Bundeswehr VS Internet

Es gibt Meldungen, die sind -für sich allein genommen- im besten Fall einfach nur informativ. Im Zusammenhang mit anderen Meldungen können sie jedoch eine ganz eigene, sonderbare Wirkung entfalten.

So ging es zumindest mir in den letzten Tagen, als ich die Nachrichten zum Thema “Bundeswehr” verfolgt habe. Zunächst war ja die Rede davon, dass momentan eifrig im streng geheimen Kreis eine 76-köpfige Cyber-War-Truppe aufgebaut wird, die spätestens im kommenden Jahr ihre Tätigkeit aufnehmen will. Grundsätzlich keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, welch zentralen Stellenwert das Internet inzwischen in vielen Bereichen der Gesellschaft einnimmt. Der Schutz der eigenen Netze sowie die Ausspähung und Infiltrierung feindlicher Netzwerke wird da zukünftig sicherlich einen hohen Stellenwert einnehmen.

Für diese Cyper-War-Truppe sollen vor allem Spezialisten aus den Fachbereichen für Informatik an den Bundeswehruniversitäten rekrutiert worden sein.

Nun trudelte aber jüngst die neue Meldung herein, dass die Bundeswehr vom Conficker-Virus befallen worden ist.

Was soll man bitteschön -vor allem im Zusammenhang mit der ersten Meldung- denn davon halten? Wie fähig mögen denn die Leute in den Fachbereichen für Informatik bei der Bundeswehr sein, wenn sie es in all den Wochen(!) offensichtlich nicht geschafft haben, ein einfaches Windows-Update einzuspielen, um die längst bekannte Sicherheitslücke zu schließen? Oder wenigstens die Virenscanner und Firewalls auf den aktuellen Stand zu bringen? Oder soll man es positiv sehen und davon ausgehen, dass das nur passieren konnte, weil die richtig genialen Köpfe schon längst anderweitig mit dem Aufbau der Cyber-War-Truppe beschäftigt sind? Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht…


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