„And the Oscar goes to…“

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Heute abend ist es also mal wieder so weit. Die alljährliche Oscar-Verleihung steht auf dem Programm und wird -Pro 7 sei Dank- selbstverständlich auch in Deutschland wieder live übertragen.

Und obwohl das hierzulande zu recht später Stunde läuft -ab 1:00 Uhr Countdown, ab 2:00 Uhr die eigentliche Übertragung- werden wieder unzählige Leute mitten in der Nacht vor dem Fernseher sitzen, um sich das Spektakel anzusehen. Manch einer wird gewiss auch wieder Oscar-Partys organisiert haben und im Kreise mit Freunden und Gleichgesinnten der Veranstaltung frönen. Aber warum?

Natürlich gönne ich den Leuten ihren Spaß dabei, aber für mich ist das einfach nichts. Ich bin generell kein Fan von Verleihungen dieser Art, egal ob es nun der Oscar, Bambi die goldene Kamera oder sonstwas ist.

Zuerst machen sich die Leute Gedanken über die Personen, die da über den roten Teppich laufen. Wer taucht mit wem auf? Wessen Frisur passt nicht zum Kleid? Und wer scheint schon wieder ein paar Kilo zu- oder abgenommen zu haben? Spannende Fragen, die es unbedingt zu klären gilt.

Dann die eigentliche Preisverleihung. Ein oder manchmal auch zwei bekannte Gesichter betreten die Bühne und führen einen geheimnisvollen Umschlag mit sich, stellen in einer manchmal mehr, meist aber weniger originellen Rede die von ihnen vertretene Kategorie sowie ggf. die Nominierten vor, öffnen den Umschlag und sagen, wer gewonnen hat. Zugegeben, der Augenblick, wo der Gewinner bekannt gegeben wird, hat sicherlich eine gewisse Spannung, wenn man jemand ganz bestimmtem die Daumen drückt, aber das war’s dann auch schon.

Es folgt die unvermeidliche Dankesrede des jeweiligen Gewinners – der blanke Horror! Manche kämpfen mit den Tränen. Emotional. Manche versuchen, sich auch in dieser Situation betont cool und ausgeglichen zu geben. Toll. Die eine Sorte Gewinner weiß nicht, was sie sagen soll und plappert wirr und zusammenhanglos drauf los. Professionell. Die andere Sorte ist gut vorbereitet und zieht eine ellenlange Rede aus der Tasche. Aalglatt. Im Endeffekt läuft es zu 99% darauf hinaus, dass sie ihren Eltern, Produzenten, natürlich den unglaublichen Fans und dem Herrgott persönlich für die Kraft und Unterstützung auf dem Weg zu diesem Gewinn danken. Abwechslungsreich.

Unterbrochen werden diese Teile dann in schöner Regelmäßigkeit durch einen Moderator oder ein Moderatoren-Duo, welches stets mit bester Laune und perfekt gebleechtem Lächeln durch die Veranstaltung führt und die einzelnen Teile mehr oder weniger gekonnt lose miteinander verknüpft.

Achja, da man anscheinend nicht ununterbrochen nur Reden übertragen kann, werden zwischendurch auch gerne mal Showacts eingebaut. Die können dann mitunter auch unterhaltsam sein; andererseits kann man sich die auch in jeder anderen Abendsendung anschauen.

Daher nun meine Frage an euch: was macht für euch den Reiz an der Oscar-Verleihung (oder auch ähnlichen Veranstaltungen) aus? Was treibt euch für so etwas aus dem Bett? Oder seid ihr am Ende auch keine Fans solcher Veranstaltungen?


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