Die Twitter-Katzenklappe

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Was eine Katzenklappe ist, dürfte allgemein bekannt sein. Selbst Menschen, die nichts mit Katzen zu tun haben, kennen diese Dinger – vor allem aus amerikanischen Filmen. Es handelt sich dabei um eine kleine Klappe, die unten in die Tür eingesetzt wird und durch die eine Katze die Wohnung verlassen kann, um draußen zu „streunen“. Denn wie wir alle wissen, sind Katzen -und auch Kater- sehr eigenwillige Tiere, die nicht unbedingt stundenlang darauf warten wollen, bis Herrchen oder Frauchen sich mal bequemt, die Tür zu öffnen. Auch bleiben Katzen abends gerne mal länger unterwegs; auch da kann es nicht schaden, wenn die Katze dann später durch eine Katzenklappe allein wieder in die Wohnung kann und nicht durch Gemautze erst die halbe Nachbarschaft wecken muss.

Ioan Ghip ist Programmierer in Amerika… und er hat zwei Katzen. Diese hören auf die Namen Gus und Penny. Auch Gus und Penny haben ihre ganz eigenen, individuellen Ausgeh-Vorlieben, weswegen es auch bei Programmierer Ioan Ghip eine Katzenklappe im Haus -bzw. in diesem Fall in der Garage- gibt. Dabei gab es jedoch ein kleines Problem: auch die Katzen in der Nachbarschaft hatten anscheinend mitbekommen, dass es bei Mister Ghip reich gefüllte Futternäpfe gab. Ghip wollte nun irgendwie verhindern, dass die fremden Katzen seinen Katzen das Essen wegfutterten.

Für einen Programmierer wie Ioan Ghip kein Problem. Schnell hatte er eine zeitgemäße und praktikable Lösung für das Problem. Für die Umsetzung seiner Lösung benötigte er laut Spiegel Online gerade mal 10 Stunden und knapp 100 Dollar.

Er bastelte sich eine starre Katzenklappe, die von einem kleinen Motor geöffnet und geschlossen wurde. Dann brachte er an der Klappe ein Chip-Lesegerät an und arbeitete in die alsbänder von Gus und Penny kleine Chips ein. Nur, wenn sich Gus und Penny in die unmittelbare Nähe der Katzenklappe bewegen, öffnet sich diese nun. „Unbefugten“ Katzen wird der Zutritt hingegen verwehrt.

Inzwischen hat Mr. Ghip die Technik noch verfeinert und seine Konstruktion um eine Webcam erweitert. Betritt eine der Katzen das Haus oder verlässt es, dann zeichnet die Webcam hiervon ein Bild auf. Dieses wird automatisch an den Microblogging-Dienst Twitter gesendet (siehe ggf. auch: Was ist Twitter?) und dort im Twitter-Profil GusAndPenny veröffentlicht. Das Profil ist öffentlich, so dass jeder von euch bei Interesse mal einen Blick darauf werfen kann 😉

Auf diese Weise hat Mr. Ghip auch ganz nebenbei die zeitlichen Ausgeh-Vorlieben seiner Katzen studieren können. Er weiß, wann wer das Haus verlässt und wie lange die Katzen normalerweise ungefähr fortbleiben. So gesehen hat er sich Bewegungsprofile seiner Katzen angelegt.

Das Projekt ist sicherlich praktisch und in seiner Umsetzung durch die Veröffentlichung der Katzenfotos bei Twitter auch witzig. Es zeigt aber auch, wie man inzwischen mit wenig zeitlichem und finanziellem Aufwand Kontroll-Systeme erstellen kann. Wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch wir mit solchen Chips herumlaufen müssen, damit man jederzeit weiß, wann wir wo für wie lange waren?


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