Will Ryanair aus Schei*e Gold machen?

Mit günstigen Flugpreisen hat sich die Airline Ryanair durchaus einen Namen gemacht. Um das Ziel der niedrigen Preise zu erreichen, geht Ryanair bekanntermaßen zwei verschiedene Wege:

Zum einen werden große Flughäfen gemieden; stattdessen weicht man auf meist abgelegenere, dafür jedoch auch günstigere Flughäfen aus. Zum anderen nimmt man über Umwege durch Zusatzleistungen, die von Fluggästen in Anspruch genommen werden, weiteres Geld ein.

Während man in der Vergangenheit bei Dingen wie zusätzlichem Gepäck durchaus entsprechende Aufschläge als üblich hinnahm, entbrannte beim neuen Vorschlag von Michael O’Leary, dem Ryanair-Chef, in der Öffentlichkeit ein Sturm der Entrüstung. Doch was war passiert?

In einem Interview mit der BBC hatte O’leary die Idee geäußert, künftig an den Bordtoiletten eine Vorrichtung anzubringen, dass man zur Nutzung der Toiletten 1 Britisches Pfund (umgerechnet ca. 1,10 Euro) einwerfen müsse. Das Argument, dass vielleicht nicht jeder gerade 1 Britisches Pfund zur Hand habe, ließ O’Leary nicht gelten und meinte nur, dass ihm nicht bekannt sei, dass jemals ein Fluggast von Ryanair mit weniger als 1 Britisches Pfund an Bord gekommen wäre.

Dass in den meisten Teilen Europas nicht mit Britischem Pfund, sondern mit dem Euro gezahlt wird, hatte O’Leary wohl auch nicht bedacht. Oder gab es da im Hinterkopf vielleicht die Idee, an Bord Euros gegen Pfund zu tauschen? Natürlich gegen eine “geringe” Bearbeitungsgebühr? ;) Ja, so hätte man tatsächlich aus Schei*e Gold machen können.

Das Echo aus der Öffentlichkeit auf diesen Vorschlag war jedoch so negativ, dass sich Ryanair inzwischen darum bemüht, diesen Vorschlag nur als “Scherz” von O’Leary darzustellen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;)

Stellt sich nur die Frage, was wohl als nächstes kommen mag? Wenn man sich schon nicht scheut, Kapital aus der Tatsache schlagen zu wollen, dass jemand seine Notdurft verrichten muss und -mangels Alternativen in einem Flugzeug- keine Ausweichmöglichkeit dafür hat, dann schreckt man möglicherweise auch vor anderen Ideen nicht zurück. Wie wäre es denn mit einer Gebühr für die Schwimmwesten? Vielleicht wäre auch eine Vorauszahlung für eine funktionierende Sauerstoffmaske eine weitere Option, oder nicht?


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