Mehr Sein als Schein
Gestern hat Thomas über sein Erlebnis mit einer Rechtsanwältin geschrieben, die sehr darauf bedacht war, dass man ihren Doktor-Titel erwähnte, wenn man sie ansprach! Sie hat ihm sogar einen Brief geschrieben, der sich ausschließlich um dieses Thema drehte.
Klar, wenn man sich den Titel nich gerade irgendwo im Ausland gekauft hat -sowas soll ja vorkommen-, dann hat man normalerweise durchaus einige Zeit und Arbeit investiert, um diesen Titel zu erlangen. Dennoch finde ich Leute, die ganz extrem Wert darauf legen, mit ihrem Titel angesprochen zu werden, meist irgendwie unsympathisch. Ein Titel allein macht einen schließlich nicht zu einem besseren Menschen.
Glücklicherweise gibt es auch “Exemplare” unter den Doktoren, die das ähnlich sehen. Von einem solchen Menschen möchte ich euch gerne heute eine kurze, lustige Anekdote erzählen:
Es handelt sich hierbei auch nicht “nur” um einen Doktor, sondern gleich um einen “Professor Doktor”, bei welchem ich mal studiert habe. Irgendwie kam eines Tages während einer Vorlesung das Gespräch auf Ärzte und Wartezimmer. Da berichtete Prof. Dr. B., dass er sich gerne bei Arztbesuchen regelmäßig einen Spaß erlaube. Wenn er zum Arzt ging, zog er sich grundsätzlich seinen schmuddeligen 80er-Jahre Seidenblouson-Jogginganzug an und setzte sich damit dann bei seinem Arzt ins Wartezimmer.
Und wie es dann in Wartezimmern so ist, beäugte man sich gegenseitig, um sich ein Bild von den anderen Personen im Zimmer zu machen. Prof. Dr. B. bemerkte hierbei auch gerne einige abfällige Blicke, die wohl das Resultat seines “Retro-Outfits” gewesen sein dürften. Er wartete dann immer ganz gespannt darauf, dass er aufgerufen wurde.
Wenn die Arzthelferin dann rief “Herr Prof. Dr. B., bitte…”, dann sah er noch einmal in die Runde, stand grinsend auf, grüßte freundlich und verließ das Wartezimmer unter erstaunten Blicken.
Ist doch schön, wenn man sich selbst nicht immer so ernst nimmt, oder? Wobei solche “Titel-Geilheit” ja nicht nur unter Doktoren verbreitet ist. Auch vom Möchtegern-Adel hört man ja immer wieder Geschichten…
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Jaja, da kenn ich auch solche und solche. In meiner alten Firma der BASF war diese Doktor anrede für Chemiker gang und gebe. Aber in meiner letzen und aktuellen Firma wird sich auch nur mit Vornamen angeredet.
Wobei ich sagen muss, das ich bei Fremden, und Leute die mir nicht das DU angeboten haben, generell die Hr. Dr. XY anrede benutze.
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Ha, zu geil. N Prof. Dk. mit Sinn für Humor
Für sowas rentiert sich doch endlich mal das lange Studium und der Dr.-Titel.^^
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@symm: Hast du eigentlich auch einen eigenen Blog oder twitterst du “nur”?
@Sascha: Was hast du denn studiert?
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Im allgemeinen halte ich es so wie Symm schrieb und verwende den Titel auch, sowohl im Gespräch als auch in einem Brief.
Allerdings wenn es hochnäsig wird, herabschauend auf Menschen ohne einen Titel, dann lasse ich ihn bewusst weg. Vordergründig sollte immer der Mensch stehen und kein akademischer Grad etc. Ich spreche niemandem sein Wissen und seinen Bildungsstand ab, lasse mich aber deswegen in keinen andere Menschenklasse einstufen
.
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Naja es kommt darauf an.
Beruflich ist es sicherlich angebracht, den Titel zu erwähnen. Das ist wie beim Militär. Man salutiert vor dem Rang, nicht vor dem Menschen. Und so sollte man es auch im beruflichen halten. Ausser es wird ausdrücklich nicht gewünscht.
Schließlich hat derjenige einiges an Zeit und Kraft investiert um den Titel zu erlangen, also sollte man ihn auch entsprechend würdigen.^^
Aber im Privaten, bei Arztbesuchen z. B. finde ich das Aussprechen des Titels unangebracht. Es grenzt einen von den anderen Menschen ab und das finde ich nicht schön.
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@Janina
Ich hab keinen Blog mehr, weil mir einfach die Zeit da zu fehlte, wirklich Sinnvolle und Gute Artikel auf die Beine zu stellen.
Da hab ich nach 3 Monaten die Reissleine gezogen und den Blog auf Eis gelegt, obwohl es mich manchmal noch reizt.
Aber ich will die dunkle Seite der Blogosphäre nicht mir einem weiteren Blog erweitern.
Deshalb bleibe ich lieber fleissiger Kommentator, oder mach Sascha z.b einen Vorschlag.
In diesem Sinne und um das Thema nicht ganz zu vernachlässigen.
Gruss
Prof. Dr. Dr. med. math. pead. phil. Symm
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Sry für den Dopel Kommentar, Sascha kann ihn ja zusammenfügen.
Aber ich habe gerade entdeckt das mir ein Fehler unterlaufen ist. Ich verwende natürlich die geschlechtsspezische Anrede. Hr/Fr. Dr. XY.
Nicht das hier noch einer denkt ich wäre sexistisch.
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Ich muß da immer an den einen Otto-Film denken: “Lassen Sie doch das ständige Professor, sagen Sie doch DOKTOR zu mir!”
Bei uns im Haus wohnte mal einer, der ließ sich sogar seinen Dipl.Ing. ins Türschild fräsen. Den Mann fand ich vom ersten Tag an albern!
Mein lieber Mann hat übrigens auch einen Dipl.Ing. und ist dabei zu promovieren. Danach lasse ich mich hier natürlich auch nur noch mit Frau Doktor Magrat ansprechen, hähä….
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@symm
Ist deine jetzige Firma denn wesentlich kleiner als BASF? In dem Fall könnte man das bei BASF vielleicht auf die Anonymität schieben. In einer kleineren Firma, wo man sich schneller und besser kennt, ist man eher beim “Du” als in einer weitestgehend anonymen Menge.
@zero
Über die legt man aber wirklich besser den Mantel des Schweigens^^ Wobei er die damals selbst nicht ernst meinte – dies zu seiner Ehrenrettung
… und ich hab noch nicht einmal von seinen Rap-Einlagen erzählt
@Janina
Ein Fach, bei dem man nicht erst lange erklären muss, dass man ein fröhlicher Mensch mit Sinn für Humor ist: Jura
@Thomas
Eben. Wenn jemand einen Titel wichtiger nimmt als den eigentlichen Menschen, dann läuft irgendwas verkehrt. Ich gönne den Leuten ihre Titel und glücklicherweise gehen die meisten damit auch souverän um, aber die paar die deswegen “abheben” stechen natürlich aus der Masse negativ heraus.
@Frau Magrat
Wahrscheinlich hat euer ehemaliger Nachbar dann auch seine private Post immer mit Dipl.Ing. unterschrieben, was?… ich finde solche Leute irgendwie “befremdlich”.
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Ja die BASF waren ca. 35000 mitarbeiter im Werk, Bei Siegfried an die 1000 und bei Roche an die 3000.
Aber bei der BASF waren das auch eher Firmen in der Firma, also nicht so richtig abteilungen.
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@Sascha: Du hast Jura studiert??? Wow!!! Zu Ende ???? Was bist du dann jetzt? Richter? Rechtsanwalt? Rechtspfleger?
))
@symm: Schade, dass du keinen Blog mehr hast, aber ich kann das schon verstehen. Ich bin ja auch keine so regelmäßiger Bloggerin *schäm* Könnte zumindest noch öfter sein. Aber da ich ja bald in die Twittosphäre einsteigen werde, sehen wir uns dort bestimmt mal
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Na, das ist ja geil mit dem Prof
Der hat wenigstens Sinn für Humor.
Nun, der Dr.ist nun mal ein Namensbestandteil, also sollen sie ihn haben, wenn sie ihn unbedingt wollen.
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@Janina
Also Rechtshänder ist er nicht, soweit ich weiß
Ich meine mal gelesen zu haben, dass der Titel nur in schriftlichen Dokumenten erwähnt werden muss. Nicht jedoch in der mündlichen Anrede.