Fahrkarten bei der Bahn
Es ist gar nicht so einfach, heutzutage noch durch den Tarif-Dschungel bei der Deutschen Bahn zu blicken. Während man früher für eine bestimmte Strecke einfach ein Ticket gekauft hat, dessen Preis sich in erster Linie an der Entfernung ausrichtete, spielen heute eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle. Wie alt ist man? Hat man für Fahrten innerhalb eines Verkehrsverbundes schon ein spezielles Ticket? Gibt es eine Sonderregelung für Fahrten im Grenzgebiet zweier Verkehrsverbunde? Hat man eine Bahn-Card? Wenn ja, für die erste oder zweite Klasse? Eine BahnCard 25 oder eine BahnCard 50? Oder doch gar eine Mobility BahnCard 100? Fährt man unter der Woche, am Wochenende oder während Feiertagen? Kann man möglicherweise noch einen Ferienrabatt hinzubuchen? Ein Ticket mit Sitzplatzgarantie oder ohne? Gilt gerade irgendeine zeitlich begrenzte Rabatt-Aktion? Die schnellste, direkte Verbindung oder vielleicht doch die etwas günstigere Variante mit 2x Umsteigen in der “Bummelbahn”?
Und da ja auch die Mitarbeiter der Bahn hierbei keinen Durchblick mehr haben, ist es ja kein Problem, dass sie Stück für Stück “weg-rationalisiert” und gegen moderne, automatische Ticket-Schalter ausgetauscht werden. Da kann sich dann der Kunde ganz allein mit den verschiedenen Tarif-Varianten herumärgern; den Computer stört es auch nicht, wenn man hin und wieder mal die Haltung verliert und ausfallend werden sollte.
Blöd nur, dass die Automaten auch so ihre Tücken haben und oft nicht gerade durch Bedienerfreundlichkeit auffallen. Das schreckt vor allem diejenigen Menschen ab, die gewisse Berührungsängste mit dieser Art von Technik haben. Aber statt nun doch neues Personal einzustellen, die Automatensysteme zu überarbeiten oder gar das völlig undurchsichtige Tarif-System zu entzerren, hat sich die Bahn für eine andere Lösung entschieden, um die Menschen mit ihren Automaten vertraut zu machen:
Laut Bericht der rp-online bietet man nun in Dortmund einfach VHS-Kurse an, in denen die Menschen die richtige Bedienung der Automaten lernen können! Das Seminar dauert knappe anderthalb Stunden, wovon die ersten 10-15 Minuten für eine einführende Powerpoint-Präsentation reserviert sind, woran sich anschließend der “Praxisteil” anschließt, in welchem man gezeigt bekommt, wie der Automat “richtig” bedient wird. Auch können die Teilnehmer in diesem Teil der Veranstaltung dann individuelle Fragen stellen. Der Kurs findet momentan ca. einmal pro Monat statt und stößt wohl vor allem bei Senioren auf Interesse.
Dennoch muss sich die Bahn die Frage gefallen lassen, ob ein Automaten- und Tarif-System, zu dessen Bedienung Teile der Bevölkerung erst einmal einen Kurs belegen müssen, wirklich das richtigte ist? Auch tritt in dem Kurs als solchem eine gewisse Fragwürdigkeit vom Selbstverständnis der Bahn zu Tage: man könnte durch Kurse dieser Art möglicherweise implizieren, dass man davon überzeugt ist, dass das eigene System optimal funktioniert und nicht geändert werden muss, sondern dass lediglich der Nutzer auf der anderen Seite des Bildschirms wohl schlichtweg zu “blöd” ist, um das optimale System richtig zu bedienen.
Was haltet ihr von solchen Kursen? Wie steht ihr zu den Bahn-Automaten? Und welche Erfahrungen habt ihr bereits mit dem Tarif-System der Bahn gemacht?
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Ich fahre nicht mehr Bahn!!!
Ich habe eingesehen, dass es für mich einfach nichts ist. Flugzeuge, Busse, wegen mir auch Taxi’s, alles kein Problem. Aber Bahn fahre ich nicht mehr.
Mal abgesehen von den ganzen Ticketproblemen, wartet man sich jedesmal den Arsch ab oder stellt fest, das der Zug auf einem anderen Gleis als ursprünglich gedacht schon wieder auf der Reise ist. Im Zug selber bekommt man oft den Eindruck man sei auf dem Weg nach City17 (für alle Half-Life2 kundigen^^), weil es doch ziemlich trist ist in den Abteilen und die wehrten Mitfahrkollegen auch nicht auf einen Plausch einladen. Man kommt sich in Zügen manchmal vor wie in Fahrstühlen.^^
Und was an den Bahnhöfen für traurige Gestalten ihr Unwesen treiben, möchte ich erst gar nicht näher erörtern. Ich spreche aber nicht von den lustigen jugendlichen die vor dem Bahnhof abhängen.^^
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Absolut unmöglich, diese Kurse! Entzerrung des Tarifdschungels! Dass ich dann evtl. ein paar Euro mehr für manche Fahrten in Kauf nehmen muss, das ist mir egal – solange ich sicher sein kann, den einzig möglichen Tarif erstanden zu haben.
Ich habe meine Bahncard jetzt gekündigt, da ich erstens als Nichtmehr-Student 225 Euro blechen muss und zweitens einfach meine Reisen so lege, dass ich entweder fliege oder einen Spartarif erwische. Ist maximal genauso teuer in Euros, aber wesentlich billiger für mein Nervenkostüm.
Und das alles obwohl ich die Automaten prinzipiell begrüße und sie seit jeher den Mitarbeitern am Schalter vorgezogen habe.
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Wow! o_O
Also ich wusste nicht das es mittlerweile so viele Faktoren bei den Bahntickets gibt, da ich nie Bahn fahre.
Aber wenn ich jetzt lese das es jetzt sogar Kurse gibt um Ticketautomaten zu bedienen werde ich wohl auch weiterhin zusehen nicht mit der Bahn fahren zu müssen.
Zitat: Das Seminar dauert knappe anderthalb Stunden.
Im Gegenteil: Da kann man ja regelrecht Angst bekommen.
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Also da ich im Reisebüro arbeite, ist der ganze Tarifdschungel kein großes Problem für mich. Ich finde auch nicht, dass für den Otto-Normal-Verbraucher so ein großes Problem darstellt. Die Automaten, sowie die Internetseite der Bahn zeigen ja immer die bestmöglichen Verbindungen (sei es direkt oder eben die schnellste). Das Preissystem ist nicht wirklich kompliziert. Wenn du eine Bahncard hast, gibst du sie mit ein, wenn nicht, dann nicht.
Tarifstruktur: Normalpreis = flexibel und teuer
Sparpreis: 25 oder 50% Rabatt, auf die Züge gebunden und kann gegen eine Gebühr von 15 Euro storniert werden. Vorausbuchungsfrist: 3 Tage
Dauer Spezial: gestaffelt ab 29 Euro ein Weg, zuggebunden, kann NICHT mehr storniert werden. Vorausbuchungsfrist: 3 Tage
So schwierig ist das doch nicht oder?
Und wenn man eben nicht zurecht kommt, dann sollen diese Damen und Herren ins Reisebüro gehen, ein Serviceentgelt entrichten und sie bekommen eine hoffentlich gute Beratung und eine Fahrkarte, die sie von A nach B bringt.
Ok, ich muss euch aber in einem Recht geben: Ich fahre auch nicht so gerne Bahn. Sie kommt zu spät, sie baut Unfälle unterwegs und die Bahnhöfe sind unheimlich. Das Auto ist besser, wenn da nicht der Umweltpunkt wäre
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Ich komme ja aus Dortmund. Den Kurs gibt es, soweit ich weiß, schon etwas länger und er wird wohl tatsächlich sehr gut besucht. Der Hammer finde ich. Eigentlich müsste die Bahn solche Kurse finanzieren…
Zum Dauer-Spezial: Hört sich in der Werbung so super toll an, leider gibt es aber nur ein sehr begrenztes Kontingent und auch nur auf bestimmten Strecken. Da muss man schon großes Glück haben, wenn man genau diese Verbindung fahren will und dann auch noch ein Ticket ergattern kann.
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Ich denke da so wie Janina – gebe meine Ticket-Aufträge an’s Reisebüro: da hab ich nur gute Erfahrungen gemacht.
Allerdings ist es nicht ganz so einfach, wie Janina schreibt, denn es gibt jede Menge Hürden und Fallen. Beispielsweise bei Gruppenbuchungen kommt es gelegentlich vor, dass 1.-Klasse Tickets billiger sind als 2.-Klasse Tickets (im gleichen Zug – wie doof ist das denn?) – das sagt mir aber auch kein Automat. Das hängt wahrscheinlich von den Kontingenten ab. Bei Gruppentickets lohnt es sich manchmal, die Gruppe zu splitten und kommt dann mit 2×3 (Mitfahrersparpreis)billiger als wenn man sechs tickets auf einmal bucht (kürzlich schonmal erlebt).
Was den Dauer-Spezial-Preis anbelangt, so kann ich Retronaut nur beipflichten. Da sind die Kontingente so begrenzt, dass es in der Hochsaison schon zum ersten Buchungstag schon keine Tickets mehr gibt.
Wie Sascha schon sagt: es gibt einfach zu viele “wenn” und “aber”. Am besten finde ich aber den Telefonautomaten der Bahn, der ja auch häufig parodiert wird.
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Also ich halte das alles auch für machbar. Vor allem mit der Internet-Seite kommt man da gut zu Recht. Man muss sich eben ein wenig damit beschäftigen.
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nachdem meine fahrtzeit zur uni mit den öffentlichen im besten fall und ohne verspätungen zwei geschlagene stunden dauert (am besten waren einmal 6 stunden wegen triebwagenschaden), das ganze dann hin und her, also täglich zwischen 4 und 6 stunden bahnfahren, bin ich aufs auto umgestiegen und brauche jetzt ca ne dreiviertel stunde pro rennstrecke. glücklicherweise musste ich mit meinem studiticket nicht noch fahrkarten kaufen.
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@zero
Abgesehen von den großen Bahnhöfen sind die Bahnhöfe ja selbst schon eher von trauriger Gestalt. Wen wundert es da, dass sich ebensolche dort herumtreiben?^^
@juliaL49
Schon verrückt, dass Fliegen inzwischen wirklich teilweise günstiger ist als eine Bahnfahrt. Aber es ist tatsächlich so! Unter Umweltaspekten natürlich eine traurige Entwicklung.
@Dragonlover
Ich frage mich gerade, ob man für das erfolgreiche Absolvieren des Kurses dann auch so ein tolles Diplom bekommt
@Janina
Nicht zu vergessen, dass schon bei leichtestem Gewitter sofort das Chaos bei der Bahn ausbricht.
@Retronaut
Da ich inzwischen kaum noch mit der Bahn unterwegs bin, hab ich mich noch nie näher mit dem Dauer-Spezial beschäftigt. Aber so, wie du es darstellst, ist es ja wohl leicer eh nur mehr eine PR-Aktion. Schade
@plerzelwupp
Die 1. Klasse ist unter Umständen günstiger als die 2. Klasse? Ich muss zugeben, da habe ich noch nie drauf geachtet, weil ich das nie gedacht hätte.
@Hofnarr Florian
Wie gesagt, für sich allein geht es vielleicht, aber bei größeren Gruppen kann es dann schon komplexer werden (siehe plerzelwupp). Und gerade in größeren Gruppen sollte die Bahnfahrt doch eine sinnvolle Reiseart sein.
@Mondtussi
Oh ja, da kann ich aus meiner Studienzeit auch noch ein Lied von singen. Einmal hingen wir im zug mitten in der Pampa – irgendwo im Nirgendwo. Man wollter dann einen Bus-Service zum nächsten Bahnhof organisieren. 2 Stunden später war ein viel zu kleiner Linienbus dann endlich da… und konnte niemanden mitnehmen! Er hatte zwar einen Fahrauftrag von der Bahn bekommen, aber man hatte ihm nicht gesagt, dass er Personen befördern müsse (was wohl sonst?). Glücklicherweise kam ein leerer Reisebus an und hat uns dann bis zum nächsten Bahnhof umsonst mitgenommen, sonst würden wir da vermutlich heute noch stehen.
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Das Schlimme an den Automaten ist ja (was sie nicht von den Servicekräften unterscheidet), dass sie nicht mal die günstigsten Tarife ausspucken. Ich hätte von Aachen nach Wuppertal mit einem “Schöne-Fahrt-Ticket” für damals noch 14 EUR, heute 16 EUR fahren können. Der billigste Vorschlag des Automaten war aber ein Ticket über 22 EUR, was ich damals nichtsahnend gezahlt habe. Hin und Zurück macht das Ganze dann doch ne Menge Geld, mit dem ich so vieleandere tolle Sachen hätte tun können…
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@plerzelwupp
Ohja, die Gruppentickets. Ok, das ist eine Sache für sich! Da kann man sich echt die Zähne dran ausbeißen
Bei den Gruppentickets muss man leider eine andere Tarifstruktur beachten. Ab 6 People ist man eine Gruppe. Es gibt für eine Gruppe nur Sparpreise, keine Normalpreise. Wenn man Normalpreise haben möchte, muss man splitten, so dass man keine Gruppe mehr ist. Gruppe Spar 50/60 oder 70 gibt es, die sind aber mega schnell ausgebucht. Furchtbar diese Gruppen. Würde ich von abraten
@LaRocca
Nahverkehr ist wieder ne ganz andere Geschichte. Es gibt ja wirklich so viele Sachen mittlerweile. Schöner-Fahrt-Ticket, Schöner-Tag-Ticket, Schöne-Reise-Ticket, da wird man irre!
Schöne-Fahrt-Ticket gilt für 2 Stunden in NRW, Schöner-Tag ist klar, Schöne-Reise ist im Grunde wie Normalpreis in NRW, da darf man auch alle anderen Züge nehmen auf der Strecke.
Naja, manchmal glaube ich die Bahn trickst einfach mit ihrer Tarifstruktur. Aber das ist eben wiederum gut für die Reisebüros, weil irgendeinen Existenzgrund müssen wir ja haben
))
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Jaja der Tarif Dschungel bei der Bahn, für jemanden der sich wegen der Arbeit damit beschäftigt und das jeden Tag macht, ist es klar das es “nicht so” kompliziert ist.
Aber als, gerade, ältere Kunde kommt man sich da vor, wie beim Ersten Besuch bei Starbucks.
Und bei den Automaten muss man auch genau wissen welche Tickets/Rabatte einen am billigstens kommen.
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@LaRocca
Ganz schön heftig. Es ist ja schon ein Unterschied, ob Spar-Optionen versteckt sind oder erst gar nicht am Automaten angeboten werden.
@Janina
Gib’s zu, ihr habt da ein heimliches Abkommen mit der DB abgeschlossen^^
@symm
Eben. Es ist wohl kein Zufall, dass das Kurs-Angebot vor allem von älteren Menschen gerne in Anspruch genommen wird.
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Ja gut, ich geb ja zu, ich hab sicherlich mehr Ahnung von dem ganzen Thema, weil ich in der Branche arbeite. Aber wenn ein Normalo (:P) sich damit beschäftigen würde, würde auch er es kapieren. Die älteren Leute lasse ich mal außen vor, weil die finden alles schwierig, weil man sich als älterer Mensch nicht mehr so viel merken kann
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@Janina
Klar, wenn man sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzt, blickt man irgendwann auch als Laie durch. Aber meiner Meinung nach sollte das Lösen des richtigen und günstigsten Fahrtickets gerade ohne große Erfahrung möglich sein. Andererseits hat man so immer einen Grund, um dich zu besuchen