Alte Spiele-Klassiker noch einmal spielen
Wer noch mit dem Betriebssystem DOS aufgewachsen ist, der erinnert sich sicherlich hin und wieder an einige besondere Spiele-Perlen zurück, die z.B. durch besonderen Humor, ausgefallene Ideen und innovative oder besonders liebevoll inszenierte Spieldesigns bestachen. Der ein oder andere hat vielleicht sogar noch ein paar alte DOS-Spiele im Regal stehen oder in einer Schublade, unter dem Bett oder im Keller liegen. Das Problem an der Sache: auf heutigen Rechnern bekommt man die Spiele oft nicht mehr zum laufen, da beispielsweise die Hardware inkompatibel oder der Prozessor zu schnell ist.
Hierbei kann man sich mit Emulatoren behelfen, die auf dem neuen PC einen alten DOS-PC mit entsprechend alter Hardware simulieren. Ein besonders guter -und zugleich völlig kostenloser- Emulator, der mit besonders vielen Spielen kompatibel ist, soll an dieser Stelle vorgestellt werden:
Es handelt sich hierbei um den Emulator DOSBox. Er emuliert einen X86-Prozessor mit Standard-Grafikkarte und “Soundblaster 16″- bzw. “Sounblaster Pro”-Soundkarte, welche zur damaligen Zeit von den meisten Spielen als Standard vorausgesetzt wurde.
Die DOSBox kann auf dosbox.com heruntergeladen werden. Es stehen Versionen für mehrere Betriebssysteme, darunter auch Windows und Linux, bereit. Auf der gleichen Seite kann auch eine deutsche Sprachdatei heruntergeladen werden, welche die DOSBox “eindeutscht”.
Nach dem Start der DOSBox sollte man dann das Tastatur-Layout auf deutsch umstellen, da standardmäßig bei jedem Start das amerikanische Layout geladen wird, bei welchem z.B. die Tasten Y und Z vertauscht sind. Um das deutsche Tastaturlayout zu laden, gibt man einfach ein
keyb gr
und drückt Enter. Beachte: da das amerikanische Layout aktiviert ist, musst du am DOS-Prompt “kezb gr” eingeben, da ja y und z vertauscht sind.
Als nächsts muss man ein Laufwerk mounten, wie ihr es vielleicht von Linux her kennt. “Mounten” bedeutet, dass ihr der DOSBox beibringt, welchen Bereich eurer Laufwerke sie als Laufwerke ansprechen kann/darf. Gibt man z.B. ein
mount c c:
dann kann man fortan in der DOSBox ganz normal auf die Fesplatte C: zugreifen. Das wird vom Autor der DOSBox in der Art zwar nicht empfohlen, wer aber nicht mit dem DOS-Befehl “del” plötzlich wie wild Dateien z.B. im Windows-Ordner löscht, der hat nichts zu befürchten und kann die Warnung ignorieren. Übrigens: sollten beim Aufruf des oben dargestellten Befehls Probleme dabei auftreten, den Doppelpunkt zu schreiben, sollte statt der rechten einfach mal die linke Shift-Taste zusammen mit dem Punkt ausprobiert werden, um den Doppelpunkt zu schreiben
Diskettenlaufwerke und USB-Sticks lassen sich übrigens genauso mounten. Für ein Diskettenlaufwerk also beispielsweise:
mount a a:
Fehlt noch das CD-ROM-Laufwerk, welches ebenfalls gemountet werden muss (wenn ihr ein DOS-Spiel von CD spielen wollt), aber mit leicht abgewandeltem Befehl.
mount X X: -t cdrom
Statt “X” gebt ihr bei obigem Befehl einfach den Laufwerksbuchstaben eures CD-ROM-Laufwerkes ein.
Hat alles geklappt, dann ist die DOSBox fertig konfiguriert und ihr könnt -wie aus seeligen DOS-Zeiten gewohnt- eure alten DOS-Games installieren und spielen. Solltet ihr während der Installation eines Spiels nach eurer Sound-Konfiguration gefragt werden, dann solltet ihr -sofern angeboten- folgendes auswählen:
Soundblaster 16 (wenn die nicht im Menü auftaucht halt die Soundblaster Pro)
Die Adresse ist 220
Der IRQ ist 7
DMA ist 1
Die MIDI-Adresse ist 330
Übrigens: DOSBox startet bei jedem Neustart in seiner Ausgangskonfiguration. Ihr müsst also die oben beschriebenen Befehle zum Ändern des Tastaturlayouts und zum Mounten der Laufwerke jedesmal neu eingeben! Wer dies nicht möchte, öffnet einfach mit einem Text-Editor im DOSBox-Verzeichnis die Datei dosbox.conf. Dort werden diverse Einstellungen gespeichert. Scrollt ganz nach unten; am Ende der Datei gibt es einen Bereich
[autoexec]
# Lines in this section will be run at startup.
Tragt ihr die oben beschriebenen Befehle unter diesem autoexec-Bereich ein, dann werden die Befehle automatisch bei jedem Start der DOSBox ausgeführt. So spart ihr euch die Zeit, jedesmal die Befehle von Hand eintippen zu müssen und habt somit mehr Zeit für eure alten DOS-Spiele
Ich konnte auf diese Weise z.B. noch einmal “Maniac Mansion:Day of the Tentacle”, “Sam & Max: Hit the Road” und “Simon the Sorcerer” spielen, also Spiele, die meiner Meinung nach auch heute noch nichts von ihrem Reiz verloren haben.
Welche DOS-Spiele habt ihr denn damals gerne gespielt? Und werdet ihr sie vielleicht demnächst mit Hilfe der DOSBox noch einmal spielen oder habt ihr mit den Spielen von damals abgeschlossen und interessiert euch nicht mehr dafür?
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bisherige Kommentare: 206
Die Dosbox ist meiner Meinung eins der besten Freeware-Programme überhaupt.
Mit Hilfe diverser Frontends wie zum Beispiel D-Fend ist es auch möglich die Dosbox mittels grafischer Benutzeroberfläche zu steuern.
Besonders geeignet für Leute die von MS-Dos Befehlen keine Ahnung haben und gleich loszocken wollen.
Meine Highlights sind die alten Lucasarts und Sierra Adventures mit denen ich quasi aufgewachsen bin, aber auch die frühen RPGs wie Ultima, DSA oder Eye of the Beholder spiele ich gern ab und zu mal wieder. Auch die alten Shooter wie Doom oder Duke Nukem haben ihren Reiz.
Immo spiele ich das Adventure Discworld, was mich einige Zeit gekostet hat dieses vernünftig in Dosbox zum Laufen zu bekommen.
Mit dem Spiel hab ich sogar noch ein neues Adventure entdeckt was ich noch gar nicht kannte. Was durchaus auch öfters mal vorkommt.