ergehen lassen, nur weil die Wurst bei X 30 Cent günstiger als bei Y ist? Das werden wohl die wenigsten wollen und genau darauf scheinen die Supermärkte zu setzen.
Apropos Kassen. Warum sind die Kassen in Supermärkten eigentlich nie -außer vielleicht zu Weihnachten- voll belegt, selbst wenn sich riesige Warteschlangen gebildet haben? Hat ein Markt drei Kassen, sind im höchstfall zwei davon besetzt, normalerweise nur eine. Warum baut man dann nicht sofort nur zwei Kassen in den Laden? Richtig albern wird es teilweise in den großen SB-Warenhäusern. Da stehen dann 20 Kassen, wovon vielleicht 4-5 geöffnet sind.
Heute hatte ich mal Hunger auf Möhren. Ja, ab und an bekomm ich Lust auf etwas Gesundes. Wenn es warm draußen wird, hat eine frisch gekühlte, knackige Möhre für mich durchaus einen gewissen Reiz
Da bin ich bei meinen drei Märkten auf einen einzigen festgelegt, da nur dessen Obst- und Gemüse-Abteilung den Begriff “frisch” noch für sich in Anspruch nehmen kann. Ich schaue mich also in der Obst- und Gemüse-Abteilung meines Vertrauens nach Möhren um, und was sehe ich. Da bietet ein namhafter Hersteller Baby-Möhren oder Mini-Möhren oder wie auch immer man diese kleinen Dinger nennen soll, verpackt in kleinen Tütchen an.
Meine Freundin hatte die früher schon ein paar mal gekauft. Der Vorteil ist, dass man sich die Dinger -wie Knabberzeug- mal eben “nebenbei” in den Mund stecken und futtern kann. Schmecken übrigens wie “normale”, ausgewachsene Möhren. Nun sah ich diese lustigen kleinen Gesellen also zum ersten mal persönlich dort im Regal liegen. Größe und Gewicht des Tütchens entsprachen ungefähr dem einer handelsüblichen Mozarella-Packung – also klein und leicht. Kostet aber fast doppelt so viel wie eine große 1kg-Packung ausgewachsener Möhren. Hallo? Sinn? Wo steckst du?
Vielleicht habe ich da aber auch einfach den falschen Blickwinkel. Vielleicht könnt ihr mir ja die ein oder andere Frage beantworten? Oder habt ihr vieleicht selbst noch ähnliche Erfahrungen gemacht, die euch bei Supermärkten vor ein Rätsel stellen?
15 Rückmeldungen zu Supermarkt-Gedanken
Kommentare
BurningMan | 20. April 2009 um 22:49 Uhr
bisherige Kommentare: 36
symm | 21. April 2009 um 07:06 Uhr
bisherige Kommentare: 142
Chips sind wirklich eine wissenschaft für sich.
ich habe am Samstag 2 Stunden lang in der Küsche gestanden un Chips selbst gemacht, nach 3 Wirklich Grossen Kartoffeln und 2 Stunden plackerei. War ich dann fertig und hatte 1 Schüssel Chips zusammen.
Mein Fazit: Nächstes mal wieder Chio Chips. Zeitaufwand, resultierende Menge und Geschmack standen in keiner relation.
Das mit den Marken/No-Name sachen findet man oft bei Sachen wie Waschmittel oder Zahnpaste, also oft Hygiene Produkte.
Das mit den Kassen ist so ein Ding. Wenn an einer Kasse 10 Leute stehen, kann man eine 2. Aufmachen, und nach den 5 min, ist die 2. Kassen wieder leer.
Die meisten Supermärkte wie z.b Aldi sind ja auch nach Einheitbrei gebaut, da steht der selbe Supermarkt in Hintertupfingen wie in Berlin. Hat aber vielleicht nur 3x so wenig Kunden.
Retronaut | 21. April 2009 um 10:18 Uhr
bisherige Kommentare: 70
@symm: Chips selber machen, dass nenne ich mal Einsatz!
@Sascha:Die kleinen Möhren werden vermutlich in viel kleinerer Stückzahl angebaut (wegen geringer Nachfrage) und sind deshalb auch teurer.
Was die Kassen betrifft, ich finde gerade die großen Supermarkt-Ketten habe hier in den letzten Jahren erheblich dazu gelernt. Bei meinem Discounter um die Ecke stehe ich höchstens 1 oder 2 Minuten an der Kasse, wenn überhaupt. – Am Wochenende oder vor Feiertagen natürlich auch mal etwas länger, aber solche Einkäufe versuche ich so gut wie möglich zu vermeiden. Nicht nur wegen der Schlange an der Kasse.
BurningMan | 21. April 2009 um 11:59 Uhr
bisherige Kommentare: 36
Chips selbst machen ist wie Eis, Schokolade etc. selbst zu machen es dauert länger, schmeckt nicht halb so gut und am ende hats auch noch mehr gekostet wenn man den Energieverbrauch mit einberechnet. Allerdings macht selbst machen immer noch mehr Spaß als einkaufen zugehen
Das mit den Kasssen kenn ich zwar auch so das immer nur wenige besetzt sind trotzdem brauche ich ganz selten länger als 5 minuten an der Kasse und selbst wenn mal viele an einer stehen wird schnell eine neue eröffnet.
P.S. weiß einer warum das FoN seit gestern down ist?
Magrat | 21. April 2009 um 12:40 Uhr
bisherige Kommentare: 136
Fragen über Fragen… und ich habe auch nicht viel mehr Antworten darauf als meine Vorschreiber. Dieses Supermarkt-Hopping kenne ich von meiner Lieblingstante, die macht all ihre Einkäufe so. Hinterher wußte ich immer gar nicht mehr, in welchem wir schon waren, da ich völlig die Orientierung verloren hatte. Bei uns geht praktisch immer mein lieber Mann einkaufen, da ich einfach viel zu prasselig bin, um einen großen Einkauf zu machen. Wenn ich schon mal dran gedacht hab, den Einkaufswagen mit rein zu nehmen, dann liegt wahrscheinlich meine Brieftasche noch im Auto. Und so geht das dann weiter… Deshalb bestelle ich möglichst alles online.
Magrat | 22. April 2009 um 13:37 Uhr
bisherige Kommentare: 136
Hihi, meine Eltern haben so etwas, weil mein Vater so eine “Schlüsselmacke” hat! Und auf den Kater ist auch nicht immer Verlaß, der hat nämlich dann öfter mal von innen auf die Türklinke springen müssen
!
Aber wir haben das Schlüsselproblem etwas anders gelöst, WIE wird hier natürlich nicht verraten…
patsy | 22. April 2009 um 21:20 Uhr
bisherige Kommentare: 42
Als ich noch in Mannheim wohnte hatte ich auch 4 SB-Läden die man zu Fuß erreichen konnte und ich hab auch in jedem von denen immer ganz bestimmte Artikel nur gekauft. War zwar dann ne ziemliche Rennerei, aber egal
Was die Chips angeht: Okay, mit Chips kenn ich mich nicht aus, aber die “Fettreduzierten” (wer´s glaubt) vom L*d* und die vom A*d* sind echt voll lecker (Hausmarken)
patsy | 22. April 2009 um 21:21 Uhr
bisherige Kommentare: 42
Ups, hab vergessen was Fettreduziert ist
Ich meinte die Erdnussflips
gubbelgubbel | 10. Mai 2010 um 14:19 Uhr
bisherige Kommentare: 1
Bei uns im r**l werden alle 3 Tage (geschätzt) die “Küchenpflanzen” ausgetauscht. Nachdem ich mir die einmal genau besehen habe, weiß ich auch warum: die armen Pflänzchen gehen bei dem wenigen Licht einfach ein. Werden gelb, dann weiss, dann tot. Da fragt man sich schon, ob es nicht günstiger wäre, die Dinger entweder draußen anzubieten oder irgendeine Lampe drüber zu hängen.
Eine andere Entwicklung die mir echt auf den Keks geht: Diese “Zwangsdiät” für alle: viele Produkte gibt es nurnoch oder vorwiegend als “Light”-Variante. Nicht nur Chips, Brotbeläge und Fertiggerichte, nein auch so Sachen wie Fruchtsaft gibt es inzwischen in kalorienreduziert. Bei letzterem frage ich mich ja, ob der gentechnisch vor- oder chemisch nachbehandelt ist. Gekauft wird sowas jedenfalls nicht. Ich bezahle nicht extra dafür, daß mein Essen weniger Nährstoffe hat.

Naja das mit den billig Marken ist so ne sache oftmals sind die teilweise von den gleichen Herstellern die nochmal das (fast) gleiche Produkt günstiger verkaufen die schmecken meist nur minimal anders mir allerdings teilweise sogar besser( ist aber wie sovieles Geschmackssache^^).
Das mit den Möhren würd ich mir erklären das diese Babymöhren wahrscheinlich einfach wertvoller sind. Warum weiß ich jetzt zwar auch nicht aber ich denke mal es ist teurer sie anzubauen, pflegen etc.
Das kleinere Packungen oft verhältnissmäßig teurer sind ist ja oft so, allerdings nicht immer ab und zu stellt sich beim Preisvergleich die auf den erstenblick günstige Familiengroßpackungen als teurer raus im Vergleich zu den normalen Packungen.