Strategieentscheidung

In Ägypten weht mitunter noch ein rauher Wind, selbst an den Schulen. Zwar ist auch dort per Gesetz die körperliche Züchtigung und Bestrafung von Schülern durch Lehrer verboten. Dennoch sollen dort Ohrfeigen und Schläge mit dem Lineal an der Tagesordnung sein, worüber allgemein zumeist hinweggesehen wird. Nicht hinwegsehen konnte nun ein Gericht in Ägypten, vor dem sich ein 23-jähriger Lehrer wegen seiner Tat gegenüber einem 11-jährigen Schüler verantworten musste.

Laut Bericht der Netzeitung hatte der Lehrer seinen Schüler solange mit Schlägen und Tritten malträtiert, bis dieser starb! Hierfür wurde der Lehrer nun zu 6 Jahren Haft verurteilt, die Verteidigung hat jedoch bereits Berufung angekündigt.

Sie verweist darauf, dass der Lehrer die Klasse lediglich zur Ruhe rufen wollte und nicht in der Absicht gehandelt habe, den 11-jährigen, den er als Störenfried ausgemacht hatte, zu verletzen.

Hm, klingt nach einer interessanten Verteidigungsstrategie: der Lehrer ist wohl wild gestikulierend durch den Klassenraum gerannt, um die Schüler zur Ordnung zu rufen. Dabei muss ihm versehentlich der 11-jähriger Störenfried infolge leichter Fahrlässigkeit mehrfach(!) mit dem Gesicht gegen die Faust gelaufen und ihm ebenso mehrfach vor die Füße gefallen sein. Dass er sich hierbei lebensgefährliche Verletzungen zuzog, konnte niemand ahnen.

Klar, man hat es als Verteidiger vor Gericht mitunter nicht leicht. Aber wie fertig mit sich und der Welt muss man sein, wenn man seine Berufungs-Verteidigung ernsthaft auf solch eine Argumentation stützen will?


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