“Nackt-Scanner” nun doch auch bald in Deutschland?
Erst gestern wurde hier im Blog über die Pläne der EU-Kommission zur Einführung von “Nackt-Scannern” an europäischen Flughäfen berichtet. Heute nun erschien in der Netzeitung ein Artikel, der auf einige der gestern dargestellten Problem-Punkte eingeht. Daher soll das Thema an dieser Stelle -quasi als Update zum gestrigen Bericht- erneut aufgerollt werden:
Die bereits am gestrigen Tage geäußerte Ansicht, dass der Einsatz von Nackt-Scannern einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Privat- und Intimsphäre der Fluggäste darstellen könnte, wird auch von Politikern der meisten bundesdeutschen Parteien geteilt:
So findet der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, das Vorhaben der EU-Kommission “in jeder Beziehung fragwürdig und unverhältnismäßig.” Die Intimsphäre eines Menschen müsse geschützt bleiben. Für den Innenexperten der FDP-Fraktion, Max Stadler, überschreitet die Methode alle Schamgrenzen und dürfe in Deutschland nicht eingeführt werden. Wolfgang Wieland von den Grünen erklärte: “Dieser elektronische Zwangs-Strip für alle Fluggäste verletzt den Bereich der Intimsphäre nicht nur, er hebt ihn auf.” Diese Meinung teilt auch Ulla Jelpke von der Linksfraktion: “Ein Flughafen ist kein FKK-Strand, und Flugpassagiere sind keine Akteure einer Peepshow.”
Doch trotz dieser -teilweise überraschenden- Aussagen von Seiten der deutschen Politik, ist das Thema längst nicht vom Tisch:
Zwar lies ein Sprecher der Bundespolizei verlauten, dass vorerst (!) keine solchen Geräte an Flughäfen zum Einsatz kämen, gleichzeitig wurde aber bestätigt, dass Ende des Jahres im Labor erste Test bezüglich der Gesundheitswirkung der Scans vorgenommen werden. Immerhin: erst wenn klar sei, dass die Scanner -eben auch unter Gesundheitsaspekten- den Anforderungen der Bundespolizei entsprechen, werde überhaupt über einen Praxistest nachgedacht.
Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) macht sich allem Anschein nach konkrete Gedanken um die Einführung der Scanner. So versicherte sie bereits, die Intimsphäre der Reisenden werde auf jeden Fall gewahrt werden, da der Kontrolleur am Bildschirm die zu überprüfende Person nie in direktem Kontakt sehen könne.
Es zeigt sich also, dass trotz der starken Bedenken seitens der Politik durchaus konkreter werdende Pläne zur Einführung solcher Scanner auch in Deutschland bestehen.
Update vom 24.10.2008:
Wie die Internet-Ausgabe der Rheinischen Post nun berichtet, hat sich inziwschen auch Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Thema geäußert und die Einführung solcher Nackt-Scanner in Deutschland strikt abgelehnt. Hierüber könne man frühestens dann nachdenken, wenn es Möglichkeiten gäbe, den menschlichen Körper -hier vor allem Prothesen und Genitalien- bei den Scans weitestgehend unkenntlich zu machen, um die Intimsphäre der Fluggäste hinreichend zu schützen.
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bisherige Kommentare: 1
Ich finde, dass die Nacktscanner eine gute Sache sind! Immer noch besser, als gekidnappt zu werden! Dass die Leute da so einen Wirbel drum machen kann ich nicht verstehen!
Wenn die Sicherheit auf dem gleichen Level bleibt ist das Geschrei doch auch wieder groß!!!