Musik-Flatrate in England

Eines der häufigsten Argumente, wenn man Leute, die illegal Musik aus dem Internet downloaden, nach ihren Beweggründen befragt ist, dass sie die Musik aus legalen Quellen -also sowohl aus Onlineshops als auch aus “traditionellen” Läden- zu teuer finden. Bei vielen Online-Vertriebsformen kommt dann noch ein oft kundenunfreundliches DRM hinzu, welches den heruntergeladenen Song in seiner freien Verwendung einschränkt und das Lied nur auf bestimmten Geräten abspielbar macht oder nur für einen bestimmten Zeitraum abspielbar lässt.

Daher gibt es nun in England ein Projekt, welches diesen beiden Hauptargumenten den Wind aus den Segeln nehmen will. Der Anbieter DATZ.com bietet auf seiner Webpräsenz eine Musik-Flatrate an. Für 99 Pfund -umgerechnet ca. 127 Euro- pro Jahr kann man dort unbegrenzt legal Musik herunterladen. Dabei handelt es sich um durchaus bekannte Musikstücke von großen Plattenfirmen:Sowohl Warner Music als auch EMI konnte DATZ bereits von seinem Konzept überzeugen. In den nächsten Monaten könnten auch Universal Music und Sony BMG ins Boot geholt werden; entsprechende Verhandlungen laufen bereits.

Insgesamt bietet DATZ momentan knapp 2,5 Mio. Songs zum Download an – wie gesagt, ohne DRM! Würde man die alle in dem einen Jahr herunterladen, würde jeder Song gerade mal 0,00005 Euro kosten. Selbst wenn man nun sagt, dass einem von den 2,5 Mio. Songs nur ein Bruchteil gefällt, geht die Rechnung noch gut auf. Läd man von den Titeln nur 5% herunter, zahlt man umgerechnet pro Titel immer noch nur etwas mehr als 0,001 Euro.

Um die Gefahr zu minimieren, dass sich mehrere Leute einen DATZ-Account teilen, kann man die Songs nur über eine speziell für DATZ entwickelte Software herunterladen. Diese funktioniert nur, wenn an den PC eine ganz bestimmte Art USB-Schlüssel an den USB-Anschluss angesteckt ist. Dieses Gerät bekommt man nach der Registirerung von DATZ zugeschickt.

Auf diese Weise kann man vielleicht nicht verhindern, dass sich ein paar Nachbarn oder Freunde einen Account -und die damit verbundenen Flatratekosten- teilen, aber immerhin wird damit ausgeschlossen, dass sich größere Internet-Communitys gemeinsam einen einzelnen Account zulegen.

Vorerst ist DATZ leider auf den britischen Markt beschränkt. Sollte das Projekt dort allerdings fruchten, will man sich auch im Rest von Europa einen Namen machen.

Was haltet ihr von dem Projekt? Ist dies nach den weithin gescheiterten DRM-Versuchen der Industrie nun der Schritt in die richtige Richtung? Und würdet ihr den Dienst nutzen, wenn er in Deutschland in dieser Form angeboten würde? Wieviel würdet ihr für eine solche Flatrate maximal zahlen wollen?


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