Die Bundes-Mail

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Bundes-Mail? Klingt ein wenig so wie Bundes-Trojaner? Klar, kommt ja -wie bei der Financial Times Deutschland nachgelesen werden kann- auch beides aus dem Bundesinnenministerium.

Offiziell soll das ganze wohl unter dem Namen de-Mail laufen und Mitte November der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bei der de-Mail soll es sich um eine Mail-Adresse handeln, die jeder Bürger beantragen kann. Für die Anmeldung müssen dann jedoch die Meldedaten überprüft und somit der die Person eindeutig identifiziert werden.

Vorteil dieses Verfahrens: da die E-Mail-Adressen so einem Bürger eindeutig zugeordnet werden können, haben sie eine größere Beweiskraft, können also auch genutzt werden, um z.B. Briefe an Ämter zu senden oder sich gegenüber Banken und Versicherungen eindeutig zu identifizieren. Generell soll solchen E-Mail-Adressen die Wirkung eines Einschreibens zukommen.

Zusätzliches Extra der de-Mails soll ein virtueller Safe sein, in dem Dokumente verschlüsselt aufbewahrt werden können.

Es gibt jedoch auch einige Fragen, die offen bleiben:

  • Was passiert, wenn -z.B. durch den Einsatz von Trojanern oder Keyloggern- Hacker an solche E-Mail-Accounts gelangen und diese gegenüber Ämtern oder Unternehmen missbräuchlich nutzen?
  • Selbst wenn die Mails und der Safe wirklich absolut sicher sein sollten, wer garantiert dafür, dass das Bundesinnenministerium die Mails und den Safe nicht „durchforsten“ ? – natürlich im Namen der nationalen Sicherheit 😉 Nach Projekten wie dem Bundestrojaner muss ein wenig Skepsis einfach erlaubt sein.

Wie sicher die Daten im Endeffekt sein werden, muss sich auch erst noch in der Praxis herausstellen. Dass hier ausgerechnet die Telekom, die zuletzt versehentlich ca. 30 Millionen Kundendaten inkl. Bankverbindung ohne größere Absicherung über das Internet zugänglich gemacht hat, ein zentraler Partner des Innenministeriums ist, lassen wir an dieser Stelle einfach mal so im Raum stehen…


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