Gute Idee mit katastrophaler Umsetzung

Wenn man hierzulande die Begriffe Service und Deutschland in einem Satz in den Mund nimmt, dann ist zumeist das Wort Servicewüste nicht weit entfernt. Der Kollege vom Büro gegenüber wollte nun jedenfalls einmal zeigen, dass bei unserer Firma Service noch groß geschrieben wird.

Daher fuhr er als Abteilungsleiter persönlich zu einer Wohnung, in der von den Mietern ein Schaden (Rohrbruch) gemeldet worden war, um sich dort vor Ort mit eigenen Augen ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen. Man muss dazu sagen, dass besagte Wohnung in letzter Zeit leider Opfer von so manchen Schäden war, weswegen die Mieter dort -verständlicherweise- langsam ein wenig genervt waren. Um also der negativen Stimmung entgegenzuwirken, wollte der Kollege ein Zeichen setzen und sich “höchstpersönlich” der Angelegenheit annehmen.

Er stand nun also vor der Tür des Mieters und klingelte. Obwohl er einen Termin ausgemacht hatte, dauerte es eine gefühlte halbe Ewigkeit, bis sich einmal jemand bequemte, die Tür zu öffnen. Das war aber gar nicht so schlimm, da meinem Kollegen so Zeit blieb, sich noch einmal selbst zu sammeln, denn es ging -wie gesagt- auch ein wenig um das Image und da muss der erste Eindruck einfach sitzen.

Die Tür wurde schließlich geöffnet, von einer Person in ziemlich “schlabberiger” Kleidung, mit Kurzhaarschnitt, laut Aussage meines Kollegen ziemlich düster dreinblickend und ein ebenso unfreundliches “Ja?” entgegenschleudernd. Mein Kollege ließ sich davon nicht irritieren, setzte sein gewinnendes Lächeln -ja, das hat er wirklich- auf und stellte sich freundlich vor:

“Einen wunderschönen guten Tag Herr X., mein Name ist M., ich komme von der Firma H. Ich würde mir gerne einmal die Schäden infolge des Rohrbruchs anschauen und hatte deswegen mit Ihrer Frau einen Besichtigungstermin ausgemacht.”

Woraufhin die düster blickende Person mit dem Kurzhaarschnitt und den Schlabberklamotten nur meinte:

“Ich BIN Frau X und Sie hatten mir MIR telefoniert!”

Tja, mit dieser Verwechslung von Männlein und Weiblein war mein Kollege natürlich “unten durch”, sämtliche folgenden Charme-Offensiven verpufften wirkungslos. Er war froh, als er endlich wieder dort wegfahren konnte. Autsch! ;)


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