Spezialeinsatz: Vor verschlossener Tuere (2)

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Wie bereits angekündigt, folgt hier nun der zweite Teil meiner Erlebnisse mit verschlossenen Türen. Während beim ersten Ereignis meine Mutter eine (leid-)tragende Rolle einnahm, sollte beim zweiten „Tür-Event“ mir die Ehre zuteil werden, für den Action- und Stunt-Part zuständig zu sein.

Auch unsere Nachbarn waren erneut beteiligt. Diesmal jedoch nicht die ehemalige Krankenschwester, die über uns wohnte, sondern das Rentner-Ehepaar, welches sich unter uns im Erdgeschoss eingerichtet hatte. Die beiden standen eines Tages vor der Tür – und zwar vor unserer und baten um Hilfe, da sie sich -ihr werdet es erahnen- ausgesperrt hatten!

Eigentlich wollten sie nur anfragen, ob sie mal unser Telefon nutzen könnten, um den Schlüsseldienst zu rufen. Nach einem kurzen Gespräch stellte sich dann heraus, dass beide in den Keller gegangen waren, um von dort den Sonnenschirm zu holen, den sie auf dem Balkon stellen wollten, auf welchem sie gesessen hatten, wo es ihnen nun aber zu warm und hell geworden war.

Dementsprechend war die Balkontüre auch noch offen. Und wie gesagt, die beiden lebten im Erdgeschoss. Was lag also näher, als zu versuchen, über den Balkon in die Wohnung zu gelangen, um dann von innen die Wohnungstür wieder zu öffnen? Also gingen mein Vater, meine Mutter, das Rentner-Paar und ich -meine Schwestern gab es zu dem Zeitpunkt immer noch nicht- hinters Haus, um diese Möglichkeit auszuprobieren. Allerdings erwies sich die Realisierung dieses Unterfangens schwieriger als gedacht. Direkt unter dem Balkon des Paares war nämlich der Abstieg in die Kellerräume, so dass es für eine einzelne Person nicht leicht war, ans Geländer des Balkons zu kommen, sich daran hochzuziehen und dann auf den Balkon zu schwingen. Aber für solche Fälle gab es ja mich, den Jungen für alle (Spezial-)Fälle, 00Sascha.

Meine Eltern stemmten mich nach oben und ich konnte halbwegs problemlos auf den Balkon klettern. Der Rest war ein Kinderspiel. Zur Belohnung gab es -wenn ich mich recht erinnere- für uns alle erstmal ein Eis. Aber an diesem Punkt endet unsere Geschichte noch nicht! Nachdem wir das Eis gegessen hatten und alle froh waren, dass es nochmal ohne den teuren Schlüsseldienst geklappt hatte, gingen meine Eltern und ich wieder in unsere Wohnung, eine Etage über dem Rentnerpaar. Vor unserer Wohnungstür mussten wir dann feststellen, dass wir in der Aufregung und Hektik selbst ganz vergessen hatten, den Schlüssel abzuziehen.

Tja, diesmal halfen auch keine akrobatischen Tricks weiter, zumal die Balkontür bei uns eh geschlossen war. Da durfte der Schlüsseldienst also doch noch anrücken und sich eine goldene Nase verdienen. Das nennt man dann wohl dumm gelaufen, oder? 😀


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